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Zaiser, Svenja (2016): Postnatale Entwicklung des Drüsen- und Muskelmagens beim Huhn: eine licht- und rasterelektronenmikroskopische Studie. Dissertation, LMU München: Tierärztliche Fakultät
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Abstract

In der vorliegenden Untersuchung wurde die postnatale Entwicklung des Drüsen- und Muskelmagens beim Huhn genauer betrachtet, andererseits wurden auch die mukösen und zellulären Abwehrmechanismen untersucht. Zu diesem Zweck wurden die Drüsen- und Muskelmägen von 39 Küken in den Altersstufen zwischen dem ersten bis zum 21. Lebenstag und von fünf adulten Hühnern mit Hilfe der Histologie, Immunhistochemie und dem Rasterelektronenmikroskop (REM) untersucht. Es zeigte sich, dass am Drüsenmagen des Huhns nach dem Schlupf keine histomorphologischen Veränderungen, mit Ausnahme des Größenwachstums, mehr stattfanden und dieser schon beim einen Tag alten Küken vollständig entwickelt war. Auch beim Muskelmagen waren alle Schichten bestehend aus Tunica mucosa, Tela submucosa, Tunica muscularis und Tunica serosa bereits beim einen Tag alten Küken vorhanden. Als Besonderheit konnten beim einen Tag alten Küken größere und hellere Zellen im Drüsenepithel des Muskelmagens aufgefunden werden. Bereits beim drei Tage alten Tier waren sie kaum noch vorhanden. Im REM stellte sich die Kutikula mit härteren, vertikalen Koilinsäulen und einer poröseren, horizontalen Matrix dar. Die Unterseite der Kutikula entsprach einem Negativ-Abdruck des Oberflächenepithels mit typischer Wabenstruktur. Die im Hinblick auf die mukösen Abwehrmechanismen durchgeführten immunhistochemischen Tests auf die Muzine 1, 2, 5AC und 6 zeigten ähnlich wie die morphologischen Untersuchungen keine altersabhängigen Unterschiede in Bezug auf ihre Expressionsmuster. Am Drüsenmagen ließen sich die Muzine 1, 5AC und 6 nachweisen und am Muskelmagen die Muzine 1, 2 und 5AC. Die Muzine 1 und 5AC waren hauptsächlich in den tiefen Drüsen Zusammenfassung 80 des Drüsenmagens und in den tubulären Drüsen des Muskelmagens lokalisiert. Das Muzin 6 ließ sich dagegen nur in den tiefen Drüsen des Drüsenmagens darstellen. Hinsichtlich der zellulären Abwehr wurden Untersuchungen mit Antikörpern gegen den CD3-Rezeptor, das Immunglobulin A (IgA) und die sekretorische Komponente (SC) durchgeführt. Der Nachweis des CD3-Rezeptors als Marker für die T-Lymphozyten führte bei allen Altersstufen zum gleichen Verteilungsmuster. Im Drüsenmagen traten T-Lymphozyten an drei Lokalisationen in Erscheinung: unter dem Oberflächenepithel im dort befindlichen Bindegewebe, in den Bindegewebssepten der tiefen Drüsen und im Bindegewebe in der Nähe der Ausführungsgänge der tiefen Drüsen. Im Muskelmagen traten T-Lymphozyten nur sehr vereinzelt im Bindegewebe auf. Allein das extrazelluläre IgA zeigte zwischen den untersuchten Altersstufen eine deutliche Veränderung, wobei es im Mucus des Drüsenmagens des einen Tag alten Kükens in großen Mengen vorhanden war. Beim sieben Tage alten Tier ließ es sich nur noch abschnittsweise darstellen und verschwand bei den älteren Tieren gänzlich. Beim intrazellulär gelegenen IgA ergaben sich sowohl im Drüsenmagen als auch im Muskelmagen keine altersspezifischen Unterschiede. Es lag in Zellen innerhalb des Bindegewebes und in wenigen Zellen des Epithels des Drüsenmagens vor. Im Muskelmagen war IgA nicht nachzuweisen. Mit der SC verhielt es sich ähnlich wie mit dem intrazellulären IgA. Auch sie wurde altersunabhängig im Oberflächenepithel und im Epithel der Ausführungsgänge des Drüsenmagens nachgewiesen, wohingegen die SC im Muskelmagen nicht exprimiert wurde. Zusammenfassend wurde gezeigt, dass die Drüsen- und Muskelmägen der Hühner nach dem Schlupf keine starken Veränderungen mehr erfuhren und die muköse und zelluläre Abwehr im Drüsenmagen eine deutlich größere Rolle spielt als im durch die Kutikula geschützten Muskelmagen.