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Lee, Bo Ra (2014): The role of stress in social decision-making. Dissertation, LMU München: Fakultät für Psychologie und Pädagogik
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Abstract

Although a substantial literature is developing regarding the effects of stress on decision-making (cf. Mather & Lighthall, 2012), the literature on stress and social decision-making is still in the beginning stage. The present research extends this new literature by examining the mediating and moderating factors of the effect of stress on social decision-making. Furthermore, a novel aspect of the research is its effort to connect the information-processing and functional perspectives, with regard to the acute stress response. Dual-mode theories state that emotional processing, relative to cognitive processing, occurs early during information processing (Murphy & Zajonc, 1993) and is associated with stimulus-driven behaviors (Mischel & Metcalfe, 1999). Therefore, an intensification of emotional processing and inhibition of cognitive control processes may lead to an earlier and more stimulus-driven initiation of behavioral responses than under normal circumstances. Moreover, such quick, automatic behavioral responses to environmental stimuli may be particularly useful during an acute stress response in that such responses could help prevent disturbances to homeostasis (Nesse, 2005). In order to facilitate such quick, automatic behavioral responses, emotional processing may be intensified and cognitive processing inhibited, during an acute stress response. In support of this notion, empirical findings show that acute stress increases emotion-related phenomena, such as reward salience (cf. Mather & Lighthall, 2012) and emotional learning (Luethi, Meier, & Sandi, 2008). However, in a social decision-making context, such enhancement of emotional processing may negatively affect the social interactions, such that negative emotions from perceived unfairness may be amplified when people are undergoing an acute stress response. More specifically, in the context of an Ultimatum Game, people who are stressed may reject more unfair offers than people under normal conditions. This research tested this main hypothesis, and examined emotions and trait emotion regulation tendencies as mediating and moderating factors, respectively, of the relationship between acute stress and Ultimatum Game rejections. These arguments are elaborated in Chapters 1, 2, and 3 of this dissertation. In two experiments, participants played the Ultimatum Game as the Responder after completing a stress or control task. The Cold Pressor Test was used as the stress induction method. Before and after the Ultimatum Game, participants completed state emotion ratings as well as trait emotion regulation questionnaires. Results from Experiment 1 showed a successful stress induction, indicated by higher cortisol levels in the stress, relative to control, group. Moreover, Experiment 1 revealed a significant Stress x Amount interaction, with stress having an effect on rejections of unfair offers, in comparison to fair offers. However, the emotion and emotion regulation results did not indicate the expected pattern, with emotions being uncorrelated with fair, nor unfair offers, and emotion regulation being associated with reduced rejections of fair, but not unfair, offers. In Experiment 2, an experimental manipulation designed to influence negative emotions, namely partner type, was employed. Results did not replicate the results of the first experiment, but unexpected results were found involving partner type and negative emotions, namely that participants who played with human partners, relative to those who played with computer partners, rejected more unfair offers and that negative emotions were positively correlated with rejections of fair and unfair offers. The experiments and their results are described in Chapter 4. It is difficult to draw firm conclusions from these results, but they do offer a starting point for interesting future research questions. Chapter 5 discusses some implications as well as limitations of the present research.

Abstract

Obwohl reichlich Literatur zum Thema Auswirkungen von Stress auf soziale Gruppenentscheidungen zurzeit verfasst werden (siehe Mather & Lighthall, 2012), befindet sich die Literatur über Stress und sozialen Gruppenentscheidungen noch in ihren Anfängen. Um die bereits vorhandene Literatur zu erweitern, untersucht diese gegenwärtige Studie leitende Faktoren und Auswirkungen von Stress in sozialen Gruppenentscheidungen. Des Weiteren möchte diese Studie einen neuartigen Ansatz verfolgen, informationsverarbeitende und funktionalistische Perspektiven im Bezug auf akute Stressreaktionen zu vereinen. Duale Theorien behaupten, dass die emotionale Verarbeitung, die im Gegensatz zur kognitiven Verarbeitung steht, in einer frühen Phase der Informationsverarbeitung einsetzt und mit impulsgeleiteten Handeln assoziiert ist (Mischel & Metcalfe, 1999; Murphy & Zajonc, 1993). Um impulsive Handlungen während akuter Stressreaktionen leichter ausführen zu können, wird wahrscheinlich die emotionale Verarbeitung gesteigert. Während einer Stressreaktion könnte die emotionale Verarbeitung leichteres Eintreten von impulsiven Verhalten bewirken. Frühes Einsetzen von impulsgeleiteten Verhalten kann zur Prävention von lebensgefährlichen Situationen dienen, widerspiegelt also die angeborenen, reizgeleiteten und später inkorporierten und Elemente des Menschen. Dieses Argument beruht auf evolutionären Stress Perspektiven, welche die Funktion des psychologischen Stresses in der Mobilisierung des Körpers zur Handlungsbereitschaft sehen. (e.g., Tsigos & Chrousos, 2002). Dementsprechend könnte eine verstärkte emotionale Verarbeitung und die Hemmung der kognitiven Steuerung, verglichen zu normalen Gegebenheiten, zu einem früher einsetzendem und impulsiverem Verhalten führen. Außerdem können, als Antwort auf Reize in der Umgebung, jene schnelle und automatisch ablaufenden Verhaltensreaktionen sich in akuten Stresssituationen als nützlich erweisen, wie zum Beispiel in der Prävention von Störungen der Homöostase. Um jene schnellen und automatischen Verhaltensreaktionen zu ermöglichen, könnte während einer akuten Stresssituation die emotionale Verarbeitung gesteigert und die kognitive Verarbeitung gehemmt werden. Empirische Untersuchungen von der Belohnungswahrnehmung (siehe Mather & Lighthall, 2012) oder emotionalem Lernen (Luethi et al., 2008) stützen die Auffassung, dass akuter Stress ein intensiveres Wahrnehmen von jenen emotionalen Phänomenen erzeugt. Wie auch immer, jene Verbesserung in der emotionalen Verarbeitung kann sich negativ auf soziale Entscheidungsfragen auswirken, so werden beispielsweise negative Emotionen, die sich durch unfaire Behandlung entwickeln können, verstärkt wahrgenommen, wenn sich Menschen in einer Stresssituation befinden. Gestresste Teilnehmer in einem Ulimatumspiel würden vermutlich öfters unfaire Angebote ablehnen als die ungestressten. Diese Arbeit testete diese Haupthypothese und untersuchte Tendenzen zur emotionalen Regulierung bzw. Mäßigung durch mittlere oder leitende Faktoren, im Hinblick auf akuten Stress und Ablehnungen von Angeboten im Ulitmatumspiel. Diese Argumente werden im Kapitel eins, zwei und drei der Dissertation ausgearbeitet. In zwei Experimenten nahmen die Teilnehmer an einem Ultimatumsspiel als Antwort-gebende teil, nachdem sie entweder eine Stress- oder Kontrollaufgabe erledigt hatten. Der Cold Pressor Test wurde als Methode zur Stressindizierung verwendet. Vor und nach dem Ultimatumspiel gaben die Teilnehmer eine Bewertung ihres emotionalen Bewusstseinszustandes an, sowie die allgemeine Fähigkeit, auftretende Emotionen zu regulieren. Ergebnisse vom ersten Experiment zeigen eine erfolgreiche Stressinduktion, angedeutet durch einen höheren Cortisolspiegel, verglichen mit der Kontrollgruppe. Außerdem zeigte Experiment 1 einen signifikanten Stress x Anzahl der Interaktionen, mit durchschnittlich höheren Werten (statistisch auf einem nicht relevantem Level) von Ablehnungen unfairer Angebote (im Vergleich zu fairen Angeboten) seitens der gestressten Teilnehmer. Wie auch immer, die Ergebnisse der zwei Befragungen zum emotionalen Bewusstseinszustand wiesen nicht auf zu erwartende Muster hin. Also mit unpassenden korrelierenden Emotionen zur Eigenschaft fair oder zu unfairen Angeboten, wie auch unpassende Ergebnisse zur emotionalen Bewältigung, die sich durch reduzierte Ablehnungen von fairen Angeboten zeigt, keine Reduktion hingegen bei unfairen Angeboten aufweist. Das Experiment 2 wurde so konstruiert, um durch Manipulation negative Emotionen (namentlich die Partnertypen) hervorzurufen. Die Ergebnisse spiegeln nicht die diejenigen des ersten Versuches wieder, ergaben aber neue Ergebnisse zu den Korrelationen bezüglich der negativen Emotionen und des zugeordneten Partners. Teilnehmer, die mit einem menschlichen Partner (also nicht mit dem Computer) zusammengearbeitet haben, lehnten zum einen mehr unfaire Angebote ab, des Weiteren korrelierten in diesem Versuch faire bzw. unfaire Ablehnungen mit den negativen Emotionen. Die Ergebnisse der Experimente sind im Kapitel 4 beschrieben. Es ist schwierig felsenfeste Schlussfolgerungen von diesen Ergebnissen zu zeichnen, trotzdem bieten sie einen Startpunkt für zukünftige interessante wissenschaftliche Fragestellungen. Kapitel 5 diskutiert einige Konsequenzen und Verwendungsmöglichkeiten wie auch Grenzen dieser wissenschaftlichen Arbeit.