Logo
EnglishCookie löschen - von nun an wird die Spracheinstellung Ihres Browsers verwendet.
Thes, Cindy Melanie (2014): Retrospektive Studie zum Energiebedarf von privat gehaltenen Hunden und Katzen im Erhaltungsstoffwechsel, Metabolizable energy intake of client owned adult dogs and cats. Dissertation, LMU München: Tierärztliche Fakultät
[img]
Vorschau
PDF
Thes_Cindy_Melanie.pdf

1MB

Abstract

In dieser retrospektiven Studie über den energetischen Erhaltungsbedarf von Hund und Katze aus der Privattierhaltung wurden Daten aus der Ernährungsberatung des Lehrstuhls für Tierernährung und Diätetik in Oberschleißheim aus den Jahren 2007 bis 2011 ausgewertet, um feststellen zu können, ob die Ergebnisse von den aktuellen Empfehlungen zum Energieerhaltungsbedarf von Hund und Katze (NRC 2006) abweichen. Zur Rationsberechnung wurden ein standardisierter Fragebogen und die Software Dietcheck Munich® verwendet. Die umsetzbare Energie der Futtermittel wurde nach NRC (2006) geschätzt. Energiebedarf des Hundes im Erhaltungsstoffwechsel Es lagen für die Studie Daten von 586 ausgewachsenen Hunden (medianes Alter 5,5 Jahre, mediane Abweichung vom Idealgewicht 0,0 %, 58 % kastriert) zur Verfügung, es handelte sich ausschließlich um Tiere im Erhaltungsstoffwechsel. 9% der Hunde waren vollkommen gesund, die anderen wiesen verschiedene chronische Erkrankungen auf. Es wurde untersucht, welche Faktoren den Energiebedarf bezogen auf das metabolische Körpergewicht beeinflussen könnten. Dabei wurde die Abweichung vom Idealgewicht, die Rasse und die Größe des Hundes, das Alter, das Geschlecht und der Kastrationsstatus, chronische Erkrankungen und die Art der Fütterung (Fertigfutter, selbstzubereitete Ration) im Bezug zur Energieaufnahme der Hunde pro kg W0,75 gesetzt. Eine Abweichung vom Idealgewicht von mehr als 10 % bei den Hunden galt als Unter-, bzw. Übergewicht. Die mittlere Energieaufnahme der Hunde lag bei 98 ± 29 kcal/ kg W0,75. Weder die Körpergröße noch chronische Erkrankungen zeigten einen Einfluss auf den Energieerhaltungsbedarf der Hunde. Auch die Art der Fütterung hatte keine Auswirkung auf den Energiebedarf. Die Einschätzung des Idealgewichts durch die Tierbesitzer stimmte gut mit dem Rassestandard nach Krämer (2002) überein. Es waren nur 11 % der Hunde übergewichtig, 9 % waren untergewichtig und 80 % der Hunde normalgewichtig. Es wurde ein signifikanter Unterschied zwischen der Energieaufnahme übergewichtiger, untergewichtiger und normalgewichtiger Hunde festgestellt (Tabelle 3). Tabelle 3: Effekt von Über- und Untergewicht auf den Energieerhaltungsbedarf des Hundes Gewichtsgruppe N medianes Alter in Jahren mediane prozentuale Abweichung vom Idealgewicht (Angabe des Besitzers) ME-Energiebedarf kcal/ kg W0.75 Mittelwert ± SD Übergewicht 62 7 15,2 86 ± 29a Normalgewicht 478 5 0 98 ± 28b Untergewicht 46 5,5 -14,5 119 ± 38c Mittelwerte aus der gleichen Spalte, die nicht den gleichen hochgestellten Buchstaben aufweisen, sind signifikant unterschiedlich zueinander (ANOVA, Holm-Sidak-Test, p < 0,05) Hunde in einem Alter von mehr als sieben Jahren (n= 149) hatten eine Energieaufnahme, die mit 93 kcal/ kg W0,75 niedriger lag als die Energieaufnahme jüngerer Hunde in einem Alter von weniger als sieben Jahren (n= 313, 100 kcal/ kg W0,75). Intakte Rüden wiesen im Vergleich zu den anderen Hunden einen überdurchschnittlichen Energiebedarf auf (p < 0,001). Es lag ein Unterschied in der Energieaufnahme bestimmter Hunderassen vor. So zeigten Jack Russel Terrier, Dalmatiner, kleine Münsterländer und der Magyar Viszla, sowie der Bearded Collie, Windhunde, der Deutsche Boxer, der Englische Foxhound, der Rhodesian Ridgeback sowie der Flat Coated Retriever einen überdurchschnittlich hohen Energiebedarf, die mittlere Energieaufnahme dieser Rassen lag bei 113 kcal/ kg W0,75. Dackel, sowie Schoßhunde, der Westhighland White Terrier, alle Collie Rassen außer der Bearded Collie, der Airedale Terrier und American Staffordshire Terrier, und auch der Golden Retriever wiesen dagegen eine unterdurchschnittliche mittlere Energieaufnahme von 82 kcal/ kg W0,75 auf. Dies muss nicht unbedingt auf einen tatsächlichen Rasseeffekt hinweisen, sondern kann auch den Lebensstil der Besitzer, die diese Rassen bevorzugen, reflektieren. Der mittlere Energieerhaltungsbedarf von Haushunden ist vergleichbar mit dem Energiebedarf von Laborhunden, die eine geringe spontane Aktivität aufweisen, sowie alten Laborhunden. Dieses Ergebnis lässt vermuten, dass die Möglichkeit und der Anreiz zur Bewegung bei Haushunden, die mit dem Menschen in einem Haushalt leben, niedriger ist als bei Laborhunden. Eine reduzierte Aktivität könnte auch einen nivellierenden Effekt auf mögliche Faktoren wie Alter, Grunderkrankung oder Rasse haben, die in dieser Studie den Energieerhaltungsbedarf der Hunde weniger stark beeinflussten als zu Studienbeginn erwartet. Energiebedarf der Katze im Erhaltungsstoffwechsel In dieser Studie wurden die Daten von 80 ausgewachsenen Katzen im Erhaltungsstoffwechsel (medianes Alter 9,0 Jahre, mediane Abweichung vom Idealgewicht: + 22.5 %, die meisten kastriert) ausgewertet. 6 % der Katzen waren vollkommen gesund, die anderen wiesen verschiedene chronische Erkrankungen auf. Es wurde dabei die Abweichung vom Idealgewicht, das Alter, das Geschlecht, chronische Erkrankungen und die Art der Fütterung (Fertigfutter, selbstzubereitete Ration) auf die Energieaufnahme pro kg W0,67 bezogen. Über- und Untergewicht wurde definiert bei einer Abweichung vom Idealgewicht von mehr als 15 %. Die Angabe des Idealgewichts laut Besitzer wurde mit den Daten aus der Studie von Kienzle und Moik (2011) verglichen. Im Gegensatz zu den Hundebesitzern überschätzten die Katzenbesitzer das Idealgewicht ihres Tieres deutlich. Auf Basis der Daten von Kienzle und Moik (2011) waren 26,3% der Katzen normalgewichtig und 63,7% übergewichtig, während nach Schätzung der Besitzer nur 26% übergewichtig waren. Daher wurde zur weiteren Beurteilung das Idealgewicht der Katzen nach Kienzle und Moik (2011) festgelegt. Die mittlere Energieaufnahme der Katzen lag bei 96 ± 33 kcal/ kg W0.67. Bei den Katzen konnte kein signifikanter Unterschied zwischen der Energieaufnahme kranker und gesunder Katzen festgestellt werden. Des Weiteren hatte das Alter, das Geschlecht oder die Art der Fütterung keinen Einfluss auf die Energieaufnahme der Katzen. Übergewichtige Katzen fraßen nach der aktuellen Studie signifikant weniger als normal- oder untergewichtige Katzen (Tabelle 4). Tabelle 4: Effekt von Über- und Untergewicht auf den Energieerhaltungsbedarf der Katze Normalgewicht Übergewicht Untergewicht kcal ME/ kg W0.67 (n) 110 ± 36X (21) 86 ± 29Y (51) 117 ± 43X (8) Mittelwerte aus der gleichen Zeile, die nicht den gleichen hochgestellten Buchstaben aufweisen, sind signifikant unterschiedlich zueinander (ANOVA, Holm-Sidak-Test, p < 0,05). Der Energieerhaltungsbedarf einer normalgewichtigen Katze entspricht den aktuellen Empfehlungen (NRC 2006), vorausgesetzt das Idealgewicht wird auf Basis der Daten von Kienzle und Moik (2011) festgelegt.

Abstract

A post hoc analysis of the metabolizable energy (ME) intake of privately owned pet dogs and cats from the nutrition consultation practice of the chair of animal nutrition and dietetics in Oberschleissheim (years 2007-2011) was carried out to identify if current ME recommendations are suitable for pet dogs and cats. For ration calculation a standardized questionnaire and the software diet-check MunichTM was used. ME was predicted according to NRC (2006). ME requirements of client owned pet dogs Data on 586 adult dogs (median age 5.5, median deviation from ideal weight 0.0) at maintenance were available. 9% of the dogs were healthy and the others had various chronic diseases. Data were evaluated for the factors deviation from ideal weight, breed and size, age, gender, disease and type of feeding. Over- or underweight were defined as ≥ 10 % deviation from ideal body weight. Dog owner’s estimation of ideal W was checked against the breed standard, with a general agreement of breed standards and ideal weight given by owners. The mean ME intake of all adult dogs amounted to 98 ± 29 kcal/kg metabolic body weight (W0.75) (n=586). There was no effect of breed size and disease on dog’s ME intake. But we could found a significant difference between the ME intake of overweight, normal weight and underweight dogs (table 5). Table 5: Effect of over- and underweight on ME intake of dogs Weight N Median age (years) Median deviation from ideal weight (%) ME intake kcal/ actual kg W0.75 Mean ± SD overweight 62 7 15.2 86 ± 29a normal weight 478 5 0 98 ± 28b underweight 46 5.5 -14.5 119 ± 38c Means in the same column not sharing a superscript letter are significantly different (ANOVA, Holm-Sidak-Test, p < 0.05) Older dogs (>7 years, n= 149, 93 kcal/ kg W0.75) had a lower ME intake than younger ones (n= 313, 100 kcal/ kg W0.75) and intact males had a higher ME intake than the others (p < 0.001). Some breeds were above average: Jack Russell Terrier, Dalmatian, small Munsterlander and Magyar Viszla, Bearded Collies, Slight Hounds, German Boxers, English foxhounds, Rhodesian Ridgebacks and Flat Coated Retrievers with a mean ME intake of 113 kcal/ kg W0.75. The following breeds were below average: Dachshunds, Bichons, Westhighland White Terrier, Collies except Bearded Collies, Airedale Terriers, American Staffordshire terriers and Golden Retrievers with a mean ME intake of 82 kcal/ kg W0.75. This may not be a real breed difference but rather reflect the life style of owners preferring these breeds. The mean maintenance energy requirements of pet dogs are similar to that of kennel dogs who were old or do not exercise very much. These results suggest that opportunity and stimulus to exercise provided for pet dogs are lower than for kennel dogs. Reduced activity in pet dogs may level out part of potential effects of breed, medical history and age groups. ME requirements of client owned pet cats Data on 80 adult cats (median age: 9.0 years, median deviation from ideal weight: + 22.5%, majority neutered) at maintenance were available. 6% of the cats were healthy and the others had various chronic diseases. Data of the cats were evaluated for the factors deviation from ideal weight, age, gender, disease and type of feeding. Over- or underweight were defined as ≥ 15 % deviation from ideal body weight (W). Cat owner’s estimation of ideal W was higher than literature data (Kienzle and Moik 2011). Based on literature data 26.3 % of the pet cats were normal weight, 63.7 % overweight and 10 % underweight. The overall ME intake of all adult cats amounted to 96 ± 33 kcal/kg actual W0.67 (n=80). There was no effect of disease, age, gender and type of feeding on cat’s ME intake. We could found a significant difference between the ME intake of overweight, normal weight and underweight dogs and cats. Overweight cats ate considerably less than normal weight and underweight cats (table 6). Table 6: Effect of over- and underweight on ME intake of cats normal weight overweight underweight kcal ME/ kg W0.67 (n) 110 ± 36X (21) 86 ± 29Y (51) 117 ± 43X (8) Means in the same column not sharing a superscript letter are significantly different (ANOVA, Holm-Sidak-Test, p < 0.05). Maintenance energy requirements of normal weight pet cats are similar to recommendations (NRC 2006) when ideal weight of cats is based on data from Kienzle and Moik (2011).