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Schäfers, Matthias (2000): Untersuchungen zur Körperkonditionsbeurteilung bei Milchkühen der Rasse „Fleckvieh“ unter den Haltungsbedingungen des nördlichen Oberbayerns. Dissertation, LMU München: Tierärztliche Fakultät
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Abstract

Zur Klärung der Frage, ob das BCS-System nach EDMONSON et al. (1989) in der Version von METZNER et al. (1993) unter Praxisbedingungen auch beim Fleckvieh zur Überwachung des Ernährungszustandes geeignet ist, wurden die Komponenten des Systems und einige andere Beurteilungsmethoden mit der ultrasonographisch bestimmten Rückenfettdicke verglichen. Dazu wurden 421 Fleckviehkühe in 30 Betrieben während des Kalbezeitraums und in der Frühlaktation insgesamt mindestens fünfmal im monatlichen Abstand untersucht. Zusätzlich wurden Untersuchungen zur Reproduzierbarkeit der angewandten Methoden angestellt. Die Ergebnisse der Milchleistungsprüfung wurden für den Untersuchungszeitraum dokumentiert. In dem untersuchten Kollektiv von 421 Fleckviehkühen spiegelte die Rückenfettdicke die für die Frühlaktation typische Entwicklung des Ernährungszustandes von Milchkühen wider. Selbst im Bereich des Tiefpunktes dieser Entwicklung (36-95 Tage p.p.) lag die mittlere Rückenfettdicke mit zirka 51 mm deutlich über dem in der Literatur angegebenen Wert für verfettete HF-Kühe (35 mm). Die maximale fett-eiweißkorrigierte Milchleistung übte keinen nachweisbaren Einfluß auf die Veränderungen der Rückenfettdicke aus. Als Faktoren mit einer nachweisbaren Wirkung auf die Körperfettmobilisation konnten der Betrieb und die Rückenfettdicke bei der Kalbung identifiziert werden. Bei stärkerem Körperfettabbau traten signifikant höhere maximale Fett-Eiweiß-Quotienten auf. Das leicht modifizierte BCS-System ist prinzipiell auch beim Fleckvieh geeignet, die aktuelle Rückenfettdicke der Kuh so zu beschreiben, wie es auch von der Anwendung des BCS bei anderen Rassen angegeben wird.Die Bewertung der Dornfortsätze (BCS1) und der Lendenwirbelquerfortsätze (BCS3) bringt bei dieser Rasse - zumindest unter den in der Untersuchung vorliegenden Haltungs und Fütterungsbedingungen - keinen Vorteil. Kleine Änderungen der Körperkondition sind mit dem System insbesondere deshalb schlecht darstellbar, weil es nicht genügend Differenzierungsmöglichkeiten für die bei Fütterung von Maissilage ausgeprägten Fettdepots im Beckenbereich bietet.Das System beschreibt unter Vernachlässigung von BCS1 und BCS3 beim Fleckvieh die Rückenfettdicke mit r=0,77 und ihre Änderungen mit maximal r=0,56. Seine Komponenten sind innerhalb eines Untersuchers sehr gut reproduzierbar (r=0,88 bis r=0,95). Die getrennte palpatorische Beurteilung der Fettauflage von Hüft- und Sitzbeinhöcker erscheint aufgrund der meist erheblichen Unterschiede notwendig. Dabei sollte zur Dokumentation von starken Fettauflagerungen am Sitzbeinhöcker, die mit keiner Stelle der eigenen Hand mehr vergleichbar sind, eine zusätzliche Beurteilungsstufe eingeführt werden. Das angewandte BCS-System ist also auch bei Zweinutzungsrassen brauchbar, aber verbesserungswürdig. Mit den untersuchten Methoden zur Ergänzung oder weiteren Modifikation des Systems konnten aber keine deutlichen Fortschritte in dieser Richtung erzielt werden.

Abstract

In order to make clear if the BCS-System of EDMONSON et al. (1989) in the Version of METZNER et al. (1993) is also right for Simmental cattle under practically orientated conditions in order to observe the body condition, the components of the System and some other methods of assessment were compared to the thickness of backfat ascertained ultrasonographically. 421 cows on 30 farms were investigated during calving period and early lactation at least five times at regular monthly intervals. Additionally researches were made on the possibility to reproduce the methods applied. The results of milk recording were documented for the period of investigation. In the investigated collective of 421 cows the thickness of backfat reflected the typical development of the body condition of early lactating dairy cows. Even at the Minimum of this development (36 – 95 days p.p.) the average thickness of backfat (ca. 51 mm)was significantly higher than the data to be found in literature for fat HF-cows (35mm). The maximum fat and protein corrected milk yield did not have any verifiable influence on any changes of thickness of backfat. Factors of a verifiable effect on the mobilisation of body fat were the farm and the thickness of backfat at calving. Higher significant maximum fat-protein quotients occurred when body fat was strongly reduced. Principally the slightly modified BCS-system is suitable for Simmental dairy cows as well to describe the thickness of backfat in the same way as it is described concerning the application of BCS with other races.The validation of Spinous Processes (BCS 1) and Transverse Processes (BCS 3) does not have any advantage with this race – at least under the conditions of the author` s research. The reason why small changes of body condition can hardly be described with this system is because there are not enough possibilitis of Differentiation for the fatty deposits at the pelvic area when feeding silage of maize. The system describes (neglecting BCS 1 and BCS 3) the thickness of backfat with r=0,77 and its changes with r=0,56. Its components are easily reproducable ( r=0,88 to r=0,95) within one investigator. The seperate palpatorical judgement of the fat deposits above Tuber Coxae and Tuber Ischii seems to be necessary because of the mostly significant differences. For a documentation of heavy fat deposits above the Pin Bones, no longer comparable to any part of one`s own hand, an additional step of scoring should be introduced. The applied BCS-system can also be used for cows producing milk and beef like Simmental cows but it is capable of improvement. But no significant progress in this area was to be achieved by the investigated methods concerning supplementing or further modification of the system.