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Dietrich, Kristina (2013): Survivor-Reaktionen im Downsizing-Kontext: eine Metaanalyse. Dissertation, LMU München: Fakultät für Psychologie und Pädagogik
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Abstract

Diese Arbeit untersucht die Reaktionen der nach einem Personalabbau (Downsizing) verbleibenden Mitarbeiter (Survivors) eines Unternehmens. Dabei werden die für die Ausbildung von positiven und negativen Survivor-Reaktionen als relevant angenommenen Antezedenzien in einem integrativen Rahmenmodell dargestellt und in ihren Zusammenhängen untersucht. Besonders ist dabei der metaanalytische Untersuchungsansatz, der statistisch fundierte und verlässliche Aussagen zu zentralen Zusammenhängen von Evaluationsvariablen und Survivor-Reaktionen liefert. Dies ist angesichts sehr heterogener Ergebnisse aus publizierten Forschungsarbeiten von hoher Relevanz für die Survivor-Forschung und deren praktische Anwendung. Zur Beantwortung der Thematik wurde eine Metaanalyse nach Hedges und Olkin (1985) durchgeführt. Dafür wurden in einer umfangreichen Literaturrecherche von April 2009 bis Dezember 2010 achtzig veröffentlichte und unveröffentlichte Primärstudien mit achtundneunzig unabhängigen Stichproben aufgefunden und integriert, die Datensätze zu Survivor-Reaktionen nach einem Downsizing lieferten. Nach der Kodierung der einzelnen Studien erfolgten metaanalytische Berechnungen, die einige der untersuchten Zusammenhänge von jeweils zehn Evaluationsvariablen und Survivor-Reaktionen als generalisierbar ergaben. Darüber hinaus wurden integrierte und zunächst nicht aggregierbare Effektgrößen in Sensitivitätsanalysen auf ihre Stabilität hin geprüft und durch Moderatoren- bzw. Subgruppenanalysen in ihrer Heterogenität möglichst weiter reduziert. Dadurch ergeben sich insgesamt 40 verlässliche und auf eine gemeinsame Grundpopulation übertragbare Zusammenhänge zwischen Antezedenzien und Survivor-Reaktionen im Downsizing-Kontext von Unternehmen. Es zeigen sich prozedurale und interaktionale Gerechtigkeit sowie die erlebte Autonomie am Arbeitsplatz als die stärksten Prädiktoren positiver Survivor-Reaktionen. Auf Basis der erzielten Ergebnisse werden Lücken vor allem im deutschen Forschungskontext benannt und Implikationen für die praktische Durchführung von Downsizing-Maßnahmen abgeleitet. Letztere werden unterschieden hinsichtlich der Planung, Ankündigung, Umsetzung und des Nachhaltens von Downsizing-Maßnahmen. Die Berücksichtigung der diskutierten Aspekte kann Unternehmen dabei unterstützen, ihre unumgänglichen Personalabbauprozesse sorgfältig zu planen und mögliche Survivor-Reaktionen ausreichend zu berücksichtigen, um den mit negativen Survivor-Reaktionen einhergehenden Schaden für Unternehmen zu minimieren und damit den Erfolg eines Unternehmens langfristig zu sichern.

Abstract

This paper examines the reactions of remaining employees (survivors) of a company after a downsizing. Relevant antecedents for the formation of positive and negative survivor reactions will be shown in an integrated framework model and examined in their correlations. Unique is the meta-analytical study approach, which provides statistically sound and reliable information on the correlation of evaluation variables and key survivor reactions. This is in the face of very heterogeneous results from published research of high relevance for the survivor's research and its practical application. To answer this issue, a meta-analysis by Hedges and Olkin (1985) was carried out. For this purpose eighty published and unpublished primary studies with 98 independent samples which delivered the records of survivor reactions after downsizing have been located and integrated in a comprehensive literature review from April 2009 to December 2010. After the coding of the individual studies meta-analytic calculations were carried out, which showed some of the studied correlations of 10 variables and evaluation survivor reactions as generalizable. In addition, integrated, and at first not being summable effect sizes were checked in sensitivity analysis and assessed as stable and by moderating or subgroup analysis their heterogeneity was possibly further reduced. This results in a total of 40 reliable and on a common base population transferable relationships between antecedents and survivor reactions in the context of company downsizing. There are procedural and interactional justice, and enjoyed autonomy in the workplace which show as the strongest predictors of positive survivor reactions. Based on the obtained results gaps are identified, especially in the German research context and implications for the implementation of downsizing measures are derived. The latter are distinguished in terms of planning, notification, implementation and the follow-through implementation of downsizing measures. The consideration of the issues discussed can help companies plan their inevitable downsizing process carefully and to consider potential survivor reactions sufficiently in order to minimize the potential damage to businesses associated with negative survivor reactions and to ensure the success of a company's long-term.