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Albrecht, Angela (2003): Marginale Adaptation von stopfbaren Kompositen und Ormoceren in Klasse-II-Kavitäten. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Because of increasing aesthetic demands and the discussion about amalgam, composites are used more and more to restore posterior teeth. Packable composites and ormocers are discussed as better alternatives for amalgam as stress-bearing posterior restorations when compared to traditional hybrid composites. Aim of the study was to determine adhesive properties (quantitative and qualitative) by analysis with the SEM and by dye penetration of several packable materials in control by a traditional hybrid composite. Statistical analysis of the results showed significant differences among the tested materials. Surefil and Admira revealed the best adhesion to enamel and dentin, while Definite and Solitaire demonstrated inferior results. The control group Tetric ceram revealed for all measured data values in the middle of the range of the tested materials. The packable composites / ormocers comprise a rather inhomogeneous class of materials. The measured values of adhesion scatter in wide range. The use of these materials in stress – bearing posterior cavities cannot be recommended in general. Instead of amalgam substitutes they should be taken as amalgam alternatives that still must be improved and assert themselves in long - term clinical studies.

Abstract

Zahnfarbene plastische Füllungsmaterialien werden vom Patienten in zunehmendem Maße gewünscht. Auch die durch die Medien entfachten Diskussionen bezüglich postulierter Nebenwirkungen des Werkstoffes Amalgam ließen diesen Wunsch wachsen. Die Materialgruppe der stopfbaren Komposite und Ormocere wird als Amalgam-Ersatz im Seitenzahnbereich angesehen und soll eventuell Zahnärzten den Umstieg von der Amalgam- in die Komposittechnologie zu erleichtern. Eine amalgamähnliche Verarbeitungstechnik wird postuliert, ebenso wie eine leichtere Gestaltung des Approximalkontaktes und generell eine leichtere Modellierbarkeit. Auch die werkstoffkundlichen Eigenschaften sollten verbessert worden sein. Da zu den wichtigsten Zielen in der Füllungstherapie der bakteriendichte Kavitätenverschluss zur Vermeidung von Pulpairritationen und Sekundärkaries gehört, war es Aufgabe der folgenden Untersuchungen, durch eine In-vitro-Studie die Randqualität stopfbarer Komposite und Ormocere, in schmelz- und dentinbegrenzten Klasse-II-Kavitäten nach künstlicher Alterung zu bestimmen. Zur Kontrolle wurde eine Referenz-Gruppe mit einem langjährig erfolgreich auf dem Markt befindlichen Hybridkomposit untersucht. In 64 kariesfreie Molaren wurden standardisierte Klasse-II-Kavitäten präpariert, mit je einer approximalen Extension im Schmelz (1-1,5 mm koronal der Schmelz-Zement Grenze) und einer approximalen Extension im Dentin (1-1,5 mm unterhalb der Schmelz-Zement Grenze). Nach einer randomisierten Verteilung der Zähne auf acht Gruppen erfolgte eine Versorgung der Kavitäten, unter Beachtung der Herstellerangaben, mit den zu untersuchenden Materialien. Nach 48-stündiger Wasserlagerung erfolgte eine Thermowechselbelastung der Proben (5°/55°). Anschließend folgte die mechanische Belastung im Münchner Kausimulator (50 N, 50000 Zyklen, Last in Fossa, 3 mm Degussit-Antagonisten). Nach Replikaanfertigung wurden diese im REM bei 200-facher Vergrößerung entsprechend den Kriterien der qualitativen und quantitativen Randanalyse ausgewertet. Für eine zusätzlich durchgeführte Farbstoffpenetration (Methylenblau 5 %, 37 ºC, 24 h) wurden Sägeschnitte in mesio-distaler Richtung angefertigt (3 Fragmente pro Füllung => je 4 Meßpunkte in Schmelz und Dentin) und im Auflichtmikroskop (40-fache Vergrößerung) ausgewertet. Die Statistik wurde mit dem Kruskal-Wallis-H-Test bzw. die post hoc multiplen Vergleiche mit dem Mann-Whitney-U-Test (adjust. Alpha-Niveau) angefertigt. Die statistischen Analysen ergaben insgesamt unterschiedliche Ergebnisse sowohl im Schmelz als auch im Dentin für die REM-Analyse wie für die Farbstoffpenetration. In der REM Analyse erreichten Surefil und Admira die besten Ergebnisse im Schmelz wie im Dentin. Surefil zeigte mit 85,6 % perfektem Rand und 12,1 % Randspalt im Schmelz, wie 84,2 % perfektem Rand und 14,8 % Randspalt im Dentin die besten Ergebnisse, gefolgt von Admira mit 93,1 % perfektem Rand und 5,5 % Randspalt im Schmelz, wie 87,5 % perfektem Rand und 12,1 % Randspalt im Dentin. Solitaire und Definite ergaben weniger gute Ergebnisse in der REM Auswertung. Für Solitaire waren dies 47,4 % perfekter Rand und 45,2 % Randspalt im Schmelz sowie 31,4 % perfekter Rand und 66,6 % Randspalt im Dentin bei der REM-Analyse und für Definite waren dies 53,6 % perfekter Rand und 43,9 % Randspalt im Schmelz und 49,2 % perfekter Rand und 49,7 % Randspalt im Dentin. Hinsichtlich der Farbstoffpenetration zeigte Surefil 26-mal das Bewertungskriterium 0 im Schmelz und 10-mal das Bewertungskriterium 0 im Dentin. Solitaire zeigte 6-mal das Bewertungskriterium 0 im Schmelz und keinmal das Bewertungskriterium 0 im Dentin. Definite zeigte 7-mal das Bewertungskriterium 0 im Schmelz und keinmal das Bewertungskriterium 0 im Dentin. Im Vergleich REM zu Farbstoffpenetration zeigten sich deutliche Korrelationen. vor allem für die Materialien Surefil und Solitaire. Eine generelle Empfehlung kann für die stopfbaren Komposite und Ormocere ohne In-vivo-Untersuchungen im Seitenzahnbereich nicht ausgesprochen werden. Die These der Anwendung dieser Komposite als Amalgamersatz muss relativiert werden. Besser wäre zu sagen, dass die stopfbaren Komposite / Ormocere eine Materialgruppe mit interessanten Perspektiven als Amalgam-Alternative darstellen, deren momentaner Entwicklungsstand jedoch noch verbessert werden kann und sich in klinischen Langzeitstudien behaupten muss.