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Schorsch, Isabel (2007): Die posteriore Intravaginale Schlingeneinlage (IVS) zur Behandlung des Level-1-Defekts der Frau. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Nach der Integraltheorie von Petros und Ulmsten (1990,1993) lassen sich Stress-Urge-symptome sowie dysurische Beschwerden aus unterschiedlichen Gründen von einer Lockerheit der vaginalen Wand und ihrer unterstützenden Ligamente ableiten. Nach dem Prinzip „Rekonstruktion der Struktur ermöglicht Wiedererlangung der Funktion“ haben wir Patientinnen mit einem Level-1-Defekt und unterschiedlichen Symptomen behandelt. Durch eine posterioren intravaginalen Schlinge (IVS) aus Polypropylen haben wir die defekten oder fehlenden sacrouterinen Ligamente ersetzt. Betrachtet wurden in dieser Arbeit nur die Patienten mit posteriorer IVS, ohne eine Lyse des Blasenauslasses, eine anteriore Bandeinlage oder eine Cystozelenkorrektur. Zur Auswertungen kamen die präoperative Evaluierung und die 8 Monatsergebnisse.bei 36 Patientinnen. Intraoperativ kam es zu keiner Komplikation, postoperativ kam es bei einer Patientin zu einer Banderosion, die lokal exzidiert und bei einer weiteren kam es nach 8 Monaten zu einem subcutanen Abszess unterhalb der Austrittsstelle des Tunnelers. Insbesondere kam es in unserem Patientengut zu keiner Rektumverletzung und zu keinem signifikanten Blutverlust. Signifikante Ergebnisse zeigten sich bezüglich der Restharnbildung, bei 44 % (n=13) der Patientinnen kam es postoperativ zu einer restharnfreien Entleerung. Die Vorlagenzahl konnte von 3,8 Vorlagen/Tag auf 1,89 Vorlagen reduziert werden. Postoperativ brauchten 50 % der Patientinnen keine oder nur eine Vorlage. Das Symptom der Pollakisurie und Nykturie ließ sich anhand der täglichen und nächtlichen Miktionsfrequenz evaluieren. Bei einer Miktionsfrequenz von 10x tagsüber sank diese postoperativ auf eine Miktionsfrequenz von 8x im Durchschnitt, wobei nur 17 % der Patienten eine normale Miktionsfrequenz von 4-5x tagsüber, bei einer Trinkmenge von 1,5-2 l aufwiesen. Die Nykturie sank ebenfalls signifikant (p<0,001). Bei 50 % der Patientinnen lag die Frequenz bei 0-1x. Postoperativ verbesserte sich das Symptom der Stressharninkontinenz um 55 %. Der Lebensqualitätscore der Patientinnen verbesserte sich von 4,94 auf 2,96 (Lebensqualitätsskala von 0 [ausgezeichnet] bis 6 [sehr schlecht]). Nicht signifikant verbesserten sich postoperativ die Schmerzsymptome. Unsere hier vorgestellten ersten Ergebnisse mit der posterioren intravaginalen Schlingenplastik zur Behandlung des Level-1-Defektes zeigen gute postoperative Ergebnisse bei einer minimalen Komplikationsrate Weitere prospektive Studien vor allem mit Langzeitverlauf sind notwendig um diese Methode zu evaluieren und Komplikationen bezüglich des Materials abschätzen zu können. Um unterschiedliche Verfahren bewerten und vergleichen zu können, müssen objektive Meßmethoden weiter optimiert und standardisiert werden. Der rein vaginal und minimal invasive Eingriff der posterioren intravaginalen Schlingenplastik ermöglicht auch multimorbiden und älteren Patientinnen durch die geringe Komplikationsrate und geringe Belastung die Korrektur eines bestehenden Level-1-Defekts.