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Straub, Julia (2006): Das regionäre Rezidiv des Mammakarzinoms: Einflussfaktoren seiner Entwicklung. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Die systematische axilläre Dissektion wurde vor allem im Zuge der Etablierung der Wächterlymphknotenexzision zunehmend in Frage gestellt. Das aktuelle Vorgehen, im Falle eines negativen Sentinel-Lymphknotens auf eine weitere axilläre Dissektion zu verzichten, wurde zwar in mehreren Studien bezüglich der Staging-Genauigkeit, weniger aber bezüglich des Langzeitrisikos für das Auftreten von regionären Rezidiven eingehend untersucht. Ziel dieser Arbeit war es, dieses Risiko des Auftretens eines axillären Rezidivs im Generellen und in Abhängigkeit von einer unterschiedlich großen Anzahl resezierter Lymphknoten im Speziellen in der Langzeitbeobachtung zu prüfen. Es wurde ein Patientinnenkollektiv von 2961 Frauen untersucht, von denen 50 (1,69%) Patientinnen postoperativ an einem regionären Rezidiv erkrankten. Von diesen Frauen lag zum Zeitpunkt der Erstdiagnose bei 21 Patientinnen ein negativer und bei 29 ein positiver Nodalstatus vor. Die mediane Nachbeobachtungszeit der Lebenden betrug 72,73 Monate, die mediane Entwicklungszeit des regionären Rezidivs 18,90 Monate. In der multivariaten Analyse stellte sich heraus, dass die Anzahl der resezierten Lymphknoten bei den nodalnegativen Patientinnen keinen Einfluss auf die Entwicklung eines Regionär-Rezidivs hat (p=0,455). Dagegen zeigte sich bei den nodalpositiven Patientinnen ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Auftreten regionärer Rezidive und der Anzahl der entfernten Lymphknoten (p<0,001). Wir gehen somit davon aus, dass bei negativem Nodalstatus von einer weiteren axillären Dissektion kein Vorteil hinsichtlich des regionären Rezidiv-Risikos erwartet werden kann. Somit sollte diesen Frauen die Komplikationen einer systematischen Lymphknotenentfernung erspart werden. Nodalpositive Patientinnen dagegen scheinen deutlich von ihr zu profitieren, so dass bei ihnen weiterhin eine systematische Entfernung vorgenommen werden sollte. Die vorliegenden Ergebnisse unterstützen die aktuelle Vorgehensweise der Sentinel-Lymphknoten-Entfernung auch bezüglich des regionären Rezidivrisikos.