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Höfling, Katrin (2006): Thrombembolische Komplikationen und deren Determinanten nach Aortenklappen-Ersatz mit einer Sorin Bicarbon Doppelflügelprothese: Eine prospektive Analyse an 147 Patienten. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Trotz großer randomisierter Studien ist es bisher nicht möglich Unterschiede in der Inzidenz thrombembolischer Komplikationen nach Aortenklappenersatz zwischen verschiedenen mechanischen Klappen nachzuweisen, trotz erheblicher Differenz bezüglich des Klappendesigns. Die erhebliche Varianz veröffentlichter thrombembolischer Komplikationsraten für einen bestimmten Klappentyp veranlasste uns zu der Hypothese, dass eher patientenbezogene als klappenbezogene Risikofaktoren diese Heterogenität der Thrombembolieraten erklären könnten. In die Untersuchung wurden 147 Patienten nach isoliertem Aortenklappenersatz mit einer Sorin Bicarbon Doppelflügelprothese eingeschlossen. Innerhalb eines Beobachtungszeitraumes von 7,95+/-3,3 Jahren wurden 31 thrombembolische Komplikationen dokumentiert (21%). Dies entsprecht einer Thrombembolierate von 2,78%/Patientenjahr. Die meisten Verschlüsse lagen cerebral (68%) oder im Bereich retinaler Gefäße (29%). In einem Fall kam es zu einem peripheren Verschluss. Die wichtigsten Risikofaktoren thrombembolischer Komplikationen waren eine pAVK (p<0,0001), Vorhofflimmern (p=0,001), Carotisstenose (p=0,009), eine postoperative Endokarditisinfektion (p=0,01) sowie die präoperative NYHA Klassifikation (p=0,03). Patienten mit einem Risikofaktor hatten ein komplikationsfreies Überleben von 47,7% nach 12,5 Jahren, im Gegensatz zu 88,6% bei Patienten ohne Risikofaktor (p<0,0001). Der Quick-Wert bei embolischer Komplikation (32+/-14%) unterschied sich nicht wesentlich vom durchschnittlichen Quick-Wert (32+/-13%). Zusätzlich konnten erhöhte Blutfette als signifikanter negativer Prädiktor thrombembolischer Komplikationen nachgewiesen werden. Deshalb ist insbesondere in der Nachbetreuung von Klappenersatzpatienten besonders darauf zu achten, dass Fettstoffwechselstörungen nicht nur festgestellt, sondern auch adäquat medikamantös therapiert werden. Die vorliegende Arbeit weist darauf hin, dass die so genannten klappenassoziierten zerebrovaskulären Komplikationen durchaus nicht immer der Klappe zuzuordnen sind, sondern durch Komorbiditäten wie Arteriosklerose, insbesondere der hirnversorgenden Gefäße, Rhythmusstörungen und Endokarditis bedingt sein können.