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Coenen, Stephan (2006): Verletzungen beim Schlittenfahren. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Sportliche Betätigung – sei es spielerisch im Kindesalter, als Freizeitvergnügen oder als Leistungs- bzw. Spitzensport - besitzt in der heutigen Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Schlittenfahren bzw. Rodeln1) ist nach wie vor eine beliebte Wintersportart für Menschen nahezu jeden Alters aufgrund der individuellen Dosierbarkeit. Schlittenfahren als Freizeitaktivität besticht vor allem durch die Einfachheit seiner Ausführung, seiner langen Tradition und seiner unmittelbaren Nähe zur Natur. Frischgefallenen Schnee verbinden Kinder als auch Erwachsene häufig mit dem Wunsch, Schlittenfahren zu gehen. Trotz aller hinzugekommenen Trendsportarten ist der Reiz des Schlittenfahrens unter anderem auch in seiner gruppendynamischen Wirkung auf Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu sehen. Im Gegenteil dieses Freizeitvergnügen gewinnt zunehmend Anhänger jeden Alters dazu. Nahezu jede Gemeinde in Bayern mit den strukturellen Voraussetzungen bietet inzwischen eine oder mehrere Rodelbahnen an. Zu sehen ist dies in der stets in ihrem Umfang wachsenden Broschüre „Rodelspaß in Bayern und Tirol“ des deutschen Alpenvereins. Ungeachtet der zunehmenden Beliebtheit des Rodelns birgt dieses Freizeitvergnügen eine hohe Verletzungsgefahr in sich. Wie oft finden sich wirklich ideale äußere Bedingungen? Wie trainiert sollten Personen sein, die Schlitten fahren gehen? Oder anders ausgedrückt: Entsprechen die motorischen Fähigkeiten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen immer den äußeren Bedingungen? Wie oft bestehen gravierende Mängel in dem Zusammenspiel aus Rodelverhalten, Gelände, Witterung und Schnee, Fitness und Fahrtraining oder Ausrüstung und Technik? Trotz der weiten Verbreitung dieser Freizeitbeschäftigung und den damit zunehmenden, auch schweren bis tödlichen Sportverletzungen finden sich in der Literatur wenige Publikationen mit Daten über Häufigkeit, Ursache oder Prophylaxe. Ziel dieser Arbeit ist es, das Schlittenfahren in seinem Gefahrenpotential zu erfassen, Verletzungen ihrer Schwere und Ursache nach zu gewichten und Aussagen zur Unfallvermeidung zu erarbeiten. Die Arbeit basiert auf Daten der unfallchirurgischen Abteilung des Klinikums Rosenheim. Es handelt sich um eine retrospektive Studie für den Zeitraum 1992 – 2001. Aus Aktenmaterial der unfallchirurgischen Abteilung wurden 162 Patienten mit Schlittenunfällen gesichtet.