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Samuel, Vicky Victoria (2005): Früh- und mittelfristige Ergebnisse nach Koronarer Bypassoperation mit und ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine: Eine Analyse von verschiedenen Patientengruppen. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Fragestellung: Diese retrospektive Studie vergleicht die früh- und mittelfristigen Ergebnisse von koronaren Bypassoperationen mit und ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine und analysiert die Ergebnisse beider Techniken für verschiedene Patientengruppen. Zudem beschäftigt sie sich mit der Frage, ob man bei OPCAB-Patienten, eine Erhöhung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (Quality of Life/QOL), ein Nachlassen der kardialen Beschwerdesymptomatik und eine Reduktion der Häufigkeit benötigten Reinterventionen im mittelfristigen Follow up oder Nachbeobachtungszeitraum nachweisen kann. Methode: In der vorliegenden Studie wurden 330 OPCAB (Off Pump Coronary Arteria Bypass/Bypassoperation ohne Zuhilfenahme der Herz-Lungen-Maschine) Patienten, die zwischen November 1997 und April 2001 an der Ludwig Maximilians Universität München operiert wurden, aufgenommen. Diese 330 OPCAB Patienten wurden mit einer im Computer erstellten, gepaarten Kontrollgruppe von 330 Patienten verglichen, die einer konventionellen koronaren Bypassoperation unterzogen wurden. Die Gewinnung der Daten erfolgte aus der herzchirurgischen Datenbank. Aus den zwei Gruppen wurden Paare gebildet, die sich in Bezug auf Alter, Geschlecht, Auswurfsfraktion, Canadian Cardiovascular Society Klassifikation (CCS-Klassifikation), Begleiterkrankungen, Dringlichkeit und Anzahl des Bypassgrafts entsprachen. Von den zwei Hauptvergleichsgruppen (OPCAB & CABG) wurden jeweils vier Untergruppen gebildet: Hochrisiko-Patienten mit mehreren Begleiterkrankungen (Multimorbidität), Patienten mit schlechter Auswurffraktion, ältere Patienten und junge Patienten ohne relevante Begleiterkrankungen. Ergebnisse: In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass in der Hauptgruppe die OPCAB-Patienten eine signifikant kürzere Operationszeit (p=0,008), einen reduzierten Bedarf an postoperativen inotropen Medikamenten (p=0,041), eine kürzere postoperative Intubationszeit (p<0,001), einen kürzeren Intensiv- (p<0,001) und Krankenhausaufenthalt (p=0,006), eine niedrigere Transfusionsrate (p<0,001), ein reduziertes Auftreten von postoperative Myokardinfarkt (p=0,038) und eine geringere Krankenhausmortalität (p=0,024) aufweisen. Bei den multimorbiden Hochrisikopatienten der OPCAB-Gruppe konnte gezeigt werden, dass die multimorbiden Hochrisikopatienten eine kürzere Beatmungszeit , einen kürzeren Intensiv- und Krankenhausaufenthalt , einen reduzierten Blutverlust, eine niedrigere Transfusionsrate, sowie zusätzlich eine gesenkte Krankenhausmortalität im Vergleich zur CABG-Gruppe aufweisen. Des weiteren unterstützt diese Studie das Ergebnis des OPCAB-Verfahrens, bei der bei jungen gesunden Patienten eine kürzere Beatmungszeit, ein kürzerer Intensiv- und Krankenhausaufenthalt, ein reduzierter Blutverlust und eine niedrigere Transfusionsrate im Vergleich zur CABG-Gruppe nachgewiesen werden konnte. Bei den älteren Patienten der OPCAB- Gruppe konnte gezeigt werden, dass die postoperative Intubationszeit und die Dauer des Intensivaufenthaltes im Vergleich zur CABG-Gruppe signifikant kürzer waren. Dasselbe Ergebnis wurde ersichtlich bei Patienten mit eingeschränkter Auswurffraktion, deren postoperative Intubationszeit und deren Dauer des Intensivaufenthaltes ebenfalls signifikant kürzer ausfielen. Nach einem durchschnittlichen Verlaufsbeobachtungszeitraum von 43,8 Monaten (OPCAB) und 44,6 Monaten (CABG) zeigten sich in beiden Vergleichsgruppe keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Lebensqualität und der Komplikationsrate.