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Weissenbacher, Tobias (2004): Nachweis von Candida und Bestimmung der Zytokine Interleukin-4, Interleukin-5 und Interleukin-13 sowie von Prostaglandin E2, Candida-spezifischem IgE und Gesamt-IgE im Vaginalsekret bei Frauen mit Verdacht auf chronisch rezidivierende Vulvovaginalcandidose. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Das Krankheitsbild der chronisch rezidivierenden vulvovaginalen Candidose stellt sowohl diagnostisch als auch therapeutisch nach wie vor eine Herausforderung für den behandelnden Arzt dar. Wir untersuchten 104 Patientinnen, die klinisch Symptome wie Erythem, Pruritus, Brennen und weißlichen Fluor aufwiesen und mbei mindestens vier Episoden pro Jahr die Diagnose einer CRVVC gestellt wurde. Als Kontrollgruppe dienten 44 asymptomatische Patientinnen ohne anamnestische Pilzinfektion. Zum Nachweis von Candida und der Spezifizierung des Pilzes aus gewonnenem Vaginalsekret verwendeten wir sowohl die Methode der kulturellen Anzüchtung als die der PCR. Des Weiteren bestimmten wir mittels Elisa die Zytokine Interleukin-4, Interleukin-5, Interleukin-13 wie auch ProstaglandinE2, candidaspezifisches IgE und Gesamt-IgE aus dem Vaginalsekret. In der Gruppe der symptomatischen Patientinnen konnte bei nur 42,3% eine Pilzinfektion mittels PCR nachgewiesen werden, kulturell sogar nur bei 29,8% der Frauen, so dass bei 57,7% keine Pilzinfektion zum Zeitpunkt der Probenentnahme nachzuweisen war. Innerhalb der asymptomatischen und klinisch befundfreien Kontrollgruppe wurden 3 Patientinnen mit Hilfe der PCR positiv auf Candida getestet. Die Auswertung der Messergebnisse von IL-5, IL-13 und Gesamt-IgE zeigte im Vergleich der symptomatischen Patientinnen mit der Kontrollgruppe keine Zusammenhänge. Signifikante Unterschiede hingegen bestanden in der Konzentration von IL-4 (p<.0001), PgE2 (p<.0001) und candidaspezifischem IgE (p .02). Auch der Vergleich der symptomatischen Patientinnen, bei denen keine Pilzinfektion nachzuweisen war, mit der Kontrollgruppe zeigte für IL-4 (p< .0001) und PgE2 (p<.0001) signifikante Unterschiede; das candidaspezifische IgE war mit p<0.09 grenzwertig signifikant. Der Nachweis von IL-4 bei symptomatischen Patientinnen deutet auf eine lokale Immnsuppression als Ursache der Beschwerden hin. Erhöhte PgE2 – Werte, als auch der Nachweis von candidaspezifischem IgE, sprechen für ein allergisches Geschehen als Ursache der Symptomatik. Die Bestimmung von IL-4, PgE2 und candidaspezifischem IgE könnte somit, speziell bei symptomatischen Patientinnen ohne Pilznachweis, der Verifizierung der Beschwerden als auch der Anwendung neuer therapeutischer Möglichkeiten dienen. So könnte zum einen die Gabe von Immunstimulanzien bei erhöhten IL-4-Werten, als auch die Gabe von Antihistaminika und Prostaglandin-Synthese-Inhibitoren bei erhöhten PgE2-Konzentrationen und Nachweis von candidaspezifischem IgE neue Therapieformen und damit Besserung der chronischen Beschwerden ermöglichen. Das Ziel sollte eine Identifikation und Katalogisierung der Unterschiede in der Empfänglichkeit eines jeden Patienten für eine Infektion sein, so dass der Arzt in der Lage ist, abseits der üblichen Basistherapie eine speziell auf jede Patientin einzeln fokussiertes Therapieschema zu erstellen.