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Schmid, Ludwig (2011): Der diagnostische Wert von Labordaten bei Infektionen von Neugeborenen durch Streptokokken der Gruppe B: eine kritische Würdigung der AWMF-Leitlinien. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Die Neufassung der Leitlinien zur „Prophylaxe der Neugeborenensepsis – frühe Form – durch Streptokokken der Gruppe B“ vom Juli 2008 empfiehlt Kindern ohne klinische Zeichen einer Infektion von Müttern mit GBS-Besiedelung oder unbekanntem GBS-Status eine engmaschige Kontrolle für mindestens 48 Stunden und eine laborchemische Untersuchung auf Infektion (z. B. Differentialblutbild, IL-6/-8, CrP). Im Rahmen einer Studie habe ich Neugeborene (n=603) in drei Gruppen aufgeteilt: GBS-positive (n=46), GBS-negative (n=218) und GBS-unbekannte (n=339) Mutter. Es wurden die Parameter Leukozytenzahl, IL-6 und CrP bestimmt und statistisch betrachtet. Es kann gezeigt werden, dass signifikante Unterschiede bei den Leukozyten zwischen den Gruppen GBS positiv und GBS negativ (p=0.018) bestehen, sowie bei GBS positiv und GBS unbekannt (p=0.003). Kein Unterschied besteht zwischen GBS negativ und GBS unbekannt (p=0.195). Bei den Parametern IL-6 und CrP existiert kein signifikanter Unterschied in allen drei Gruppen. Ergebnis: Kein Laborparameter hat bei der Untersuchung der Population dazu geführt, die klinische Beurteilung des Neugeborenen zu verändern. Somit ist fraglich, ob Neugeborenen mit dem Risikofaktor „GBS-positiver Status der Mutter“ weiter empfohlen werden kann, Blut abzunehmen, da dadurch bis zu 30% der Neugeborenen als infiziert betrachtet und entsprechend intensivmedizinisch behandelt werden müssten.