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Lorenz, Gernot (2009): Der Einfluss von Eisenmangel auf die Schilddrüsenfunktion: Eine retrospektive Querschnittsstudie. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Eisenmangel und einer beeinträchtigten Schild-drüsenfunktion wurde in Humanstudien und im Rattenmodell belegt. Die vorliegende Studie sollte klären, ob ein Eisenmangel auch für die Schilddrüsenfunktion bei Patienten in Deutsch-land von Bedeutung ist. Hierzu wurden in einer retrospektiven Studie 188 euthyreote Schilddrüsepatienten einer en-dokrinologischen Universitätsambulanz in Deutschland anhand des Serum-Ferritin-Spiegels in eine Gruppe < 30 µg/l und eine > 30 µg/l eingeteilt und fT4, fT3 und TSH ausgewertet. Ausgeschlossen wurden Patienten mit schweren Allgemeinerkrankungen, Diabetes mellitus und Nierenerkrankungen sowie solche mit floriden Schilddrüsenerkrankungen, z.B. florider Autoimmunthyreoiditis oder Hyperthyreose. fT3 und fT4 waren in der Niedrig-Ferritin-Gruppe signifikant niedriger als in der Kontroll-gruppe ohne Eisenmangel. Die beiden Gruppen unterschieden sich nicht im TSH. Es zeigten sich schwache signifikante Korrelationen zwischen Serum-Ferritin und fT3 (p<0,001; r=0,26) bzw. fT4 (p<0,01; r=0,213). Zwischen Serum-Ferritin und TSH bestand keine signifikante Korrelation. Unsere Ergebnisse belegen, dass Eisenmangel den Schilddrüsenhormon-Metabolismus beein-trächtigt und auch in Deutschland bedeutend ist. Die Labordiagnostik sollte deshalb bei Schilddrüsenpatienten Serum-Ferritin beinhalten. Ab einem Wert < 30 µg/l ist eine Eisensub-stitution sinnvoll.