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Schauspiel im Wechsel der Kunstformen. eine empirische Studie zu den Differenzen zwischen Bühnen- und Filmschauspiel
Schauspiel im Wechsel der Kunstformen. eine empirische Studie zu den Differenzen zwischen Bühnen- und Filmschauspiel
Die vorliegende Arbeit untersucht die Differenzen zwischen Bühnen- und Filmschauspiel im deutschsprachigen Raum. Bislang liegt keine vertiefende Studie vor, die sich systematisch mit diesen Differenzen auseinandersetzt, wodurch eine Forschungslücke im schauspieltheoretischen Diskurs sichtbar wird. Ziel der Untersuchung war es daher, Unterschiede hinsichtlich schauspielerischer Arbeitsprozesse, künstlerischer Zugänge sowie berufsorganisatorischer Aspekte zu analysieren, zu systematisieren und theoretisch einzuordnen. Zugleich wird der gegenwärtige Ausbildungskontext berücksichtigt. Die bestehende Forschungslücke implizierte einen empirischen und praxeologischen Zugang. Hierfür wurden 14 Expert:inneninterviews mit renommierten Künstler:innen durchgeführt und das Datenmaterial mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, speziell im induktiven Verfahren, ausgewertet. Die Ergebnisse wurden im Anschluss mit schauspieltheoretischen und performativitätsbezogenen Ansätzen in Beziehung gesetzt und weitergeführt. Die Untersuchung zeigt, dass sich Filmschauspiel insbesondere durch fragmentierte Arbeitsprozesse, eine stärkere Internalisierung des Spiels sowie eine ausgeprägte selbstständige Vorbereitung auszeichnet. Bühnenschauspiel hingegen erscheint stärker im kollektiven Prozess verankert und auf eine größere Möglichkeit zur Spielstilisierung im ganzkörperlichen Ausdruck sowie auf die unmittelbare Wechselwirkung mit dem Publikum ausgerichtet. Gleichzeitig wird sichtbar, dass beiden Schauspielausprägungen grundlegende schauspielerische Prinzipien gemeinsam sind. Zudem verweist die Untersuchung auf unterschiedliche Ausbildungsanforderungen an Bühnen- und Filmschauspiel. Die Studie macht Schauspielkunst dabei als adaptive, intermediale, sich stetig entwickelnde und reflexive Kunstpraxis sichtbar und leistet damit einen Beitrag zur aktuellen Forschung in Schauspieltheorie sowie in Theater- und Filmwissenschaft., This study examines the differences between stage and film acting within the German-speaking context. To date, no comprehensive analysis has systematically addressed these differences, revealing a research gap within the acting theory discourse. The aim of this study was therefore to analyse, systematize, and theoretically contextualise differences in acting processes, artistic approaches, and professional organisational structures. At the same time, the contemporary context of actor training in the German-speaking context is taken into consideration. The existing research gap implied an empirical and praxeological approach. For this purpose, 14 expert interviews with renowned artists were conducted, and the material was analysed by using Philipp Mayring’s qualitative content analysis, specifically through an inductive procedure. The findings were subsequently related to and expanded through acting-theoretical and performativity-related approaches. The findings reveal that film acting is particularly characterised by fragmented working processes, a stronger internalisation of performance, and a pronounced degree of independent preparation. Stage acting, by contrast, appears to be more strongly embedded within collective processes and oriented towards greater possibilities of stylisation in full-body expression as well as direct interaction with the audience. At the same time, the results demonstrate that both specifications share constitutive acting principles. Furthermore, the study points to differing training requirements within stage and film acting. The dissertation ultimately presents acting as an adaptive, intermedial, continuously evolving, and reflexive artistic practice, thereby contributing to current research in acting theory as well as theatre and film studies.
Schauspielkunst, Filmschauspiel, Bühnenschauspiel, Intermedialität, Performativität, Schauspielausbildung, Expert:inneninterviews, Schauspieltheorie, Filmschauspieltheorie, künstlerische Praxis Acting, Film Acting, Stage Acting, Intermediality, Performativity, Actor Training, Expert Interviews, Acting Theory, Film Acting Theory, Artistic Profession, Artistic Practice, German-speaking Context
Kuhn, Esther
2026
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Kuhn, Esther (2026): Schauspiel im Wechsel der Kunstformen: eine empirische Studie zu den Differenzen zwischen Bühnen- und Filmschauspiel. Dissertation, LMU München: Faculty of History and the Arts
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Abstract

Die vorliegende Arbeit untersucht die Differenzen zwischen Bühnen- und Filmschauspiel im deutschsprachigen Raum. Bislang liegt keine vertiefende Studie vor, die sich systematisch mit diesen Differenzen auseinandersetzt, wodurch eine Forschungslücke im schauspieltheoretischen Diskurs sichtbar wird. Ziel der Untersuchung war es daher, Unterschiede hinsichtlich schauspielerischer Arbeitsprozesse, künstlerischer Zugänge sowie berufsorganisatorischer Aspekte zu analysieren, zu systematisieren und theoretisch einzuordnen. Zugleich wird der gegenwärtige Ausbildungskontext berücksichtigt. Die bestehende Forschungslücke implizierte einen empirischen und praxeologischen Zugang. Hierfür wurden 14 Expert:inneninterviews mit renommierten Künstler:innen durchgeführt und das Datenmaterial mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, speziell im induktiven Verfahren, ausgewertet. Die Ergebnisse wurden im Anschluss mit schauspieltheoretischen und performativitätsbezogenen Ansätzen in Beziehung gesetzt und weitergeführt. Die Untersuchung zeigt, dass sich Filmschauspiel insbesondere durch fragmentierte Arbeitsprozesse, eine stärkere Internalisierung des Spiels sowie eine ausgeprägte selbstständige Vorbereitung auszeichnet. Bühnenschauspiel hingegen erscheint stärker im kollektiven Prozess verankert und auf eine größere Möglichkeit zur Spielstilisierung im ganzkörperlichen Ausdruck sowie auf die unmittelbare Wechselwirkung mit dem Publikum ausgerichtet. Gleichzeitig wird sichtbar, dass beiden Schauspielausprägungen grundlegende schauspielerische Prinzipien gemeinsam sind. Zudem verweist die Untersuchung auf unterschiedliche Ausbildungsanforderungen an Bühnen- und Filmschauspiel. Die Studie macht Schauspielkunst dabei als adaptive, intermediale, sich stetig entwickelnde und reflexive Kunstpraxis sichtbar und leistet damit einen Beitrag zur aktuellen Forschung in Schauspieltheorie sowie in Theater- und Filmwissenschaft.

Abstract

This study examines the differences between stage and film acting within the German-speaking context. To date, no comprehensive analysis has systematically addressed these differences, revealing a research gap within the acting theory discourse. The aim of this study was therefore to analyse, systematize, and theoretically contextualise differences in acting processes, artistic approaches, and professional organisational structures. At the same time, the contemporary context of actor training in the German-speaking context is taken into consideration. The existing research gap implied an empirical and praxeological approach. For this purpose, 14 expert interviews with renowned artists were conducted, and the material was analysed by using Philipp Mayring’s qualitative content analysis, specifically through an inductive procedure. The findings were subsequently related to and expanded through acting-theoretical and performativity-related approaches. The findings reveal that film acting is particularly characterised by fragmented working processes, a stronger internalisation of performance, and a pronounced degree of independent preparation. Stage acting, by contrast, appears to be more strongly embedded within collective processes and oriented towards greater possibilities of stylisation in full-body expression as well as direct interaction with the audience. At the same time, the results demonstrate that both specifications share constitutive acting principles. Furthermore, the study points to differing training requirements within stage and film acting. The dissertation ultimately presents acting as an adaptive, intermedial, continuously evolving, and reflexive artistic practice, thereby contributing to current research in acting theory as well as theatre and film studies.