Logo Logo
FAQ
Contact
Switch language to German
Bewegungserhalt durch flexible Osteosynthesen in der Frakturversorgung an Becken und Wirbelsäule. eine biomechanische Versuchsreihe
Bewegungserhalt durch flexible Osteosynthesen in der Frakturversorgung an Becken und Wirbelsäule. eine biomechanische Versuchsreihe
Der Schwerpunkt der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeiten liegt auf der biomechanischen Untersuchung bewegungserhaltender Operationsverfahren in der orthopädisch-unfallchirurgischen Versorgung von Verletzungen des Beckens und der Halswirbelsäule. Ziel war es, Alternativen zu etablierten Fusions- und Osteosyntheseverfahren zu entwickeln und hinsichtlich ihrer Stabilität und ihres biomechanischen Verhaltens zu evaluieren. Im Bereich der Beckenchirurgie wurden neuartige flexible Osteosyntheseverfahren zur Versorgung von Beckenringverletzungen untersucht. Die biomechanische Testung erfolgte schrittweise zunächst an synthetischen Knochenmodellen, anschließend an isolierten humanen Präparaten und schließlich an kompletten Beckenpräparaten. Unter zyklischer Belastung wurden die flexiblen Verfahren mit etablierten rigiden Osteosynthesen verglichen. Dabei konnte gezeigt werden, dass flexible Konstrukte in ausgewählten Indikationen eine vergleichbare Stabilität erreichen und gleichzeitig das Potenzial für einen physiologischeren Bewegungserhalt des Beckenrings bieten. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung bewegungserhaltender Konzepte für traumatische Verletzungen der Halswirbelsäule. Hierbei wurde ein neuartiges Stabilisierungskonzept untersucht, das die Implantation einer Bandscheibenprothese mit einer zusätzlichen ligamentären Rekonstruktion mittels Knochenankern und Tape-Sutures kombiniert. Ziel war es, eine ausreichende Stabilität bei gleichzeitiger Erhaltung der segmentalen Beweglichkeit zu erzielen und damit eine Alternative zur anterioren zervikalen Diskektomie und Fusion zu schaffen. Die biomechanische Evaluation erfolgte ebenfalls stufenweise an synthetischen Modellen sowie an humanen Präparaten der Halswirbelsäule. Die Ergebnisse zeigten, dass das entwickelte Konstrukt eine effektive Stabilisierung bei Erhalt relevanter Bewegungsumfänge ermöglichen kann. Zusammenfassend leisten die Arbeiten einen Beitrag zur Entwicklung bewegungserhaltender Behandlungskonzepte in der Unfallchirurgie und Orthopädie. Sie zeigen, dass flexible und dynamische Stabilisierungssysteme sowohl im Bereich des Beckens als auch der Halswirbelsäule das Potenzial besitzen, die Vorteile einer ausreichenden biomechanischen Stabilität mit dem Erhalt physiologischer Beweglichkeit zu verbinden.
Biomechanik, Beckenchirurgie, Halswirbelsäule, Traumatologie, Orthopädie, flexible Osteosynthesen, minimalinvasiv
Cavalcanti Kußmaul, Adrian
2026
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Cavalcanti Kußmaul, Adrian (2026): Bewegungserhalt durch flexible Osteosynthesen in der Frakturversorgung an Becken und Wirbelsäule: eine biomechanische Versuchsreihe. Habilitationsschrift, LMU München: Faculty of Medicine
[thumbnail of Cavalcanti_Kussmaul_Adrian.pdf]
Preview
PDF
Cavalcanti_Kussmaul_Adrian.pdf

1MB

Abstract

Der Schwerpunkt der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeiten liegt auf der biomechanischen Untersuchung bewegungserhaltender Operationsverfahren in der orthopädisch-unfallchirurgischen Versorgung von Verletzungen des Beckens und der Halswirbelsäule. Ziel war es, Alternativen zu etablierten Fusions- und Osteosyntheseverfahren zu entwickeln und hinsichtlich ihrer Stabilität und ihres biomechanischen Verhaltens zu evaluieren. Im Bereich der Beckenchirurgie wurden neuartige flexible Osteosyntheseverfahren zur Versorgung von Beckenringverletzungen untersucht. Die biomechanische Testung erfolgte schrittweise zunächst an synthetischen Knochenmodellen, anschließend an isolierten humanen Präparaten und schließlich an kompletten Beckenpräparaten. Unter zyklischer Belastung wurden die flexiblen Verfahren mit etablierten rigiden Osteosynthesen verglichen. Dabei konnte gezeigt werden, dass flexible Konstrukte in ausgewählten Indikationen eine vergleichbare Stabilität erreichen und gleichzeitig das Potenzial für einen physiologischeren Bewegungserhalt des Beckenrings bieten. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung bewegungserhaltender Konzepte für traumatische Verletzungen der Halswirbelsäule. Hierbei wurde ein neuartiges Stabilisierungskonzept untersucht, das die Implantation einer Bandscheibenprothese mit einer zusätzlichen ligamentären Rekonstruktion mittels Knochenankern und Tape-Sutures kombiniert. Ziel war es, eine ausreichende Stabilität bei gleichzeitiger Erhaltung der segmentalen Beweglichkeit zu erzielen und damit eine Alternative zur anterioren zervikalen Diskektomie und Fusion zu schaffen. Die biomechanische Evaluation erfolgte ebenfalls stufenweise an synthetischen Modellen sowie an humanen Präparaten der Halswirbelsäule. Die Ergebnisse zeigten, dass das entwickelte Konstrukt eine effektive Stabilisierung bei Erhalt relevanter Bewegungsumfänge ermöglichen kann. Zusammenfassend leisten die Arbeiten einen Beitrag zur Entwicklung bewegungserhaltender Behandlungskonzepte in der Unfallchirurgie und Orthopädie. Sie zeigen, dass flexible und dynamische Stabilisierungssysteme sowohl im Bereich des Beckens als auch der Halswirbelsäule das Potenzial besitzen, die Vorteile einer ausreichenden biomechanischen Stabilität mit dem Erhalt physiologischer Beweglichkeit zu verbinden.