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Der Resilienzstatus bei Studierenden der Zahnmedizin. Interventionen zur Förderung der Resilienz
Der Resilienzstatus bei Studierenden der Zahnmedizin. Interventionen zur Förderung der Resilienz
Hintergrund Resilienz wird in der wissenschaftlichen Literatur je nach zugrunde liegenden Kriterien unterschiedlich definiert. Eine der am häufigsten verwendeten Definitionen beschreibt Resilienz als die „psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber biologischen, psychologi-schen und psychosozialen Entwicklungsrisiken“ (Wustmann, 2016). Um gezielte Maßnahmen zur Förderung von Resilienz entwickeln zu können, muss zunächst geklärt werden, in welchen Bereichen konkreter Trainingsbedarf besteht. Die vorliegende Studie untersucht daher den Resilienzstatus von Zahnmedizinstudierenden verschiedener Jahrgangsstufen an deutschen Universitäten. Ziel ist es, auf Basis der Ergebnisse gezielt das Resilienztraining nach Kiesewetter und Dimke (2018) durchzuführen und die Effekte darzustellen. Methoden: Die Studie gliedert sich in 3 Einzelstudien. Zur Erhebung des Resilienzstatus in Studie 1 und 2 wurde ein Fragebogen eingesetzt, der sich aus der 10-Item Connor-Davidson Resilience Scale (CD-RISC-10), der Maslach Burnout Inventory (MBI), der Negatives Selbstbild-Skala (NSBS) sowie fünf ergänzenden geschlossenen Fragen zusammensetzt. Insgesamt wurden 320 Fragebögen verteilt, wovon 184 zurückgesendet wurden (Rücklaufquote: 57,5 %; davon 43,7 % weiblich). Studie 3 umfasst die Datenerhebung pre- und post-Training und unterscheidet sich nur im post-Training-Fragebogen hinsichtlich der geschlossenen Fragen. Ergebnisse: Die Teilnehmenden zeigten insgesamt eine mittlere Ausprägung der Resilienz (M = 28,43; SD = 5,57). Besonders auffällig waren hohe Werte in den MBI-Subskalen „Emotionale Erschöpfung“ (M = 23,66; SD = 8,32) und „reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit“ (M = 33,69; SD = 8,47), was auf ein erhöhtes Burnout-Risiko hindeutet. Die Subskala „Depersonalisation“ (M = 5,04; SD = 5,50) blieb hingegen unauffällig. Das Selbstbild der Studierenden wurde insgesamt als gut bewertet (M = 1,72; SD = 0,69). Nach dem Resilienztraining nach Kiesewetter und Dimke (2018) steigt der Summen-Mittelwert der 10-Item CD-RISC statistisch signifikant mit hoher Effektstärke an: t(8)= -3,79, p=,003, d= 1,26, 95% Konfidenzintervall [-6,62, -1,61]. Ebenso weist die Subkom-ponente „Beunruhigung bezüglich sozialer Kompetenzen“ im gepaarten t-Test einen signifikanten Unterschied mit sehr großer Effektstärke auf, (t(8)= 5,03, p= <,001, d= 1,68, 95% Konfidenzintervall [2,95, 7,94]. Bei der Subkomponente „Beunruhigung über Anzeichen von Angst konnte kein signifikanter Unterschied festgestellt werden (t(8)= 1,58, p=,077, d= 0,53, 95% Konfidenzintervall [-1,08, 5,75]. Analog zu Studie 1 und Studie 2 verfügen die Teilnehmer/innen über ein gutes Selbstbild. Auch konnte bei den Subkomponenten der Maslach Burnout Inventory Skala keine signifikanten Unterschiede ermittelt werden. Schlussfolgerung: Zahnmedizinstudierende zeigen im Durchschnitt eine moderate Resilienz. Zwar besteht keine generelle Burnout-Gefährdung, jedoch deuten spezifische Belastungen – insbesondere emotionale Erschöpfung auf einen konkreten Interventionsbedarf hin. Das Resilienztraining nach Kiesewetter und Dimke (2018) zeigt im Hinblick auf den Resilienzscore und die Negatives-Selbstbild-Skala eine statistisch positive Veränderung mit großer bis sehr großer Effektstärke. Es werden weitergehende Studien bei Zahnmedizinstudierenden mit dem genannten Resilienztraining empfohlen, um eine größere Datenerhebung zu ermöglichen., Background: Resilience is defined in different ways depending on the criteria considered. One of the most frequently used definitions describes resilience as "the psychological resistance to biological, psychological, and psychosocial developmental risks" (Wustmann, 2016). In order to develop effective interventions to improve the resilience, it is first necessary to identify specific areas in which training is needed. This study investigates the resilience status of dental students from various academic years at German universities. Based on the results, the aim is to implement the resilience training developed by Kiesewetter and Dimke (2018) and evaluate its effects. Methods: The study is separated in three substudies. To assess resilience status in Studies 1 and 2, a questionnaire was used with the 10-item Connor-Davidson Resilience Scale (CD-RISC-10), the Maslach Burnout Inventory (MBI), the Negative Self-Image Scale (NSBS), and five additional closed-ended questions. A total of 320 questionnaires were distributed, with 184 returned (response rate: 57.5%; 43.7% female). In study 3 an analysis with data before and after resilience-training is used, with the post-training questionnaire differing only in the set of closed-ended questions. Results: Participants showed a moderate overall level of resilience (M = 28.43; SD = 5.57). Ele-vated scores were found in the MBI subscales “Emotional Exhaustion” (M = 23.66; SD = 8.32) and “Reduced Personal Accomplishment” (M = 33.69; SD = 8.47), suggesting an increased risk of burnout. In contrast, the “Depersonalization” subscale (M = 5.04; SD = 5.50) remained within normal limits. Overall, students reported a positive self-im-age (M = 1.72; SD = 0.69). Following the resilience training, the total 10-item CD-RISC-score improved significantly with a large effect size: t(8) = -3.79, p = .003, d = 1.26, 95% CI [-6.62, -1.61]. The subscale “Worry about social skills” also showed a significant im-provement with a very large effect size (t(8) = 5.03, p < .001, d = 1.68, 95% CI [2.95, 7.94]). No significant changes were observed in “Worry about signs of anxiety” (t(8) = 1.58, p = .077, d = 0.53, 95% CI [-1.08, 5.75]). Consistent with Studies 1 and 2, partici-pants maintained a generally positive self-image, and no significant changes were observed in the MBI subscales. Conclusion: Dental students exhibit a moderate level of resilience. Although they are not at general risk of burnout, specific stress factors—particularly emotional exhaustion—indicate a need for targeted support. The Kiesewetter and Dimke (2018) resilience training led to statistically significant improvements in resilience and self-image, with large to very large effect sizes. Further studies with larger samples are recommended to confirm these find-ings and assess the broader effectiveness of the intervention.
Resilienz, Resilience, Zahnmedizin, Zahnmedizinstudierende, Burnout, Resilienztraining, Resilienzförderung
Schwitters, Mia Tuyet
2026
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Schwitters, Mia Tuyet (2026): Der Resilienzstatus bei Studierenden der Zahnmedizin: Interventionen zur Förderung der Resilienz. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Hintergrund Resilienz wird in der wissenschaftlichen Literatur je nach zugrunde liegenden Kriterien unterschiedlich definiert. Eine der am häufigsten verwendeten Definitionen beschreibt Resilienz als die „psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber biologischen, psychologi-schen und psychosozialen Entwicklungsrisiken“ (Wustmann, 2016). Um gezielte Maßnahmen zur Förderung von Resilienz entwickeln zu können, muss zunächst geklärt werden, in welchen Bereichen konkreter Trainingsbedarf besteht. Die vorliegende Studie untersucht daher den Resilienzstatus von Zahnmedizinstudierenden verschiedener Jahrgangsstufen an deutschen Universitäten. Ziel ist es, auf Basis der Ergebnisse gezielt das Resilienztraining nach Kiesewetter und Dimke (2018) durchzuführen und die Effekte darzustellen. Methoden: Die Studie gliedert sich in 3 Einzelstudien. Zur Erhebung des Resilienzstatus in Studie 1 und 2 wurde ein Fragebogen eingesetzt, der sich aus der 10-Item Connor-Davidson Resilience Scale (CD-RISC-10), der Maslach Burnout Inventory (MBI), der Negatives Selbstbild-Skala (NSBS) sowie fünf ergänzenden geschlossenen Fragen zusammensetzt. Insgesamt wurden 320 Fragebögen verteilt, wovon 184 zurückgesendet wurden (Rücklaufquote: 57,5 %; davon 43,7 % weiblich). Studie 3 umfasst die Datenerhebung pre- und post-Training und unterscheidet sich nur im post-Training-Fragebogen hinsichtlich der geschlossenen Fragen. Ergebnisse: Die Teilnehmenden zeigten insgesamt eine mittlere Ausprägung der Resilienz (M = 28,43; SD = 5,57). Besonders auffällig waren hohe Werte in den MBI-Subskalen „Emotionale Erschöpfung“ (M = 23,66; SD = 8,32) und „reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit“ (M = 33,69; SD = 8,47), was auf ein erhöhtes Burnout-Risiko hindeutet. Die Subskala „Depersonalisation“ (M = 5,04; SD = 5,50) blieb hingegen unauffällig. Das Selbstbild der Studierenden wurde insgesamt als gut bewertet (M = 1,72; SD = 0,69). Nach dem Resilienztraining nach Kiesewetter und Dimke (2018) steigt der Summen-Mittelwert der 10-Item CD-RISC statistisch signifikant mit hoher Effektstärke an: t(8)= -3,79, p=,003, d= 1,26, 95% Konfidenzintervall [-6,62, -1,61]. Ebenso weist die Subkom-ponente „Beunruhigung bezüglich sozialer Kompetenzen“ im gepaarten t-Test einen signifikanten Unterschied mit sehr großer Effektstärke auf, (t(8)= 5,03, p= <,001, d= 1,68, 95% Konfidenzintervall [2,95, 7,94]. Bei der Subkomponente „Beunruhigung über Anzeichen von Angst konnte kein signifikanter Unterschied festgestellt werden (t(8)= 1,58, p=,077, d= 0,53, 95% Konfidenzintervall [-1,08, 5,75]. Analog zu Studie 1 und Studie 2 verfügen die Teilnehmer/innen über ein gutes Selbstbild. Auch konnte bei den Subkomponenten der Maslach Burnout Inventory Skala keine signifikanten Unterschiede ermittelt werden. Schlussfolgerung: Zahnmedizinstudierende zeigen im Durchschnitt eine moderate Resilienz. Zwar besteht keine generelle Burnout-Gefährdung, jedoch deuten spezifische Belastungen – insbesondere emotionale Erschöpfung auf einen konkreten Interventionsbedarf hin. Das Resilienztraining nach Kiesewetter und Dimke (2018) zeigt im Hinblick auf den Resilienzscore und die Negatives-Selbstbild-Skala eine statistisch positive Veränderung mit großer bis sehr großer Effektstärke. Es werden weitergehende Studien bei Zahnmedizinstudierenden mit dem genannten Resilienztraining empfohlen, um eine größere Datenerhebung zu ermöglichen.

Abstract

Background: Resilience is defined in different ways depending on the criteria considered. One of the most frequently used definitions describes resilience as "the psychological resistance to biological, psychological, and psychosocial developmental risks" (Wustmann, 2016). In order to develop effective interventions to improve the resilience, it is first necessary to identify specific areas in which training is needed. This study investigates the resilience status of dental students from various academic years at German universities. Based on the results, the aim is to implement the resilience training developed by Kiesewetter and Dimke (2018) and evaluate its effects. Methods: The study is separated in three substudies. To assess resilience status in Studies 1 and 2, a questionnaire was used with the 10-item Connor-Davidson Resilience Scale (CD-RISC-10), the Maslach Burnout Inventory (MBI), the Negative Self-Image Scale (NSBS), and five additional closed-ended questions. A total of 320 questionnaires were distributed, with 184 returned (response rate: 57.5%; 43.7% female). In study 3 an analysis with data before and after resilience-training is used, with the post-training questionnaire differing only in the set of closed-ended questions. Results: Participants showed a moderate overall level of resilience (M = 28.43; SD = 5.57). Ele-vated scores were found in the MBI subscales “Emotional Exhaustion” (M = 23.66; SD = 8.32) and “Reduced Personal Accomplishment” (M = 33.69; SD = 8.47), suggesting an increased risk of burnout. In contrast, the “Depersonalization” subscale (M = 5.04; SD = 5.50) remained within normal limits. Overall, students reported a positive self-im-age (M = 1.72; SD = 0.69). Following the resilience training, the total 10-item CD-RISC-score improved significantly with a large effect size: t(8) = -3.79, p = .003, d = 1.26, 95% CI [-6.62, -1.61]. The subscale “Worry about social skills” also showed a significant im-provement with a very large effect size (t(8) = 5.03, p < .001, d = 1.68, 95% CI [2.95, 7.94]). No significant changes were observed in “Worry about signs of anxiety” (t(8) = 1.58, p = .077, d = 0.53, 95% CI [-1.08, 5.75]). Consistent with Studies 1 and 2, partici-pants maintained a generally positive self-image, and no significant changes were observed in the MBI subscales. Conclusion: Dental students exhibit a moderate level of resilience. Although they are not at general risk of burnout, specific stress factors—particularly emotional exhaustion—indicate a need for targeted support. The Kiesewetter and Dimke (2018) resilience training led to statistically significant improvements in resilience and self-image, with large to very large effect sizes. Further studies with larger samples are recommended to confirm these find-ings and assess the broader effectiveness of the intervention.