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A study of the social milieu and learning habitus of older adults. biographical research focused on baby boomer generation in South Korea
A study of the social milieu and learning habitus of older adults. biographical research focused on baby boomer generation in South Korea
This study explores the transformative learning experiences of the South Korean baby boomer generation (born 1955–1963) within the context of a rapidly shifting “experience society.” As this generation navigates the risks of post-industrialization and retirement, their learning transcends mere leisure; it functions as a strategic navigation system for biographical repair and identity reconstruction. By integrating Whitehead’s process philosophy, Mannheim’s generation theory, and Bourdieu’s concept of habitus, this research examines how shared generational experiences are synthesized into enduring systems of dispositions. Using a mixed-method approach of qualitative interviews and Q-methodology, the study identifies eight social milieu types and four distinct categories of learning habitus: ‘Self-Directed Learning Habitus oriented toward Self-Actualization,’ ‘Instrumental Learning Habitus aimed at Life Transition,’ ‘Practical Learning Habitus Responsive to Social Change,’ and ‘Belief-based Learning Habitus oriented toward Social Transformation.’ A pivotal finding is that past ‘actual entities’—notably the latent democratization movement debt awareness—remain objectively immortal, acting as a powerful drive for altruistic social contribution in later life. Ultimately, the research redefines the baby boomer generation not as a monolithic cohort, but as a dynamic, heterogeneous process of ‘becoming.’ Their learning habitus represents a creative “concrescence” of traditional values and modern self-reflexivity, allowing them to transform biographical disruptions into a self-determined second act. This study provides critical insights for developing customized educational platforms, such as service-learning, that align with the diverse generational “entelechy” and social milieus of adult learners., 1. Einführung: Kontext und Relevanz Der Übergang zur spätmodernen „Erfahrungsgesellschaft“ zwingt das Individuum dazu, traditionelle Stabilität gegen eine riskante, aber autonome Lebensgestaltung einzutauschen. In diesem Spannungsfeld steht die südkoreanische Babyboomer-Generation (1955–1963). Obwohl sie als Architekten des wirtschaftlichen Aufstiegs und der Demokratisierung gelten, sehen sie sich heute mit der Prekarität des Alterns und der Notwendigkeit einer biografischen Neuorientierung konfrontiert. Jenseits bloßer Rentenfragen wird das lebenslange Lernen für sie zu einem existenziellen Instrument, um soziale Teilhabe und persönliche Integrität im Ruhestand neu zu verhandeln. 2. Theoretischer Rahmen: Von der Prozessphilosophie zum Habitus Diese Arbeit bricht mit statischen Generationenmodellen und schlägt stattdessen eine Brücke zwischen Alfred North Whiteheads Prozessphilosophie und Karl Mannheims Wissenssoziologie. Generationen werden hier nicht als starre Kohorten, sondern als dynamische subjektive Formen verstanden, die sich im Prozess des Werdens befinden. Das Konzept der Entelechie dient dabei als Schlüssel, um das kollektive Bewusstsein und den spezifischen Stil dieser Generation zu fassen. In Verbindung mit Pierre Bourdieus Habitus-Konzept wird analysiert, wie historische Erschütterungen – von der Industrialisierung bis zur IMF-Krise – in dauerhafte Lernorientierungen (Lernhabitus) transformiert wurden. 3. Methodik: Die Verbindung von Biografie und Struktur Um die subjektive Tiefe der Lernerfahrungen greifbar zu machen, nutzt die Studie ein triangulatives Design. Zehn narrative Interviews bilden das Herzstück der Untersuchung, ergänzt durch die Q-Methodologie, die subjektive Wertmuster quantifizierbar macht. Dieser Ansatz erlaubt es, das soziale Milieu nicht nur als äußeren Rahmen, sondern als gelebten Raum (konjunktiver Erfahrungsraum) zu begreifen, in dem sich der individuelle Lernhabitus entfaltet. 4. Ergebnisse: Lernhabitus als biografische Navigation Die Analyse zeigt, dass Lernen für südkoreanische Babyboomer weit mehr ist als Wissenserwerb; es ist ein Akt der „biografischen Reparatur”. Besonders prägend ist das „Schuldbewusstsein gegenüber der Demokratisierungsbewegung”, das als objektiv unsterbliches Element (objective immortality) bis in den Ruhestand wirkt und heute in altruistisches Engagement mündet. Die Studie identifiziert vier fundamentale Typen des Lernhabitus: 1) Selbstverwirklichungsorientierter Habitus: Fokus auf intellektuelle Autonomie (Personen A, B, O). 2) Instrumenteller Habitus: Strategische Bewältigung von Lebensübergängen (Personen E, F, S). 3) Praktisch-adaptiver Habitus: Flexible Reaktion auf sozialen Wandel (Personen M, J). 4) Glaubensbasierter Habitus: Ausrichtung auf soziale Transformation und Ökologie (Personen W, D). 5. Schlussfolgerungen und Ausblick Die Arbeit plädiert für eine kontextsensitive Erwachsenenbildung, die den Babyboomer nicht als passives Objekt des demografischen Wandels, sondern als aktiven „Navigator” seiner eigenen Lebensgeschichte begreift. Die Ergebnisse fordern maßgeschneiderte Bildungsplattformen – etwa für „Service-Learning” –, die es dieser Generation ermöglichen, ihre historischen Lasten in soziale Werte zu transformieren. Letztlich zeigt die Studie, dass die Identität der Babyboomer kein abgeschlossenes Produkt, sondern ein fortwährender Prozess der kreativen Synthese ist.
Baby Boomers, Generation, Learning Habitus, Social Milieu
Wi, Mi Na
2026
English
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Wi, Mi Na (2026): A study of the social milieu and learning habitus of older adults: biographical research focused on baby boomer generation in South Korea. Dissertation, LMU München: Faculty of Psychology and Educational Sciences
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Abstract

This study explores the transformative learning experiences of the South Korean baby boomer generation (born 1955–1963) within the context of a rapidly shifting “experience society.” As this generation navigates the risks of post-industrialization and retirement, their learning transcends mere leisure; it functions as a strategic navigation system for biographical repair and identity reconstruction. By integrating Whitehead’s process philosophy, Mannheim’s generation theory, and Bourdieu’s concept of habitus, this research examines how shared generational experiences are synthesized into enduring systems of dispositions. Using a mixed-method approach of qualitative interviews and Q-methodology, the study identifies eight social milieu types and four distinct categories of learning habitus: ‘Self-Directed Learning Habitus oriented toward Self-Actualization,’ ‘Instrumental Learning Habitus aimed at Life Transition,’ ‘Practical Learning Habitus Responsive to Social Change,’ and ‘Belief-based Learning Habitus oriented toward Social Transformation.’ A pivotal finding is that past ‘actual entities’—notably the latent democratization movement debt awareness—remain objectively immortal, acting as a powerful drive for altruistic social contribution in later life. Ultimately, the research redefines the baby boomer generation not as a monolithic cohort, but as a dynamic, heterogeneous process of ‘becoming.’ Their learning habitus represents a creative “concrescence” of traditional values and modern self-reflexivity, allowing them to transform biographical disruptions into a self-determined second act. This study provides critical insights for developing customized educational platforms, such as service-learning, that align with the diverse generational “entelechy” and social milieus of adult learners.

Abstract

1. Einführung: Kontext und Relevanz Der Übergang zur spätmodernen „Erfahrungsgesellschaft“ zwingt das Individuum dazu, traditionelle Stabilität gegen eine riskante, aber autonome Lebensgestaltung einzutauschen. In diesem Spannungsfeld steht die südkoreanische Babyboomer-Generation (1955–1963). Obwohl sie als Architekten des wirtschaftlichen Aufstiegs und der Demokratisierung gelten, sehen sie sich heute mit der Prekarität des Alterns und der Notwendigkeit einer biografischen Neuorientierung konfrontiert. Jenseits bloßer Rentenfragen wird das lebenslange Lernen für sie zu einem existenziellen Instrument, um soziale Teilhabe und persönliche Integrität im Ruhestand neu zu verhandeln. 2. Theoretischer Rahmen: Von der Prozessphilosophie zum Habitus Diese Arbeit bricht mit statischen Generationenmodellen und schlägt stattdessen eine Brücke zwischen Alfred North Whiteheads Prozessphilosophie und Karl Mannheims Wissenssoziologie. Generationen werden hier nicht als starre Kohorten, sondern als dynamische subjektive Formen verstanden, die sich im Prozess des Werdens befinden. Das Konzept der Entelechie dient dabei als Schlüssel, um das kollektive Bewusstsein und den spezifischen Stil dieser Generation zu fassen. In Verbindung mit Pierre Bourdieus Habitus-Konzept wird analysiert, wie historische Erschütterungen – von der Industrialisierung bis zur IMF-Krise – in dauerhafte Lernorientierungen (Lernhabitus) transformiert wurden. 3. Methodik: Die Verbindung von Biografie und Struktur Um die subjektive Tiefe der Lernerfahrungen greifbar zu machen, nutzt die Studie ein triangulatives Design. Zehn narrative Interviews bilden das Herzstück der Untersuchung, ergänzt durch die Q-Methodologie, die subjektive Wertmuster quantifizierbar macht. Dieser Ansatz erlaubt es, das soziale Milieu nicht nur als äußeren Rahmen, sondern als gelebten Raum (konjunktiver Erfahrungsraum) zu begreifen, in dem sich der individuelle Lernhabitus entfaltet. 4. Ergebnisse: Lernhabitus als biografische Navigation Die Analyse zeigt, dass Lernen für südkoreanische Babyboomer weit mehr ist als Wissenserwerb; es ist ein Akt der „biografischen Reparatur”. Besonders prägend ist das „Schuldbewusstsein gegenüber der Demokratisierungsbewegung”, das als objektiv unsterbliches Element (objective immortality) bis in den Ruhestand wirkt und heute in altruistisches Engagement mündet. Die Studie identifiziert vier fundamentale Typen des Lernhabitus: 1) Selbstverwirklichungsorientierter Habitus: Fokus auf intellektuelle Autonomie (Personen A, B, O). 2) Instrumenteller Habitus: Strategische Bewältigung von Lebensübergängen (Personen E, F, S). 3) Praktisch-adaptiver Habitus: Flexible Reaktion auf sozialen Wandel (Personen M, J). 4) Glaubensbasierter Habitus: Ausrichtung auf soziale Transformation und Ökologie (Personen W, D). 5. Schlussfolgerungen und Ausblick Die Arbeit plädiert für eine kontextsensitive Erwachsenenbildung, die den Babyboomer nicht als passives Objekt des demografischen Wandels, sondern als aktiven „Navigator” seiner eigenen Lebensgeschichte begreift. Die Ergebnisse fordern maßgeschneiderte Bildungsplattformen – etwa für „Service-Learning” –, die es dieser Generation ermöglichen, ihre historischen Lasten in soziale Werte zu transformieren. Letztlich zeigt die Studie, dass die Identität der Babyboomer kein abgeschlossenes Produkt, sondern ein fortwährender Prozess der kreativen Synthese ist.