Logo Logo
FAQ
Contact
Switch language to German
Sprachkontrastive Studie zur Verwendung historischer und gegenwärtiger Modefarbwörter im Deutschen und Chinesischen
Sprachkontrastive Studie zur Verwendung historischer und gegenwärtiger Modefarbwörter im Deutschen und Chinesischen
Die vorliegende Dissertation untersucht die Bildung und Verwendung von Modefarbwörtern im Deutschen und Chinesischen aus einer sprachvergleichenden Perspektive. Ziel der Arbeit ist es, die strukturellen, semantischen sowie pragmatischen Eigenschaften dieser Farbbezeichnungen zu analysieren und deren diachrone Entwicklung sowie synchrone Variation im Kontext gesellschaftlicher und kultureller Einflussfaktoren zu erfassen. Die Untersuchung basiert auf vier eigens erstellten Korpora, die historische und gegenwärtige Modequellen in beiden Sprachen umfassen. Auf dieser Grundlage werden Modefarbwörter systematisch in ihre konstitutiven Bestandteile zerlegt, nämlich Grundfarbwörter, Farbqualitätsmodifikatoren sowie Farbträger. Die Analyse erfolgt unter besonderer Berücksichtigung der morphologischen Struktur, der semantischen Differenzierung sowie der funktionalen Verwendung in unterschiedlichen Diskurskontexten. Die Ergebnisse zeigen, dass die grundlegenden Wortbildungsmuster in beiden Sprachen über die Zeit hinweg weitgehend stabil bleiben, während sich die Vielfalt der Farbqualitätsmodifikatoren und Farbträgermuster im Vergleich zu den historischen Datenbanken deutlich erhöht. Insbesondere in den gegenwärtigen Datenbanken wird eine stärkere Verknüpfung von Farbbezeichnungen mit emotionalen, kulturellen und ästhetischen Assoziationen sichtbar. Darüber hinaus lässt sich eine sprachübergreifende Angleichung der Farbträgermuster beobachten, die im Zusammenhang mit globalen Kommunikations- und Konsumprozessen steht. Diese Befunde verdeutlichen, dass Modefarbwörter nicht ausschließlich durch sprachinterne Strukturen bestimmt werden, sondern in einem komplexen Zusammenspiel von Wahrnehmung, Sprache und kulturellen Praktiken entstehen. Vor diesem Hintergrund trägt die Arbeit zur Weiterentwicklung der Farbforschung bei, indem sie die dichotome Gegenüberstellung von sprachlichem Relativismus und Universalismus kritisch reflektiert und durch ein mehrdimensionales Modell ergänzt. Dieses Modell versteht Modefarbwörter als Ergebnis der Zusammensetzung von Grundfarbwörtern, Farbqualitätsmodifikatoren und Farbträgern und bietet einen integrativen analytischen Rahmen zur Untersuchung ihrer diachronen Entwicklung, ihrer sprachvergleichenden Variation sowie der zugrunde liegenden semantischen und kulturellen Mechanismen im Deutschen und Chinesischen.
Modefarbwörter, Farbsemantik, Deutsch-Chinesischer Vergleich, Sprachwandel, Wortbildung
Li, Linghe
2025
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Li, Linghe (2025): Sprachkontrastive Studie zur Verwendung historischer und gegenwärtiger Modefarbwörter im Deutschen und Chinesischen. Dissertation, LMU München: Faculty for Languages and Literatures
[thumbnail of Li_Linghe.pdf]
Preview
PDF
Li_Linghe.pdf

6MB

Abstract

Die vorliegende Dissertation untersucht die Bildung und Verwendung von Modefarbwörtern im Deutschen und Chinesischen aus einer sprachvergleichenden Perspektive. Ziel der Arbeit ist es, die strukturellen, semantischen sowie pragmatischen Eigenschaften dieser Farbbezeichnungen zu analysieren und deren diachrone Entwicklung sowie synchrone Variation im Kontext gesellschaftlicher und kultureller Einflussfaktoren zu erfassen. Die Untersuchung basiert auf vier eigens erstellten Korpora, die historische und gegenwärtige Modequellen in beiden Sprachen umfassen. Auf dieser Grundlage werden Modefarbwörter systematisch in ihre konstitutiven Bestandteile zerlegt, nämlich Grundfarbwörter, Farbqualitätsmodifikatoren sowie Farbträger. Die Analyse erfolgt unter besonderer Berücksichtigung der morphologischen Struktur, der semantischen Differenzierung sowie der funktionalen Verwendung in unterschiedlichen Diskurskontexten. Die Ergebnisse zeigen, dass die grundlegenden Wortbildungsmuster in beiden Sprachen über die Zeit hinweg weitgehend stabil bleiben, während sich die Vielfalt der Farbqualitätsmodifikatoren und Farbträgermuster im Vergleich zu den historischen Datenbanken deutlich erhöht. Insbesondere in den gegenwärtigen Datenbanken wird eine stärkere Verknüpfung von Farbbezeichnungen mit emotionalen, kulturellen und ästhetischen Assoziationen sichtbar. Darüber hinaus lässt sich eine sprachübergreifende Angleichung der Farbträgermuster beobachten, die im Zusammenhang mit globalen Kommunikations- und Konsumprozessen steht. Diese Befunde verdeutlichen, dass Modefarbwörter nicht ausschließlich durch sprachinterne Strukturen bestimmt werden, sondern in einem komplexen Zusammenspiel von Wahrnehmung, Sprache und kulturellen Praktiken entstehen. Vor diesem Hintergrund trägt die Arbeit zur Weiterentwicklung der Farbforschung bei, indem sie die dichotome Gegenüberstellung von sprachlichem Relativismus und Universalismus kritisch reflektiert und durch ein mehrdimensionales Modell ergänzt. Dieses Modell versteht Modefarbwörter als Ergebnis der Zusammensetzung von Grundfarbwörtern, Farbqualitätsmodifikatoren und Farbträgern und bietet einen integrativen analytischen Rahmen zur Untersuchung ihrer diachronen Entwicklung, ihrer sprachvergleichenden Variation sowie der zugrunde liegenden semantischen und kulturellen Mechanismen im Deutschen und Chinesischen.