| Hartmann, Simon (2026): Assoziationsuntersuchung von Polymorphismen im Neuregulin 3-Gen mit der Schizophrenie und Gedächtnisfunktionen. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine |
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Abstract
Der Einfluss genetischer Faktoren auf die Schizophrenie, sowie der damit verbundenen kognitiven Defizite wurde bereits durch eine Vielzahl von Studien nachgewiesen. Beide Phänotypen sind jedoch äußerst heterogen und unterliegen einer Vielzahl von endo- und exogenen Faktoren. Aufgrund der postulierten Pathophysiologie der Schizophrenie als einer Hirnentwicklungsstörung, die sich u.a. in Defiziten spezifischer kognitiver Domänen darstellt, sind gemeinsame genetische Dispositionen denkbar. Das Neuregulin 3 (NRG3)-Gen wurde aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Neuregulingenfamilie bereits als Kandidatengen diskutiert und mögliche Einflüsse auf Schizophrenie, kognitive Leistung bei Schizophrenie (insbesondere im Bereich Aufmerksamkeit), Alzheimer-Demenz (Erkrankungsrisiko und -zeitpunkt), sowie Zusammenhänge mit der Physiologie kritischer Gehirnareale für die Gedächtnisfunktion beschrieben. Um den Zusammenhang zur Schizophrenie zu validieren und die Relevanz weiterer kognitiver Leistungsaspekte zu prüfen wurden, in dieser Arbeit 20 Variationen des NRG3-Gens an 178 Schizophreniepatienten und 347 Kontrollen auf eine Assoziation einerseits zur Schizophrenie, sowie andererseits zu kognitiven Leistungen, gemessen mit der revidierten Wechsler Memory Skala (WMS-R) untersucht. Dabei konnten Zusammenhänge zwischen 4 SNPs in 2 LD-Blöcken (rs11595793 und rs1336290, sowie rs2622807 und rs635481) und der Schizophrenie identifiziert werden, wobei sich das jeweils seltenere Allel als Risikoallel für Schizophrenie darstellte. In Bezug zur Gedächtnisleistung waren die minoren Allele von ebenfalls 4 SNPs (rs168199 und rs561623, rs2820108, rs7088441) eher bei schlechterer Leistung zu finden. Für die im LD liegenden Varianten rs168199 und rs561623 konnte diese Assoziation mit der Leistung im "Allgemeinen Gedächtnis" und der "Verzögerten Wiedergabe" in der Haplotypanalyse bestätigt werden. Eine Überlappung zwischen Assoziationen zur Schizophrenie einerseits und zu Gedächtnisleistungen andererseits zeigte sich für die SNPs rs2622807 und rs635481, bzw. dem dadurch gebildeten LD-Block 2, wobei die Risikoallele für Schizophrenie eher bei besseren Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistungen beobachtet werden konnten. Diese Ergebnisse können als weitere Hinweise auf eine mögliche Beteiligung des NRG3-Gens an der Schizophrenie sowie kognitiver Leistungen gewertet werden, bedürfen jedoch aufgrund der geringen Stichprobengröße einer Replikation. Insbesondere die genaue Funktion der verschiedenen Varianten von NRG3 im zentralen Nervensystem sowie mögliche Angriffspunkte zur Einflussnahme (z.B. für Medikamente) wären in Zukunft für Schizophrenie und Gedächtnisleistungsstörungen von großem Interesse.
| Item Type: | Theses (Dissertation, LMU Munich) |
|---|---|
| Subjects: | 600 Technology, Medicine 600 Technology, Medicine > 610 Medical sciences and medicine |
| Faculties: | Faculty of Medicine |
| Language: | German |
| Date of oral examination: | 26. February 2026 |
| 1. Referee: | Rujescu, Dan |
| MD5 Checksum of the PDF-file: | ee707b02dbcdf2c2fd21bed5426904ff |
| Signature of the printed copy: | 0700/UMD 22742 |
| ID Code: | 36741 |
| Deposited On: | 24. Apr 2026 11:01 |
| Last Modified: | 24. Apr 2026 11:02 |