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Ganztagsschule: Renaissance einer alten Lichtgestalt?. der Einfluss verschiedener Betreuungsformen während des Grundschulbesuchs
Ganztagsschule: Renaissance einer alten Lichtgestalt?. der Einfluss verschiedener Betreuungsformen während des Grundschulbesuchs
Spätestens seit den Ergebnissen der ersten PISA-Studie steht das deutsche Bildungssystem im Zentrum öffentlicher Debatten. Der nachweislich starke Einfluss familiärer Hintergründe auf Schulleistungen gilt als wesentlicher Impuls für bildungspolitische Reformen und den Ausbau der Ganztagsschule. Gleichzeitig wird die Ganztagsschule im Zuge aktueller Modernisierungsprozesse zunehmend als Antwort auf vielfältige gesellschaftliche Herausforderungen verstanden. Ein historischer Rückblick zeigt allerdings, dass es sich um eine bereits lange diskutierte Reformidee handelt. Bis heute bleibt jedoch offen, ob die Ganztagsschule die hohen Erwartungen tatsächlich erfüllt. Die vorliegende Arbeit untersucht die ganztägige Betreuungslandschaft in der Grundschule und insbesondere die Rolle der Schule als Sozialisationsinstanz im Zusammenspiel mit der Familie. Auf Basis von Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) werden verschiedene Facetten der individuellen Entwicklung von Grundschulkindern analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass differenzierte Betrachtungen notwendig sind und keine eindeutige Antwort darauf möglich ist, ob der aktuelle Ausbau der Ganztagsschule die erwarteten Wirkungen erzielt und tatsächlich als Renaissance einer alten Lichtgestalt gelten kann. Fabian Siegel studierte Pädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und schloss sein Studium 2019 ab. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig und promovierte 2025 mit der vorliegenden Dissertation. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit familiär bedingten Bildungsungleichheiten sowie dem Wandel des deutschen Bildungssystems, insbesondere in den Bereichen Schulentwicklung und frühkindliche Bildung., Ever since the widely noted results of the first PISA study, the German education system has been at the center of public debate. The repeatedly confirmed influence of family background on students’ performance is considered a key driver of education policy reforms and the nationwide expansion of all-day schooling. In the context of current modernization processes, all-day schools are increasingly regarded as a response to a wide range of societal challenges. Moreover, a historical perspective shows that this reform idea is by no means new. To date, however, it remains unclear whether all-day schools in Germany are living up to the high expectations placed upon them. This study examines the landscape of all-day provision in primary schools and, in particular, the role of schools as institutions of socialization in their interaction with families. Drawing on data from the National Education Panel (NEPS), it analyzes various dimensions of primary school children’s individual development. The findings indicate that more nuanced perspectives are required and that no simple answer can be given as to whether the modern expansion of all-day schooling can truly be considered a renaissance of an older educational ideal. Fabian Siegel studied educational sciences at the Ludwig Maximilian University of Munich, graduating in 2019. He subsequently worked as a research associate and earned his doctorate in 2025 with this dissertation. His research focuses on family-related educational inequalities and the transformation of the German education system, particularly in the areas of school development and early childhood education.
Ganztagsschule, Bildungsungleichheiten, Soziale Herkunft, Grundschule, Nationales Bildungspanel (NEPS), All-Day Schooling, Educational Inequalities, Social Origin, Primary School, National Educational Panel Study (NEPS)
Siegel, Fabian
2025
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Siegel, Fabian (2025): Ganztagsschule: Renaissance einer alten Lichtgestalt?: der Einfluss verschiedener Betreuungsformen während des Grundschulbesuchs. Dissertation, LMU München: Faculty of Psychology and Educational Sciences
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Abstract

Spätestens seit den Ergebnissen der ersten PISA-Studie steht das deutsche Bildungssystem im Zentrum öffentlicher Debatten. Der nachweislich starke Einfluss familiärer Hintergründe auf Schulleistungen gilt als wesentlicher Impuls für bildungspolitische Reformen und den Ausbau der Ganztagsschule. Gleichzeitig wird die Ganztagsschule im Zuge aktueller Modernisierungsprozesse zunehmend als Antwort auf vielfältige gesellschaftliche Herausforderungen verstanden. Ein historischer Rückblick zeigt allerdings, dass es sich um eine bereits lange diskutierte Reformidee handelt. Bis heute bleibt jedoch offen, ob die Ganztagsschule die hohen Erwartungen tatsächlich erfüllt. Die vorliegende Arbeit untersucht die ganztägige Betreuungslandschaft in der Grundschule und insbesondere die Rolle der Schule als Sozialisationsinstanz im Zusammenspiel mit der Familie. Auf Basis von Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) werden verschiedene Facetten der individuellen Entwicklung von Grundschulkindern analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass differenzierte Betrachtungen notwendig sind und keine eindeutige Antwort darauf möglich ist, ob der aktuelle Ausbau der Ganztagsschule die erwarteten Wirkungen erzielt und tatsächlich als Renaissance einer alten Lichtgestalt gelten kann. Fabian Siegel studierte Pädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und schloss sein Studium 2019 ab. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig und promovierte 2025 mit der vorliegenden Dissertation. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit familiär bedingten Bildungsungleichheiten sowie dem Wandel des deutschen Bildungssystems, insbesondere in den Bereichen Schulentwicklung und frühkindliche Bildung.

Abstract

Ever since the widely noted results of the first PISA study, the German education system has been at the center of public debate. The repeatedly confirmed influence of family background on students’ performance is considered a key driver of education policy reforms and the nationwide expansion of all-day schooling. In the context of current modernization processes, all-day schools are increasingly regarded as a response to a wide range of societal challenges. Moreover, a historical perspective shows that this reform idea is by no means new. To date, however, it remains unclear whether all-day schools in Germany are living up to the high expectations placed upon them. This study examines the landscape of all-day provision in primary schools and, in particular, the role of schools as institutions of socialization in their interaction with families. Drawing on data from the National Education Panel (NEPS), it analyzes various dimensions of primary school children’s individual development. The findings indicate that more nuanced perspectives are required and that no simple answer can be given as to whether the modern expansion of all-day schooling can truly be considered a renaissance of an older educational ideal. Fabian Siegel studied educational sciences at the Ludwig Maximilian University of Munich, graduating in 2019. He subsequently worked as a research associate and earned his doctorate in 2025 with this dissertation. His research focuses on family-related educational inequalities and the transformation of the German education system, particularly in the areas of school development and early childhood education.