#4'S 41; Zlk-cth-Esseiitz der Campher zum Muster vorgestellet, um sich mil¬ den andern Stücken eben also zu verhalten. Er lautet aber folgender nicken: Nehmet Camphcr, verntischcc denselben mit Mandel-Oel, thut ihn in einen Glaskolben, und feget denselben in das Wasserbad oder warme Asche, lasset eSalso in der Wärme diaeriren auf seine Zeit, bis das Wandel¬ te! den Campher, oder dieselbe Materie, die man zubereiten will, aufgelöset habe. Darnach drü¬ cket es durch ein Harin Tüchlein, baß «S von den Hefen geschieden werde. Will man nun den Cörper, oder das Mandel-Oel von der Effentz scheiden, so schüttet oder gicsset Brandwein darü¬ ber, lasset es also sechs Tage in der Digestion ste¬ hen, darnach destilliert den Brandwein sammt der Esseng aus Asche herüber, so nimmt der Brand- wein die Essentz mit sich herüber,und das Mandel- Oel bleibet dahinten. Darnach destilliret den Brandwein im Bade gantz gelinde davon, so blei¬ bet die Essentz am Boden, in Gestalt eines OelS, von aller Unreinigkeil geschieden, liegen. Hier¬ über macht Agr-icol-r seine Anmerckungen, wenn er spricht: Der Schriffistellcr vc.hcisse, er wolle die Essentz auö Amber,Biesam,Zlebelh unb Eam- pher machen lehren, und sehe das Ercmpel, wie man mildem Camphcr umgehen solle, dadurch ge ^ beer zu verstehen, daß man Mit den andern glei¬ cher Gestalt verfahren müsse, aber dieser Proceß . sev nicht viel werth. Denn es würde der Ai'.wer, Biesam und Ziebeth dadurch in keine Essentz ge- > bracht, sondern eS sey viel ein anderer Griff dar- hinler, dieselben zu bereiten, sonderlich aber mit dem Campher. Man solle demnach hier wissen, daß viel eine ankere Bereitung deö AmbcrS und ,Zi- beihs als des CamphcrS ersoderr würde. Denn wenn dieselben müdem Mandel-Oele sollen zerlas¬ sen werden, würden sie dadurch nur vielmehr ver. derber, derowegen hätten die Philosophen auf an¬ dere Mine! drucken müssen, den Ambecz» zu bereu -len, damit dessen Tugend und Geruch erhöhet würde- ES sey aber in diesen wohlriechenden Stücken eine grosse Kraffl verborgen, die inwen¬ digen Glieder undGcister gewaltig zu stärcken,über alle andere Artzeneyen, und dessen habe sich Kayser Rudoipl) der Zweyte, in seinen zugestandenen Schwachheiten off» bedienet, wie dennauchdie Königin Elisabeth in Engeüand, sie habe ihn aber , folgender maßen bei eitel und diese~Zubereirung sehr geheim gehalten: Man nehme nehmlich des besten Ambers sieben ober s Theile, Alexandrinischen Bisam einen Theil,weissen Zuckercanv einenTheil, mache alles zu einem zarten Pulver, thäte «Sauf einen Reibstein, und feuchte eS mit Rosen-Geiste ab, reibe eS alsvenn drey Stunden aneinander, und wenn es wölke trocken werden, müste man bis¬ weilen von dem Rosen Geiste «was darunter mi¬ schen, daß es wie ein Brey würde. Darnach thäte man eS in ein Glas und verwahret es auf das beste, nach diesem setze man es in einem frischen Keller bey sechs Wochen, alsvenn eröffne man das Glas, thäte es wieder auf einen Reibstein, und riebe«Smil dsmRosen-Gcisteab, sehe eSalSdenn noch einmahl sechs Wochen in einen frischen Kel¬ ler, sozöqe es sich zusammen undwürdedie zäheste Maße; davon gebe man einer Erbsen groS in einem gu.en Weine, oder sonst in einem bequemen Ve- Uibetki. Effentz lhicul, so sähe mau Wunder, wiekSdievcrlvhrnn l Kräffle wiederbrächte und stärck». Ja, wma ein M-"schinden letzten Zügen läge, so erquick. ceZ ihnwieder; eS sey aber eine sehr theure~Artzn~ u-, hingegen aber auch von gewaltig großer Wür- ckung- Ueber dieses aber härr« man noch eine ank- i c . Arr, die Ambcr-Effentz und dergleichen woh'r-. chende~Sachen zu~machen. Nehmlich erwürbe deS wohlriechenden AmberS so viel genommen, > !s man wolle, und man riebe solchen auf einen R b> Steine, göffe ein wenig Schwesel-Oel dazu, uns riebe es so lange, bis eine gantz zähe Materie da'va liegen bliebe,diese thäte man in ein GlaS,gösse ewe:, Brandwein, oder Lavendel-Geist darüber, u. setzte es wohl verschlossen in eine gelinde Digestion, so würde berGeist bi-Essentzzu sich ziehen,«. kieHssn zu Grunde schlagen, den angefeuchteten Geist gösse man ab, und andern daran, zöge oho alle Tiuctuc aus, alsvenn zöge man den Geist im Kadege!,,. be davon, so bliebe ein Honig dicker Saffr i,n Glase liegen, welcher c-nen überaus lieblichen Ge. ruch hätte, und von grossen Kräfften sey, davon nehme man einen oder zween Tropffen ausciomaii Die Weiber aber, welche Mut»r-Beschwer»n§ hätten, sollen sich dieser wohlriechenden Artzenm enthalten, weil sie ihnen mehr Schaden als Nu¬ tzen zu Wege brächte. Die alten unvermögende,'. Männer, wenn sie junge Weiber hätten, möchten dieses gebrauchen,es erweckte die ZeugungLKräff- »,und macht« sie angenehm; und wenn man vor. dieser Effentz einem Weibe ein wenig in den Nabe! schmiere», so bekäme sie einen gewaltigen Appml zu den Männern, damit aber beyderley The,len mannigmahl nicht gedienet wäre. In solchen Fällen aber könne man Weibern und Männern damit zu Hülffc kommen. Wer dieses nicht be¬ zahlen könnte, und gleichwohl in dem Venus- Lager auch etwas prästiren~wolte, der solle nurke? Mlstvon einem Rebhune nehmen, und darunter seine Galle vermischen, baß eS wie ein Brey wer. de, und so man das männliche Glied, sonderlich vorne die Eichel, damit salbe», so erwecke», es wunderlich den Appetit zu dem Beyschiaffe, kiese Krasst hätte auch das bestillir» MuSca»nnuß> Oel, so man dasselbe nur in den Nabel streiche, es stärcke»alle Glieder, insonderheit die Mannheü, ober man könn» sich auch folgenden Mittels be. dienen- kac. Olkorei, OlstanA Klgcis» daryopkyllor, kiper'iZlonß'r vorracis~Vener. 3g. Z-Q-UMtl. 8em.l.mxUL3vi« zß. IZoIeü ceruini- Lstureir, Rast. colle^D Venere in I^eone existente ValerianL ss. Quentl. iß. Zrinci msrini, 33. Zij. Gicss«$
#~4 : 6 41SZibeth-Essenz Der Campher zum Muster vorgestellet, um sich mit¬ den andern Stücken eben also zu verhalten. Er lautet aber folgender maßen: Nehmet Campher, vermischet denselben mit Mandel-Oel, thut ihn in einen Glaskolben, und setzet denselben in das Wasserbad oder warme Asche, lasset es also in der Wärme digeriren auf seine Zeit, bis das Wandel¬ Delden Campher, oder dieselbe Materie, die man zubereiten will, aufgelöset habe. Darnach drü¬ cket es durch ein Harin Tüchlein, daßes von den Hefen geschieden werde. Will man nun den Cörper, oder das Mandel-Oel von der Essenz scheiden, so schüttet oder giesset Brandwein darü¬ ber, lasset es also sechs Tage in der Digestion ste¬ hen, darnach destilliret den Brandwein sammt der Essenz aus Asche herüber, so nimmt der Brand- wein die Essen~z mit sich herüber,und das Mandel- Oel bleibet dahinten. Darnach destilliret den Brandwein im Bade gantz gelinde davon, so blei¬ bet die Essentz am Boden, in Gestalt eines OelS, von aller Unreinigkeit geschieden, liegen. Hier¬ über macht Agr~icola seine Anmerckungen, wenn er spricht: Der Schriffesteller verheisse, er wolle die Essentz aus Amber,Biesam,Ziebeth und Cam- pher machen lehren, und seze das Ercmpel, wie man mildem Campher umgehen solle, dadurch ge ^ beer zu verstehen, daß man mit den andern glei¬ cher Gestalt verfahren müsse, aber dieser Proceß . sey nicht viel werth. Denn es würde der Amber, Biesam und Ziebeth dadurch in keine Essentz ge- > bracht, sondern es sen viel ein anderer Griff dar- hinler, dieselben zu bereiten, sonderlich aber mit dem Campher. Man solle demnach hier wissen, daß viel eine andere Bereitung des Ambers und ,Zi- beths als des Camphers erfordert würde. Denn wenn dieselben mit dem Mandel-Oele solten zerlas¬ sen werden, würden sie dadurch nur vielmehr ver. derbet, derowegen hätten die Philosophen auf an¬ dere Mitteldencken müssen, den Amber zuzu berei -len, damit dessen Tugend und Geruch erhöhet würde- ES sey aber in diesen wohlriechenden Stücken eine grosse Krafft verborgen, die inwen¬ digen Glieder und Geister gewaltig zu stärcken,über alle andere Artzeneyen, und dessen habe sich Kayser Rudolphder Zweyte, in seinen zugestandenen Schwachheiten offtebedienet, wie denn auch die Königin Elisabeth in Engelland, sie habe ihn aber , folgender maßen breitet und diese Zubereitung sehr geheim gehalten: Man nehme nehmlich des besten Ambers sieben ober 8 Theile, Alerandrinischen Bisam einen Theil,weissen Zuckercand einen Theil, mache alles zu einem zarten Pulver, thätees auf einen Reibstein, und feuchte es mit Rosen-Geiste ab, reibe es alsdenn drey Stunden aneinander, und wenn es wolte trocken werden, müste man bis¬ weilen von dem Rosen Geisteetwas darunter mi¬ schen, daß es wie ein Brey würde. Darnach thäte man es in ein Glas und verwahret es auf das beste, nach diesem setze man es in einem frischen Keller bey sechs Wochen, alsvenn eröffne man das Glas, thäte es wieder auf einen Reibstein, und riebe es mit dem Rosen-Geiste ab, setze es alsdenn noch einmahl sechs Wochen in einen frischen Kel¬ ler, so zöge es sich zusammen und würde die zäheste Maße; davon gebe man einer Erbsen gros in einem guten Weine, oder sonst in einem bequemen Ve- Zibeth. Essentz hicul, so sähe man Wunder, wie es die verlohrnenl Kräffte wiederbrächte und stärckte .Ja, wenn ein Mensch in den letzten Zügen läge, so erquicke es ihn wieder; es sey aber eine sehr theure Artzney u-, hingegen aber auch von gewaltig großer Wür- ckung- Ueber dieses aber hätteman noch eine andere . Art, die Ambcr-Essentz und dergleichen wohlrie chende Sachen zu machen. Nehmlich er würde des wohlriechenden Ambers so viel genommen, > !s man wolle, und man riebe solchen auf einen RReib> Steine, gösse ein wenig Schwefel-Oel dazu, und riebe es so lange, bis eine gantz zähe Materie davon liegen bliebe,diese thäte man in ein Glas,gösse einen Brandwein, oder Lavendel-Geist darüber, u. setzte es wohl verschlossen in eine gelinde Digestion, so würde der Geist dieEssentz zu sich ziehen, u die. Hefen zu Grunde schlagen, den angefeuchteten Geist gösse man ab, und andern daran, zöge oho alle Tinctur aus, alsdenn zöge man den Geist im Badegeln de davon, so bliebe ein Honig dicker Safft im Glase liegen, welcher einen überaus lieblichen Ge. ruch hätte, und von grossen Kräfften sey, davon nehme man einen oder zween Tropffen auf einmahl Die Weiber aber, welche Mutter-Beschwerden hätten, sollen sich dieser wohlriechenden Artzeney enthalten, weil sie ihnen mehr Schaden als Nu¬ tzen zu Wege brächte. Die alten unvermögenden Männer, wenn sie junge Weiber hätten, möchten dieses gebrauchen,es erweckte die Zeugungs Kräff- teund machtesie angenehm; und wenn man von. dieser Essentz einem Weibe ein wenig in den Nabel schmierete ,so bekäme sie einen gewaltigen Appetit zu den Männern, damit aber beyderley Theilen mannigmahl nicht gedienet wäre. In solchen Fällen aber könne man Weibern und Männern damit zu Hülffe kommen. Wer dieses nicht be¬ zahlen könnte, und gleichwohl in dem Venus- Lager auch etwas prästiren wolte, der solle nur den Mist von einem Rebhune nehmen, und darunter seine Galle vermischen, daß es wie ein Brey wer. de, und so man das männliche Glied, sonderlich vorne die Eichel, damit salbete ,so erweckete ,es wunderlich den Appetit zu dem Beyschlaffe, diese Krafft hätte auch das destillirteMuscatennuß> Oel, so man dasselbe nur in den Nabel streiche, es stärcketealle Glieder, insonderheit die Mannheit, ober man könntesich auch folgenden Mittels be. dienen- Rec. Castorei, Galang Macis» Caryophyllor, Piperis longii Borracis Vener. aa. z. Quentl. Sem. Linguae avi~ zst.. Boleti cruini- Satureiae, Rad. colleSatyrioniscollectes Venere in Leone existente Valerianae aa. Quentl. iß. Stinci marini, aa.. 3ii. Giess $