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Plattner, Christina (2015): Verhalten nicht-schnabelgekürzter Legehennen in Boden- und Freilandhaltung mit Fokus auf das Pickverhalten, Behaviour of non-beak-trimmed laying hens in alternative housing systems with a special focus on the pecking behaviour. Dissertation, LMU München: Tierärztliche Fakultät
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Abstract

Ziel dieser Studie war es, das Verhalten von acht nicht-schnabelgekürzten Herden der Legelinien Lohmann Brown, Lohmann Selected Leghorn, Bovans Brown, Dekalb White in konventioneller Boden- und Freilandhaltung zu untersuchen und Einblicke darin zu erhalten, wo und unter welchen Umständen sich Verhaltensstörungen im täglichen Ablauf der Legehennen zeigen. Dazu wurden die Herden zu Beginn, Mitte und Ende einer Legeperiode besucht. Für die Verhaltensbeobachtungen wurden SANTEC Farb-Spezialkameras mit IR-LED installiert, die die Funktionsbereiche Sitzstangen, Scharrraum und Nestbereich aufzeichneten. Pickaktionen (aggressives Picken und starkes Federpicken) wurden durch „behaviour sampling“ während fünf Minuten jeder Stunde erfasst. Am Ende jeder Aufzeichnungsphase erfolgte eine Gefieder- und Verletzungsbonitur bei 30 Tieren jeder Herde. Aggressive Auseinandersetzungen wurden bei den meisten Legelinien häufiger im Bereich der Nester und im Scharrbereich als bei den Sitzstangen gesehen, wobei es sich dabei vermutlich vor allem um ressourcenbezogene Kämpfe handelte. Die höchste Agonistikrate wurde in der Herde mit der höchsten Besatzdichte beobachtet und es gab eine positive Korrelation zwischen starkem Federpicken und aggressivem Picken. Bei allen Legelinien wurde starkes Federpicken am häufigsten im Scharrbereich beobachtet, gefolgt vom Nestbereich und den erhöhten Sitzstangen. Die meisten Pickaktionen waren gegen die Hals- und Rückenregion gerichtet. Bevorzugt wurden gehende, stehende bzw. futtersuchende Hennen bepickt, wobei im Scharrbereich bis zu 31 % aller Pickaktionen gegen staubbadende Hennen gerichtet waren. Es gab Hinweise darauf, dass Beschäftigungsmaterial, Zugang zum Freiland/Kaltscharrraum, die Homogenität der Herde und niedrigere Besatzdichten einen reduzierenden Effekt auf das Auftreten von starkem Federpicken hatten. Starkes Federpicken konnte in allen Herden beobachtet werden, wobei sich Unterschiede in Ausmaß, Lokalisation und zeitlicher Entwicklung zeigten, sodass nicht in allen Herden sichtbare Folgen der Verhaltensstörung in Form von Gefiederschäden oder Hautverletzungen feststellbar waren.

Abstract

The purpose of this study was to observe the behaviour of eight non-beak-trimmed flocks of the laying hybrid lines Lohmann Brown, Lohmann Selected Leghorn, Bovans Brown, Dekalb White housed in conventional alternative housing systems and to gain some insights as to where and under which circumstances abnormal behaviour is shown during the daily routine of laying hens. Therefore the flocks were visited at the beginning, middle and end of one laying period. In order to conduct behavioural studies cameras were installed in three functional areas (perches, litter and nest area). Pecking behaviour (aggressive pecking and severe feather pecking) was studied using behaviour sampling on a continuous recording of five minutes of every hour. Following every recording phase a detailed feather- and skin-lesion-score of 30 birds per flock was calculated. With most breeds the rate of aggressive pecking was significantly higher in the nest and litter areas than on the perches. Most of the observed fights could probably be classified as resource-fights. The highest level of aggression was recorded on the farm with the highest stocking density and there was a positive correlation between severe feather pecking and aggressive pecking. Severe feather pecking was mainly observed in the litter area, followed by the nest areas and the elevated perches. Most of the pecks were directed towards the neck and dorsal rump region, targeting walking, standing or foraging birds. In the litter up to 31 % of the pecks were directed towards dustbathing hens. There was some indication that foraging materials, availability of an outdoor run, the homogeneity of the flock and lower stocking densities reduced occurrences of severe feather pecking. Severe feather pecking was observed on all farms within all of the breeds, however there were differences in extent, localization and temporal development of this abnormal behaviour, so that visible consequences such as feather and skin damage were not evident in all the flocks.