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Faria Pedro Bernardino, Filipa de (2015): Investigation of an inherited cerebellar malformation in the Eurasier breed dog. Dissertation, LMU München: Tierärztliche Fakultät
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Abstract

Missbildungen des Kleinhirns können durch die Einwirkung von Noxen in den verschiedenen Entwicklungsstadien des Kleinhirns oder genetisch bedingt sein. Genetisch bedingte Kleinhirndegenerationen wurden häufig beim Hund beschrieben. Diese zeigen sich mit progressive Ataxie und Kleinhirnatrophie. Es gibt in der Literatur jedoch nur wenige gesicherte Hinweise auf das Vorkommen einer erblichen Kleinhirnmissbildung beim Hund. Das Ziel dieser Studie war daher, den klinischen Phänotyp und die Befunde der bildgebenden Diagnostik einer potentiell vererbten Kleinhirnmissbildung beim Eurasier im Detail zu beschreiben. Klinische Befunde, Videoaufzeichnungen des Gangs und die Befunde der bildgebenden Diagnostik mit CT und MR von 32 Eurasiern mit neurologischen Symptomen wurden retrospektiv und prospektiv erhoben. Bei 14 Hunden wurde eine uniforme Kleinhirnmissbildung nachgewiesen, die durch Fehlen der kaudalen Anteile des cerebellären Vemis und der kaudalen Anteile der Kleinhirnhemisphären sowie groβe retrocerebelläre Flüssigkeitsansammlungen charakterisiert war. Die Diagnose basierte auf den Befunden im MR (n = 8), CT (n = 3) und histopathologischen Befunden (n = 3). Zusätzlich fiel eine erhebliche Variabilität in der Gröβe der hinteren Schädelgrube sowie bei einigen Hunden auch Hydrocephalus und eine unterschiedliche Ausprägung des Corpus callosum auf. Klinisch zeigten die betroffenen Hunde eine nicht-progressive cerebelläre Ataxie, die sich erstmals zeigte wenn die Welpen zu laufen begannen. Der Grad der Ataxie variierte von mildem Schwanken des Rumpfes, milder Dysmetrie, Dysequilibrium und Ataxie der Hintergliedmaßen bis zu hochgradiger cerebellärer Ataxie mit episodischem Fallen oder Rollen. Andere klinische Symptome waren Nystagmus, persistierend fehlende Drohreaktion eines Auges oder beider Augen bei Hunden, die älter als 10-12 Wochen waren, Kopftremor und epileptische Anfälle, die erstmalig in einem Alter von 5 Monaten bis zu 4 Jahren auftraten. Folgeuntersuchungen zeigten eine deutliche Verbesserung der cerebellären Ataxie. Detaillierte Untersuchungen der Pedigrees und die eindeutige Erfassung des Phänotyps von Geschwistern und Eltern betroffener Hunde aus mehreren Würfen auf der Basis von MR Untersuchungen wiesen auf das Vorliegen einer autosomal rezessiv vererbte Kleinhirnmissbildung hin. Zusammenfassend wurde in dieser Arbeit eine autosomal rezessiv vererbte Kleinhirnhypoplasie bei der Hunderasse Eurasier nachgewiesen, die auch einzelne Aspekte einer Dandy-Walker Malformation aufwies.

Abstract

Cerebellar malformations result from insults during embryogenesis or are inherited. Inherited cerebellar abiotrophies are frequently recognized in dogs and usually result in progressive ataxia. Evidence for inherited cerebellar hypoplasia is rare in the veterinary literature. Therefore the aim of this study was to describe the clinical and neuroimaging phenotype of a potentially inherited cerebellar malformation in Eurasier dogs. Clinical and imaging data of 32 Eurasier dogs with neurological signs were collected retrospectively and prospectively. An uniform cerebellar malformation characterized by absence of the caudal parts of the cerebellar vermis and the caudal parts of the cerebellar hemispheres in association with large retrocerebellar fluid accumulations was identified in 14 closely related purebred Eurasier dogs. Diagnosis was based on MRI (n = 8), CT (n = 3), or post-mortem examination (n = 3). A wide variation in caudal fossa size as well as hydrocephalus and thinning of the corpus callosum were observed in some dogs. Clinically the dogs showed non-progressive cerebellar ataxia, which was observed for the first time when the puppies began to walk. Variable degrees of ataxia were observed, varying from mild truncal sway, mild dysmetria, dysequilibrium and pelvic limb ataxia to severe cerebellar ataxia with episodic falling or rolling. Other clinical signs observed in some dogs were nystagmus, an absence of the bilateral or unilateral menace reaction beyond 10-12 weeks of age, head tremors and epileptic seizures with an age of onset between 5 months and 4 years of age. Follow-up examinations showed a pronounced improvement of the cerebellar ataxia in adult dogs. Detailed pedigree analyses, which included confirmation of the phenotype by MRI of littermates and parents of multiple litters suggested an autosomal recessive inheritance. In conclusion, the neuroimaging phenotype observed in the Eurasier breed dogs is characterized by an autosomal recessive inherited inferior cerebellar hypoplasia with some resemblance to a Dandy-Walker-like malformation.