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Interaktive Anleitung zur Präparation und fotografischen Dokumentation von Fischaugen

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Auswahl der Präparate

Um Präparate guter Qualität herzustellen empfiehlt es sich möglichst frisches Ausgangsmaterial zu verwenden. Um Artefakte wie z.B. eine Netzhautablösung zu vermeiden ist es notwendig, zügig mit der Entnahme des Bulbus zu beginnen. Unerlässlich ist dabei auch die sofortige Kühlung des Ausgangsmaterials.

Enukleation - Entnahme der Augen

Für die Enukleation emfpiehlt es sich, eine Auswahl an geeignetem Werkzeug zur Verfügung zu haben. Zur Unterstützung einer sorgfältigen Vorgehensweise sollte der Körper des Fisches bei der Bulbusentnahme auf einer stabilen bzw. rutschfesten Unterlage gelagert werden.

 

Auswahl geeigneter chirurgischer Intrumente für die Enukleation:

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Entnahme eines Fischauges

Formalinfixierung und Lagerung der Präparate

Nach der Enukleation werden die Präparate in einer Standard-Fixierlösung mit folgender Mischung gelagert:

100 ml Formalin abs. (37%)
675 ml Aqua dest.
225 ml PBS Puffer 0,4 M; pH 7,3

In der Regel sind die Augen nach einer Fixationsdauer von 7-14 Tagen ausreichend fixiert. Kleinere Augen bis, zu einer Größe von 1,5 cm, benötigen eine Dauer von ca. 3-5 Tagen.

Um die Strukur der vorderen Augenkammer zu erhalten, empfiehlt sich das Auffüllen mit Formalin. Dabei wird eine Parazentese im Bereich des Limbus vorgenommen. Dazu sollte eine Spritze mit einer feinen Kanüle, am besten eine Insulinspritze, verwendet werden.


Darstellung der Parazentese, Einstich im Bereich des Limbus:

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Kalottieren der Präparate

Die Kalottierung bei Augen von Knochenfischen sollte in Anpassung an die intraokularen Sturkturen erfolgen. Da die meisten Knochenfischarten einen Processus falciformis besitzen, empfiehlt es sich die Augen horizontal in zwei gleich große Heimsphären zu schneiden. Dabei kann die unterschiedliche Pigmentierung der Konjunktiva herangezogen werden. Im dorsalen Bereich sind die meisten Fischaugen dunkler pigmentiert. In der vertralen bzw. unteren Hälfte ist die Konjunktiva meist weiß bzw. kaum pigmentiert. Dadurch ergibt sich eine natürliche Einteilung in eine dorsale (obere) und ventrale (untere) Hälfte.

Vorgehensweise: Das Auge wird mit der Hornhaut nach unten auf einem Schneidebrett gelagert und zwischen zwei Fingern behutsam fixiert. Beginnend von der Rückseite des Bulbus wird das Mikrotommesser in kurzen Schneidebewegungen geführt. Der Bulbus wird somit, nach und nach, in zwei gleich große Hälten kalottiert. In der Regel erhält man so eine Hemisphäre mit der Linse und eine Hälfte mit dem Processus falciformis.

 

Schematische Darstellung der Schnittebene (rote Linie), * Pigmentierung am dorsalen Rand:

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