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Schaller, Christine Birgit Silvia Verena (2014): Vergleich des Studiums der Tiermedizin in München (Deutschland) und in Liège (Belgien), Comparison of the veterinary education in Munich (Germany) and Liège (Belgium), Comparaison entre les formations vétérinaires à Munich (Allemagne) et à Liège (Belgique). Dissertation, LMU München: Tierärztliche Fakultät
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Abstract

Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, durch einen Vergleich des Studiums der Tiermedizin in München und in Liège die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zwischen diesen beiden Fakultäten zu analysieren. In Deutschland kann das Studium der Tiermedizin an fünf Hochschulen, unter anderem in München, absolviert werden. In der Französischen Gemeinschaft Belgiens gibt es vier Universitäten, die den Bachelor-Studiengang der Tiermedizin anbieten, jedoch ist Liège die einzige Universität, in welcher man im Master-Studiengang das Studium fortsetzen kann. Studierende, die ihr Bachelor-Studium in einer dieser vier Universitäten abgeschlossen haben, werden automatisch zum Master-Studium in Liège zugelassen. Im Ausland zu studieren ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, um das Studium zu bereichern, ein neues akademisches Umfeld und eine andere Lebensart kennen zu lernen und die Karrierechancen zu verbessern. Die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Rahmens der tierärztlichen Ausbildung und das Wissen über das Bildungssystem in anderen Ländern erleichtern die Mobilität von Studierenden und Akademikern. Die europäischen Staaten haben die Europäische Union (EU) und den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gegründet, um die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zu stärken. Um die Studiengänge einander anzugleichen und die Anerkennung der beruflichen Qualifikation innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums zu ermöglichen, wurde die Richtlinie 2005/36/EG verabschiedet. Sie definiert zum Beispiel die Mindestanforderungen der tierärztlichen, medizinischen und zahnmedizinischen Ausbildungen, so dass diese Berufe europaweit anerkannt werden können. Mit der Unterzeichnung der Bologna-Erklärung beschlossen 47 Länder in Europa, die Hochschulbildung besser vergleichbar zu machen und die Mobilität von Akademikern und von Studenten zu fördern. Sie beschlossen die Aufteilung der Studiengänge in drei Zyklen (Bachelor- / Master- / Promotionsstudiengang), die Einführung des Leistungspunktesystems ECTS (European Credit Transfer System) und die Zusammenarbeit im Bereich der Qualitätssicherung. Tiermedizinische Ausbildungsstätten werden darüber hinaus auf freiwilliger Basis durch die EAEVE (European Association of Establishments for Veterinary Education, im Französischen: AEEEV) evaluiert. Die EAEVE bewertet die Einhaltung der Mindestanforderungen an die Ausbildung, wie sie in der Richtlinie 2005/36/EG definiert wurden und hat eine Liste der Ersttagskompetenzen, die als „day-one skills“ bezeichnet werden, erstellt, die die Absolventen beherrschen müssen. Das Studium in München dauert fünfeinhalb Jahre, was elf Semestern entspricht; die Absolventen erhalten den Titel des Tierarztes. In Liège wird das Studium in den ersten Zyklus, den Bachelor-Studiengang, und den zweiten, den Master-Studiengang, unterteilt, wobei beide jeweils drei Jahre dauern. In jedem Jahr müssen die Studenten 60 ECTS erwerben. Einem sogenannten Kredit entspricht ein Lernaufwand von ca. 30 Stunden. Im Gegensatz zu München müssen die Studenten in Liège eine Masterarbeit schreiben und erhalten damit automatisch den Titel des Doktors der Veterinärmedizin zusätzlich zu dem des Tierarztes. An beiden Fakultäten ist die Zulassungsvoraussetzung zum Studium die Hochschulzugangsberechtigung, die in Deutschland als Abitur und in der Französischen Gemeinschaft Belgiens als Certificat d' Enseignement Supérieur Secondaire bezeichnet wird. In München ist die Zulassung zum Studium beschränkt. Bis zu 80% der Studienplätze werden aufgrund der Abiturnote vergeben. Im Gegensatz dazu dürfen alle in Belgien ansässigen Bewerber das Studium in Liège beginnen. Die Zahl der in Belgien nichtansässigen Bewerber wird hingegen auf 30% der gesamten Anzahl der Studierenden, die im Vorjahr zum ersten Mal in diesem Studiengang eingeschrieben waren, beschränkt. Diese werden per Losverfahren aus der Gesamtzahl der nichtansässigen Bewerber ausgewählt. Diese erhebliche Beschränkung wurde aufgrund der großen Anzahl an Studienbewerbern aus Frankreich eingeführt. In München sind 86% der Studenten weiblich, in Liège nur 68%. Die Studenten in Liège sind jünger als die in München, was sich durch die Unterschiede im Schulsystem erklären lässt. Die Gesamtdauer des Studiums beträgt etwa 5000 Stunden an beiden Fakultäten - München und Liège. Jedoch gibt es erhebliche Unterschiede im Umfang der Lehre in der Lebensmittelhygiene, dem öffentlichen Gesundheitswesen und in Grundfächern wie Physik, Botanik, Zoologie, Chemie und Biometrie. Während in Liège mehr Zeit für die Grundfächer aufgewandt wird (München: 322 Stunden, Liège: 554 Stunden), gibt es in München eine umfassendere Ausbildung in der Lebensmittelhygiene (München: 516 Stunden, Liège: 180 Stunden). In München müssen die Studenten 308 Stunden in Wahlpflichtfächern bis zum Abschluss des Studiums belegen. In Liège hingegen gibt es keine vergleichbaren Wahlpflichtfächer. Die Studenten haben nur die Möglichkeit, die Tierart in zwei Kursen zu wählen. Außerdem gibt es Unterschiede in der Anzahl der Praktika, die Studenten während ihres Studiums absolvieren müssen. In München stellen die Praktika über 20% der gesamten Ausbildungsdauer dar (1170 Stunden). Die Studenten verbringen 850 Stunden in einer tierärztlichen Praxis oder tierärztlichen Klinik und darüber hinaus 100 Stunden im Schlachthof. Demgegenüber absolvieren die Studenten in Liège nur Praktika im Umfang von 560 Stunden. Im Rahmen dieser Dissertation wurde ein Fragebogen mit dem Ziel erstellt, die grundlegenden tierärztlichen Fertigkeiten der Absolventen zu bewerten. Der Fragebogen wurde in Anlehnung an die durch die EAEVE definierten Ersttagskompetenzen konzipiert. In München und Liège wurden alle Studenten kurz vor Abschluss ihres Studiums im Jahr 2012 befragt. An beiden Fakultäten beantworteten jeweils über 200 Studenten den Fragebogen. Nach dem Erheben der demographischen Variablen wurden die Studenten gefragt, ob sie später mit Kleintieren, Pferden, Rindern / Schweinen, in einer Gemischtpraxis oder in der Wissenschaft / Labor arbeiten wollen. Danach sollten die Teilnehmer ihre eigenen Fertigkeiten einschätzen und darüber Auskunft geben, wo sie diese erworben haben (Vorlesung, Übung, Rotation, Praktikum). Die Fragen wurden zu Themenbereichen zusammengefasst, wie „Allgemeine Untersuchung und Behandlung“, „Kleintiermedizin" und „Großtiermedizin“. Die statistische Auswertung der erhobenen Daten zeigte, dass die Studenten in Liège ihre Kompetenzen in fast allen Themenbereichen besser einschätzten als die Studierenden in München. Zudem schätzten die männlichen Befragten insgesamt ihre Kenntnisse und Fähigkeiten signifikant besser ein als die weiblichen. Diese Selbsteinschätzung korrespondiert jedoch nicht mit den Abschlussnoten in München, denn es hat sich gezeigt, dass die weiblichen Studenten tendenziell besser abgeschnitten haben als ihre männlichen Kommilitonen. Anschließend wurden die selbst eingeschätzten Kompetenzen der Studenten in den einzelnen Themenbereichen innerhalb von München und innerhalb von Liège miteinander verglichen. In München beurteilten die Studenten ihre Kompetenzen im Bereich „Kleintiermedizin“ signifikant schlechter als ihre Kenntnisse in der „Allgemeinen Untersuchung und Behandlung“, während in Liège die Kenntnisse und Fähigkeiten in diesen beiden Bereichen gleich gut eingeschätzt wurden. Ein möglicher Grund für diese unterschiedliche Einschätzung ergibt sich daraus, dass die Studenten in Liège die Möglichkeit haben, Kleintiere in Tierheimen zu untersuchen und zu operieren. Die Antworten der Studenten auf die Fragen, wo sie ihre Kompetenzen erlernt haben, stimmten an beiden Studienorten weitgehend überein. In München wie in Liège wurden die Kompetenzen in der „allgemeinen Untersuchung und Behandlung“ meistens während der Rotation erworben. Wurden Kenntnisse in Praktika erworben, so schätzten die Befragten ihre Fertigkeiten in vielen Themenbereichen besser ein, wie beispielsweise in der „Kleintiermedizin“ und der „Großtiermedizin“. Diese bessere Selbsteinschätzung basiert darauf, dass in dem Fragebogen vor allem praktische Kenntnisse und Fähigkeiten der Studenten abgefragt wurden. Die Hypothese, dass es einen signifikant positiven Zusammenhang zwischen dem Interesse an einem Themengebiet und dem Wissensstand auf diesem Gebiet gibt, konnte bestätigt werden. So schätzten zum Beispiel Studierende, die später mit Kleintieren arbeiten wollten, ihre erworbenen Fähigkeiten auf dem Gebiet der „Kleintiermedizin“ signifikant besser ein als jene, die später mit Rindern / Schweinen oder in der Wissenschaft / Labor arbeiten wollten. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass dieser Vergleich sowohl die Ähnlichkeiten als auch die Unterschiede zwischen den beiden Tierärztlichen Fakultäten in München und in Liège verdeutlicht. Zum einen können die beschriebenen Unterschiede dazu dienen, die Weiterentwicklungen und Angleichungen der tiermedizinischen Ausbildung an Universitäten in Europa zu fördern. Zum anderen erleichterte es die vorliegende Arbeit im März 2014 einen ERASMUS-Vertrag zwischen beiden Fakultäten zu unterzeichnen.

Abstract

The objective of the comparison of the veterinary education in Munich and Liège in this doctoral thesis was to analyze the similarities and differences between these two faculties. In Germany there are five universities for veterinary medicine, including Munich. In the French-speaking Community of Belgium there are four universities with bachelor studies of veterinary medicine, but Liège is the only university where students can continue their studies with the master degree. After finishing the bachelor studies in one of these four universities the students are automatically admitted to the master studies in Liège. To study abroad is an excellent opportunity to enrich your studies, experience a new academic environment and way of life and to improve your career prospects. The arrangement of a common European framework of veterinary education and the knowledge about the educational system in other countries facilitate the mobility of students and academics. The European states founded the European Union (EU) and the European Economic Area (EEA) to strengthen political and economical cooperation. To harmonize the study conditions and to enable recognition of professional qualification within the European Economic Area the Directive 2005/36/EC was adopted. It defines for example minimum training conditions for veterinary, medical and dental education, so these professional qualifications can be recognized Europe-wide. By signing the Bologna-Declaration 47 countries in Europe made higher education more comparable and reinforced the mobility of academics as well as students. They introduced the three cycle system (bachelor/ master/ doctorate), the European Credit Transfer System (ECTS) and cooperation in quality assurance. Furthermore the veterinary medical establishments are evaluated on a voluntary basis by the EAEVE (European Association of Establishments for Veterinary Education, in French: AEEEV). This association rates harmonization of the minimum training conditions set down in the Directive 2005/36/EC and established a list of essential competences named the “day-one skills”, that should be acquired until graduation. The studies in Munich last five and a half years, equivalent to eleven semesters, and the graduates are veterinary surgeon. In Liège the studies are divided into the first cycle, named Bachelor, and the second, called Master, each lasting three years. During each year the students have to acquire 60 ECTS, with one credit corresponding approximately to 30 hours of learning activities. In contrast to Munich the students in Liège have to write a Master thesis and receive the doctor of veterinary medicine automatically in addition to the title of a veterinary surgeon. At both faculties the minimum admission requirement is a certificate of higher secondary education, called Abitur in Germany and Certificat d’Enseignement Secondaire Supérieur in the French-speaking Community of Belgium. In Munich admission is restricted. Up to 80 % of the study places are distributed to the applicants by using the average grade of the Abitur. On the contrary all applicants resident in Belgium are authorized to matriculate in Liège. But the admission of non-resident applicants is limited to a number of 30 % of all veterinary students enrolled for the first time in the previous year. These non-residents are drawn by lot. This considerable regularization was adopted in response to the very high number of study applicants from France. In Munich 86 % of the students are female, in Liège only 68 %. The students in Liège are younger than those in Munich, which can be explained by the differences in the school system. The total number of curriculum hours is about 5000 at both faculties - Munich and Liège. But there are considerable differences in the workload in food hygiene, public health and basic subjects like physics, botany, zoology, biometrics and chemistry. While more time is spent on basic training in Liège (Munich: 322 hours, Liège: 554 hours), there is a more detailed education in food science in Munich (Munich: 516 hours, Liège: 180 hours). In Munich 308 hours of compulsory optional subjects have to be completed until the final examinations, while in Liège there are no comparable optional subjects and the students only have the ability to choose the animal species in two courses. Furthermore there are differences between the obligatory extramural work that students must undertake as part of their courses. In Munich this work represents over 20 % of the total number of curriculum hours (1170 hours). The students spend 850 hours on clinical training in a veterinary practice or a veterinary clinic but also 100 hours on meat inspection. Students in Liège complete only 560 hours of extramural work. Part of this doctoral thesis was a questionnaire to measure the basic veterinary skills based on the idea of the essential competences at graduation listed by the EAEVE. In Munich and Liège all students in the last year were questioned in 2012 shortly before their graduation. At both faculties over 200 students answered the questionnaire. After collecting the demographic variables, the students were asked whether they want to work with small animals, horses, cattle/pigs, in a mixed clinic or in science/laboratory. The participants should judge their own competences and rate where they have achieved each competence (lectures, seminars, rotation, extramural work). Questions were combined to subject areas, e.g. “general examination”, “treatment of small animals” and “treatment of large animals”. The statistical analyses of the collected data showed that the students of Liège reported significantly better competences than the students of Munich. Furthermore all male students rated their knowledge significantly higher than all female students, but this self-evaluation did not match with the final notes in Munich, where female students were even slightly better than their male colleagues. Subsequently a comparison of the self-assessed competences within Munich and within Liège was made. In Munich the students evaluated their skills in “treatment of small animals” significantly worse than their competences in “general examination”, while in Liège those two competences where judged equally good. The reason for this result could be that the students in Liège have the possibility to examine and operate small animals in animal shelters. Students of both faculties frequently agreed on where they attained those competences. In Munich as well as in Liège the skills in “general examination” were mostly learned in the rotation. Knowledge acquired during extramural work resulted in a higher self-evaluation of the competences in many of the subject areas e.g. “treatment of small animals” and “treatment of large animals”. This improved self-assessment is due to the fact that in this study mainly practical skills were rated. The hypothesis of a significant positive relationship between interest in a specific topic and the degree of knowledge in a subject area could be confirmed. For example students who wanted to work with small animals after graduation assessed their knowledge in "treatment of small animals" significantly better than those who want to work with cattle/pigs or in science/laboratory. To sum up, this comparison clarifies the differences and similarities between the veterinary faculties of Munich and Liège. On one hand the described differences can be used to motivate further development and alignment of the veterinary education in European universities. On the other hand this thesis facilitated to sign in Mars 2014 an ERASMUS-Agreement between the two faculties.

Abstract

L'objectif de cette thèse «La comparaison entre les formations vétérinaires à Munich et Liège » était d'analyser les similarités et les différences entre ces deux facultés. En Allemagne, il y a cinq universités habilitées à organiser l’enseignement vétérinaire, y compris Munich. Dans la Communauté française de Belgique, quatre universités organisent le Bachelier en médecine vétérinaire, mais Liège est la seule université où les étudiants peuvent y poursuivre leurs études grâce au Master. Après avoir terminé le Bachelier dans une de ces quatre universités les étudiants sont automatiquement admis en Master à Liège. Etudier à l'étranger apporte de nombreux avantages : un nouvel environnement académique, un mode de vie différent, des connaissances enrichies et de nouvelles perspectives de carrière. La disposition d'un cadre européen commun de l'enseignement vétérinaire et la connaissance du système éducatif dans d'autres pays facilite la mobilité des étudiants et des académiques. Les Etats européens ont fondé l'Union européenne (UE) et l'Espace économique européen (EEE) afin de renforcer la coopération politique et économique. La directive 2005/36/CE a été adoptée pour harmoniser les conditions d'études et pour permettre la reconnaissance des qualifications professionnelles au sein de l'Espace économique européen. Elle définit par exemple les conditions minimales de formation vétérinaire, médicale et dentaire, de façon à obtenir une reconnaissance des diplômes au sein des pays de l’UE. En signant la déclaration de Bologne, 47 pays européens dispensent un enseignement supérieur plus homogène et facilitent la mobilité des académiques et des étudiants. Ils ont mis en place une structure en trois cycles d’études supérieures (bachelier / master / doctorat), un système européen de transfert et d'accumulation de crédits (European Credit Transfer System ECTS) ainsi qu’une coopération en matière d'assurance de la qualité. En outre, les établissements d’enseignement vétérinaire sont évaluées sur une base volontaire par l’AEEEV (Association européenne des établissements d'enseignement vétérinaire, en anglais : EAEVE). Cette association évalue l’harmonisation des conditions minimales de formation reprises dans la directive 2005/36/CE. Elle a établi une liste des compétences essentielles, les «day-one skills», qui doivent être acquises avant l’obtention du diplôme. Les études à Munich durent cinq ans et demi, soit onze semestres. Les diplômés acquièrent le droit de porter le titre de médecin vétérinaire. À Liège, les études sont divisées en deux cycles de base : trois ans de Bachelier et trois ans de Master. Chaque année, les étudiants doivent acquérir 60 ECTS, un ECTS correspondant à 30 heures d'apprentissage. À la différence de Munich, les étudiants à Liège doivent réaliser un travail de fin d'études et reçoivent automatiquement le titre de docteur en médecine vétérinaire en supplément du titre du médecin vétérinaire. Pour rentrer dans les deux facultés, un titre d'accès aux études universitaires est nécessaire. Il s’agit de l’Abitur en Allemagne et du Certificat d'Enseignement Secondaire Supérieur en Communauté française de Belgique. A Munich, le nombre de places est limité et jusqu'à 80% des places sont attribuées en fonction de la note moyenne de l'Abitur. Au contraire, à Liège, tous les étudiants résidents peuvent s’inscrire. Cependant l'admission des étudiants non-résidents est limitée à 30% des étudiants vétérinaires inscrits l’année précédente pour la première fois en 1er cycle. Les non-résidents sont tirés au sort. Cette régularisation considérable du nombre d’étudiants non-résidents a été adoptée en réponse au nombre très élevé des étudiants d’origine française. À Munich, 86% des étudiants sont de sexe féminin. Seulement 68% le sont à Liège. Les étudiants de Liège sont plus jeunes que ceux de Munich, ce qui peut être expliqué par des différences dans le système scolaire. Dans les deux facultés, le nombre total d'heures du programme de cours est d’environ 5000. Il y a cependant des différences importantes de charge de travail dans certains domaines : à Liège, plus de temps est consacré aux matières de base comme la physique, la botanique, la zoologie, la biométrie et la chimie (Munich: 322 heures Liège: 554 heures). A Munich, l’hygiène alimentaire et la santé publique sont abordées plus en profondeur (Munich: 516 heures, Liège: 180 heures). A Munich, 308 heures parmi les cours au choix de l’étudiant sont à valider avant les examens finaux, tandis qu’à Liège, il n’existe pas de cours optionnels ; les étudiants ont seulement la possibilité de choisir les espèces animales dans deux cours. De plus, il existe des différences au niveau des stages que les étudiants doivent effectuer durant leurs études. À Munich, les stages représentent plus de 20% du nombre total d'heures du programme de cours (1170 heures) : les étudiants passent 850 heures de formation clinique dans un cabinet ou une clinique vétérinaire, mais aussi 100 heures à l’abattoir. Les étudiants à Liège ne réalisent eux que 560 heures de stage. Une partie de cette thèse de doctorat était un questionnaire afin de mesurer les compétences vétérinaires fondamentales, basé sur l'idée des compétences essentielles (définies par l’AEEEV), qui devraient être maîtrisées avant l'obtention du diplôme. À Munich et à Liège tous les étudiants de dernière année ont été interrogés en 2012 juste avant leur remise de diplôme. Dans les deux facultés, plus de 200 étudiants ont répondu au questionnaire. Après avoir recueilli les variables démographiques, les étudiants se sont vu demander s'ils veulent travailler avec des petits animaux, chevaux, bovins / porcs, dans une clinique mixte ou en science / laboratoire à la fin de leurs études. Les participants ont évalué leurs compétences et on leur a été demandé où ils ont appris à maîtriser chacune d’elle (au cours, au TP TD, en clinique, en stage). Les différentes questions du questionnaire ont ensuite été réparties en différents domaines (par exemple «examen général», «traitement des petits animaux» et «traitement des grands animaux»). Les analyses statistiques des données recueillies ont montré que les étudiants de Liège ont évalué leurs compétences comme étant meilleures que celles des étudiants de Munich. En outre, tous les étudiants masculins ont évalué leurs compétences significativement mieux que toutes les étudiantes, mais cette auto-évaluation n’a pas correspondu avec les notes finales à Munich, où les filles étaient même légèrement meilleures que leurs camarades masculins. Ensuite, une comparaison des compétences auto-évaluées au sein de Munich et au sein de Liège a été réalisée. A Munich, les étudiants ont évalué leurs compétences en «traitement des petits animaux» significativement moins bonnes que leurs compétences en «examen général», tandis que à Liège ces deux compétences ont toutes deux été jugées bonnes. Ceci peut en partie être expliqué par le fait qu’à Liège, les étudiants ont la possibilité d'examiner et d'opérer des petits animaux dans les SPAs. Les étudiants des deux facultés ont souvent cité le même endroit d’acquisition des compétences. À Munich comme à Liège, par exemple, les compétences en «examen général» ont principalement été apprises en clinique. Les compétences acquises en stage bénéficient d’une auto-évaluation des compétences plus élevée dans de nombreux domaines, par exemple le «traitement des petits animaux» et le «traitement des grands animaux». Dans ce questionnaire on a demandé de juger des compétences pratiques ce qui peut expliquer ce résultat. L'hypothèse d'une relation positive significative entre l'intérêt pour un sujet spécifique et le degré de connaissance dans cette matière peut être confirmée : par exemple, les étudiants qui veulent travailler avec des petits animaux après leurs études ont évalué leurs compétences dans le domaine «traitement des petits animaux» significativement meilleures que ceux qui veulent travailler avec des bovins / porcs ou en science / laboratoire. Pour résumer, cette comparaison clarifie les différences et les similarités entre les facultés de médecine vétérinaire de Munich et Liège. D'une part les différences peuvent être utilisées comme argument pour un futur développement et alignement de l'enseignement vétérinaire dans les universités européennes. D’autre part, cette thèse a facilité de signer un contrat ERASMUS entre les deux facultés.