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Hirte, Eva (2013): Expression von E-Cadherin, Beta-Catenin und Mucin-1 bei einherdigen im Vergleich zu mehrherdigen Mammakarzinomen. Dissertation, LMU München: Medizinische Fakultät
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Abstract

Hintergrund und Zielsetzung: Die aktuelle TNM-Klassifikation berücksichtigt bis dato nicht die tatsächliche Tumorlast bei mehrherdigen Mammakarzinomen. Neuere Daten weisen darauf hin, dass mehrherdige Karzinome im Vergleich zu einherdigen Karzinomen bei identischem TNM-Stadium eine schlechtere Prognose hinsichtlich Gesamtüberleben und Rezidivauftreten haben. Ziel dieser Studie war es, mögliche Unterschiede in der Tumorbiologie von ein- und mehrherdigen Mammakarzinomen zu evaluieren. Material und Methoden: Wir verglichen retrospektiv 57 einherdige mit 55 mehrherdigen Mammakarzinompatientinnen. Aus diesem Gesamtkollektiv isolierten wir eine Matched-Pair-Gruppe mit 46 Patientinnen, deren Kollektive hinsichtlich Tumorgröße, Grading und Lymphknotenstatus übereinstimmten. Die Paraffinschnitte jeder Patientin wurden immunhistochemisch auf die Expression von E-Cadherin, Beta Catenin und Mucin-1 untersucht. Ergebnisse: Die E-Cadherin-Expression war bei den mehrherdigen Mammakarzinomen signifikant reduziert gegenüber den einherdigen Karzinomen (Gesamtkollektiv: p<0,0001; Matched-Pair-Gruppe: p=0,024). Die Beta-Catenin-Expression unterschied sich zwischen ein- und mehrherdigen Karzinomen kaum. Bei den multifokalen/multizentrischen Karzinomen nahm die Mucin-1-Expression mit steigendem Grading signifikant ab (Gesamtkollektiv: p=0,027; Matched-Pair-Gruppe: p=0,023), während sie bei den unifokalen Karzinomen leicht zunahm. Eine signifikante (p=0,003) positive Korrelation bestand zwischen der Expression von Beta-Catenin und E-Cadherin in der unifokalen Gruppe des Gesamtkollektivs. Schlussfolgerung: Erstmals wurden Oberflächenmoleküle bei ein- und mehrherdigen Mammakarzinomherden vergleichend untersucht. Die in dieser Studie gewonnenen Erkenntnisse weisen auf eine unterschiedliche Tumorbiologie zwischen ein- und mehrherdigen Mammakarzinomzellen. Weitere Studien werden nötig sein, um die Tumorbiologie im Hinblick auf die Herdigkeit zu untersuchen. Die Forschung nach neuen und zielgerichteten Therapieansätzen bei mehrherdigen Mammakarzinomen sollte weiter vorangetrieben werden.