Logo Logo
Hilfe
Kontakt
Switch language to English
Zwirglmaier, Stefanie (2013): Einfluss routinemäßiger Zahnbehandlungen bei Pferden auf maximale Raufutteraufnahme, scheinbare Futterverdaulichkeit und Kotpartikelgröße, Effect of dental correction on voluntary hay intake, apparent digestibility of feed and faecal particle size in horse. Dissertation, LMU München: Tierärztliche Fakultät
[img]
Vorschau
PDF
Zwirglmaier_Stefanie.pdf

1MB

Abstract

In der vorliegenden Arbeit wurde der Effekt einer Zahnbehandlung auf die scheinbare Gesamtverdaulichkeit der Ration bei neun adulten Warmblutpferden (Alter 5 bis 15 Jahre) mit moderater Zahnpathologie bestimmt. Die Zahnbefunde umfassten Exsuperantien an den Prämolaren und Molaren und daraus resultierende Schleimhautläsionen, gering ausgeprägtes Treppen- oder Wellengebiss, persistierende Milchzähne und milden Überbiss. Die Probanden zeigten keine offensichtlichen Probleme bei der Futteraufnahme und waren klinisch gesund. Außerdem wurde die Partikelgröße vor und nach Behandlung verglichen und die maximale Raufutteraufnahme ermittelt. Die scheinbare Verdaulichkeit (sV) wurde mittels zwei Verdauungsversuchen (vor und nach Behandlung) bestimmt. Die Kotpartikelgröße wurde mittels Nasssiebung gemessen. Ein Durchgang bestand aus drei Tagen Adaptation und drei Tagen Kollektion. In einem Vorversuch wurde jeweils eine dreitägige ad libitum Fütterung von Raufutter durchgeführt. Der zweite Durchgang fand 25 Tage nach der Zahnbehandlung statt. Im Gegensatz zu bisherigen Studien wurde in dem vorliegendem Versuchskonzept darauf geachtet, dass das Raufutter-Kraftfutter-Verhältniss über beide Versuchsphasen konstant war. So konnte verhindert werden, dass Pferde eventuell nach der Zahnkorrektur mehr Heu aufnahmen und somit die Verdaulichkeit der Ration sinkt. Außerdem wurde ein Vorher-Nachher Design gewählt, um eine Verschleierung der Effekte durch individuelle Unterschiede auszuschließen. Ergebnisse: Nach der Zahnbehandlung verbesserte sich die scheinbare Verdaulichkeit der Trockensubstanz (TS), Energie, Rohfaser und N-freien Extraktstoffe (NfE) signifikant. Sieben der neun Tiere zeigten nach der Behandlung höhere Verdaulichkeiten dieser Nährstoffe. Die Verbesserung war besonders deutlich bei Pferden, die mehr Trockensubstanz über Kraftfutter (>3g/kg Körpergewicht (KGW)/Tag) aufnahmen. Ein Zusammenhang der Verbesserung mit bestimmten Zahnproblemen konnte nicht ermittelt werden. Die scheinbare Verdaulichkeit des Rohprotein wurde durch die Zahnbehandlung nicht beeinflusst. Veränderungen in der Größe der Kotpartikel vor und nach der Zahnbehandlung konnten in dieser Studie nicht erfasst werden. Die Kotpartikelgrößen zeigten sich abhängig vom Individuum. Die ad libitum Raufutteraufnahme vor und nach Zahnbehandlung zeigt keine signifikanten Unterschiede. Die Aufnahme ist individuell unterschiedlich zwischen 11 und 22g TS/kg KGW/d (Mittelwert: 17 ± 3g TS/kg KGW/d) vor Behandlung und 8 - 26g TS/kg KGW/d (Mittelwert: 17 ± 4g TS/kg KGW/d) nach Behandlung. Über die drei Tage, vor und nach Behandlung, waren die Aufnahmen der einzelnen Tiere ähnlich. Ein Zusammenhang zur angebotenen Kraftfuttermenge und der ad libitum Heuaufnahme wurde nicht beobachtet.

Abstract

In the present study we investigated the effect of dental corrections on apparent nutrient digestibility in nine adult warmblood horses (aged 5 to 15 years). The horses had moderate abnormalities, but no obvious discomfort while chewing and were clinically healthy. The dental findings ranged from sharp enamel points on premolar and molar teeth and resulting lesions of mucosa, to moderate stepmouth or wavemouth, to persistent milk teeth and mild prognathia. Additionally faecal particle size and the maximum roughage intake, before and after dental correction, were determined. Two digestion trials (before and after treatment) were carried out. Each with three day adaptation and three day total feaces collection. In a pre-trial, a period of three day ad libitum feeding of hay, was attached. The second trial took place 25 days after dental treatment. Feacal particles were examined with wet sieving. In contrast to several previous studies this investigation was carried out in a before and after study design with a strictly controlled ratio of forage to concentrates. Horses were prevented eating more hay after dental treatment. Hay shows lower digestibility than concentrates, thus digestibility of the ration could decrease. Results: Apparent digestibility of dry matter (DM), energy, crude fiber and N-free extract (NfE) increased significantly after dental treatment. Seven out of nine horses showed an improvement in digestibility of these nutrients after dental correction. Improvement was higher in horses eating more concentrates (>3g/kg body weight (BW)/day), than in those eating less concentrates. Correlation to certain typs of dental abnormalities were not seen. Apparent digestibility of crude protein was not affected by dental treatment. Differences in feacal particle size in connection with dental treatment could not be detected. Feacal particle size depended on the individual horse. Ad libitum roughage intake did not differ before and after dental correction. It was rather high, between 11 and 22g DM/kg BW/day (mean: 17 ± 3g DM/kg BW/day) before treatment and 8 - 26g DM/kg BW/day (mean: 17 ± 4g DM/kg BW/day) after treatment. The intake on three different days was similar within horses but differd between horses. Correlation between concentrate allowance and ad libitum hay intake could not be seen.