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Sieffert, Monika (2003): Nachweis und Differenzierung von Vibrio sp. in Krusten- und Schalentieren und Erzeugnissen daraus unter besonderer Berücksichtigung der routinemäßigen Diagnostik. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

Detection and Differentiation of Vibrio sp. in Crustaceans, Molluscs, and Products thereof with Regard to Routine Diagnostic The purpose of this study was to reveal the contamination rate by vibrios of commercially available crustaceaens, and molluscs, and products thereof. Beside this, a simple quick routine method for the detection should be established. Between January 2001 and May 2002 the administrative „Wirtschaftskontrolldienst“ sampled in the district of Karlsruhe 100 samples of shrimps and shells either raw or heat treated, but not ready to eat, besides this heated and ready to eat food samples. These samples were tested by means of one enrichment system and two bacterial counting methods for Vibrio sp. The enrichment system was modified from the enrichment system described by ICMSF in „Microorganisms in foods – microbiological specifications of food pathogens". The modification is explained thoroughly. Strains of V. parahaemolyticus and V. cholerae were tested afterwards at the “Nationales Referenzzentrum für Enteritiserreger” in Hamburg for the existence of pathogenic potential. A total of 22 percent of the samples were positive for Vibrio; raw shells have the highest contamination rate with 50 percent, raw shrimps (35 % positive) distinctly higher than boiled shrimps (6,8 % positive). Most of the positive results succeeded using the enrichment system. The advantages of the different investigation systems are explained in detail. A potential health risk exist preferably, if improper handling of these seafood leads to an increase of the microbiological load and no or insufficient decontamination prior to eating was performed. Regarding new habits of consumption (raw sea products) and the increase of so called „other forms“ of infectious enteritis more attention should be paid to the sporadic occurrence of this microorganisms.

Abstract

Ziel der Arbeit war es, zu untersuchen, inwieweit aus dem Handel stammende Krusten- und Schalentiere und Erzeugnisse daraus mit Vibrionen belastet sind und hierfür eine möglichst einfache und routinemäßig anwendbare Unter-suchungsmethode zu entwickeln. Im Zeitraum von Januar 2001 bis Mai 2002 wurden durch den Wirtschaftskontrolldienst im Regierungsbezirk Karlsruhe insgesamt 100 Proben Muscheln und Garnelen als rohe, erhitzte aber nicht verzehrsfertige und als gegarte und verzehrsfertige Ware aus dem Handel gezogen. Diese Proben wurden mittels eines Anreicherungs- und zwei Keimzählverfahren auf das Vorhandensein von Vibrio sp. untersucht. Das Anreicherungsverfahren wurde von dem im “Microorganisms in foods – microbiological specifications of food pathogens” des ICMSF vorgeschlagenen Anreicherungsverfahren abgeleitet. Zur Keim-zahlbestimmung wurde die Direktplatierung auf TCBS-Agar mit dem Spatelverfahren durchgeführt und ein von der durch VENKATESWARAN et al. (1989) beschriebenen „pad pre-enrichment technique“ abgeleitetes Membranfiltrationsverfahren angewendet. Die modifizierten Methoden werden ausführlich dargestellt. Beim Nachweis von V. parahaemolyticus und V. cholerae wurde anschließend am Nationalen Referenzzentrum für Enteritiserreger in Hamburg auf das Vorhandensein von Pathogenitätsfaktoren untersucht. Insgesamt konnten in 22 Prozent der untersuchten Proben Vibrionen nachgewiesen werden. Bei den rohen, frischen Muscheln war die Nachweisrate mit 50 Prozent am höchsten. Die Nachweisrate lag bei den rohen Garnelen mit 35 Prozent deutlich über der Nachweisrate in hitzebehandelten Garnelen mit 6,8 Prozent. Die meisten Nachweise gelangen mit dem Anreicherungsverfahren. Die Vorzüge je Methode werden hinsichtlich der positiven Befunde im Einzelnen dargestellt. Eine Gesundheitsgefahr besteht vor allem dann, wenn es durch unsachgemäßen Umgang mit dieser Lebensmittelgruppe zu Keimvermehrungen kommt und keine oder keine ausreichende Keimabtötung vor dem Verzehr stattfindet. Angesichts der geänderten Verzehrsgewohnheiten (Genuss roher und halbroher Fischerei-erzeugnisse) und dem gestiegenen Vorkommen der „übrigen Formen“ der infektiösen Enteritiden sollte dem bisherigen Auftreten sporadischer Einzelfälle dieser Erregergruppe mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.