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Hudert, Tanja (2008): Sonographische, echokardiographische und labordiagnostische Parameter bei gesunden euthyreoten Katzen und hyperthyreoten Katzen sowie bei Katzen mit nichtthyreoidalen Krankheiten. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

Nach Vorbericht und klinischer Untersuchung wurden bei 121 Katzen eine Sonographie der Schilddrüse und eine Doppleruntersuchung der A. carotis communis durchgeführt sowie Blutproben für die Bestimmung von Blutbild, Organprofil, Elektrolyten und T4-Konzentration entnommen. Bei 79 dieser Tiere wurde zusätzlich eine echokardiographische Untersuchung durchgeführt. Basie-rend auf klinischen und labordiagnostischen Ergebnissen erfolgte eine Einteilung in die drei Untersuchungsgruppen gesunde Tiere (n = 63), hyperthyreote Katzen (n = 17) und Tiere mit nichtthyreoidalen Krankheiten (n = 41). Beim Vergleich der labordiagnostischen Parameter konnten bei den hyperthyreoten Tieren die aus der Literatur bekannten Veränderungen bestätigt werden. Dabei erwiesen sich die beiden Leberenzyme ALT und AP mit regelmäßig moderat erhöhten Aktivitäten als sensitive, wenn auch unspezifische Parameter, während nur unzuverlässige Veränderungen anderer Parameter festzustellen waren. Die Tiere der Rasse Maine Coon unterschieden sich sowohl in den echokardio- graphischen als auch den dopplersonographischen Parametern signifikant von anderen Rassen und wurden deshalb nicht in diesen Vergleich einbezogen. Bei den hyperthyreoten Katzen konnten echokardiographische Veränderungen im Sinne einer hypertrophen Kardiomyopathie festgestellt werden, die jedoch wie in der Literatur beschrieben nur gering ausgeprägt und in der Regel nicht von kongestiver Herzinsuffizienz begleitet waren. Die bekannten hämodynamischen Veränderungen bei feliner Hyperthyreose konnten anhand signifikant höherer Herzfrequenzen und Geschwindigkeiten bei Doppleruntersuchung der A. carotis communis dargestellt werden. Dies traf jedoch vor allem auf Katzen mit isolierter Hyperthyreose zu, während hyperthyreote Tiere mit zusätzlichen nichtthyreoidalen Krankheiten dopplersonographisch nur selten von gesunden Katzen zu unterscheiden waren. Bei Sonographie der Schilddrüse wurde als Größenmaß der einfach zu bestimmende und wenig fehlerbehaftete funktionelle Querschnitt bestimmt, der sich durch Addition der Flächen beider Schilddrüsenlappen an Stelle des größten Querschnitts errechnet. Als Referenzwert für unveränderte Schilddrüsen wurde ein funktioneller Querschnitt von 6,4 bis 16,8 mm2 ermittelt. Sowohl funktioneller Querschnitt als auch Echotextur der Schilddrüse und besonders deren Kombination erwiesen sich als geeignete Verfahren zur Diagnose der felinen Hyperthyreose. Beim Vergleich der sonographischen und labordiagnostischen Befunde zeigten alle Katzen mit sonographisch unveränderten Schilddrüsen T4-Konzentrationen im Referenzbereich, während bei Werten im fraglichen Bereich immer bereits Schilddrüsenveränderungen nachweisbar waren. Somit sind die sonographischen Kategorien Kat0 und Kat1 nicht mit einer Hyperthyreose vereinbar, Kat2 und Kat3 sind als Übergangsform zu betrachten, wobei eine Hyperthyreose bereits möglich ist, bei Kat4 und Kat5 dagegen liegt entweder ein seltenes funktionell nicht aktives Schilddrüsenkarzinom oder mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Hyperthyreose vor. Bei "okkulter Hyperthyreose", die entweder ein Frühstadium oder eine milde Form der Krankheit darstellt oder sich durch Kombination von Hyperthyreose und zusätzlicher nichtthyreoidaler Krankheit auszeichnet, sind häufig keine typischen Veränderungen vorhanden und eine eindeutige Diagnose ist nicht möglich. Gerade in diesen fraglichen Fällen erwies sich die Sonographie als wertvolle Ergänzung, da durch Kombination der klinischen, sonographischen und labordiagnostischen Befunde die feline Hyperthyreose trotz nicht eindeutiger T4-Konzentrationen dennoch bei den meisten Patienten diagnostiziert werden konnte.