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Voelkel, Anatina (2008): Der Dexamethason/Corticotropin-Releasing-Hormon-Test in der Verlaufsbeobachtung bei Patienten mit depressiver Störung. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Die depressive Störung gehört den affektiven Störungen, die durch eine krankhafte Veränderung der Stimmung (Affektivität) gekennzeichnet ist. Die Punktprävalenz von Depressionen beträgt 5-10%. Das Lebenszeitrisiko an einer Depression zu erkranken beträgt ca. 15-17%. Unter den affektiven Störungen kommt den depressiven Erkrankungen bei weiten die größte Bedeutung zu. Sie gehören heute zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Nur 25% der Depressionen verlaufen einphasig, 75% der Erkrankungen rezidivieren. Bei unipolaren Depressionen muss im Mittel mit vier Episoden im Laufe eines Lebens gerechnet werden. Als eine biologische Ursache für eine depressive Störung werden Dysregulationen der HPA-Achse verantwortlich gemacht. Mit dem DEX/CRH-Test steht ein Verfahren zur Verfügung, mit dem sich die Veränderungen der HPA-Achse gut darstellen lassen. Ein deutlicher Anstieg des Cortisol- bzw. ACTH-Spiegels im DEX/CRH-Test wird als pathologisch gewertet. In der vorliegenden Arbeit wurde die Rolle des DEX/CRH-Tests in der Verlaufsbeobachtung bei 18 Patienten mit einer depressiven Störung erstmals über einen Zeitraum von drei Jahren untersucht. Anhand der Ergebnisse im DEX/CRH-Test bei Entlassung aus stationärer Behandlung erfolgte die Einteilung der Patienten in zwei Gruppen. Die Gruppe der "Suppressoren" zeigte sowohl im DEX/CRH-Test bei Entlassung als auch in den nach zwei und drei Jahren durchgeführten DEX/CRH-Tests ein signifikant von der Gruppe der "Nonsuppressoren" differierendes Verhalten der Cortisolspiegel. Es konnte erstmals festgestellt werden, dass der Unterschied zwischen der Gruppe der "Suppressoren" und der Gruppe der "Nonsuppressoren" hinsichtlich der Ergebnisse im DEX/CRH-Test auch über einen längeren Zeitraum von bis zu drei Jahren nach Entlassung aus stationärer Behandlung relativ stabil bleibt. In Kenntnis dieses Sachverhaltes besteht daher die Möglichkeit, in weiteren Studien mögliche Einflussfaktoren auf den DEX/CRH-Test genauer zu untersuchen und Hochrisikopatienten mit hohem Rückfallrisiko zu identifizieren und im Verlauf engmaschiger weiterzubetreuen.