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Bitzinger, Nina Heidi (2008): Abdominale Sonographie beim Meerschweinchen (Cavia aperea f. porcellus, L. 1758). Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

Ziel dieser Studie war es, die sonographische Darstellbarkeit der Bauchhöhlenorgane des Meer¬schweinchens zu erforschen und in systematischer Weise zu beschreiben sowie ge¬eignete Untersuchungstechniken und sonographische Normalbefunde zu dokumentieren. Hierzu wurden 28 klinisch gesunde Meerschweinchen verschiedener Altersstufen, Rassen und unterschiedli¬chen Geschlechts mit einer 6-13 MHz-Linearsonde in Rückenlage sonographisch untersucht und die Ergebnisse aufgezeichnet. Je ein weiteres Meerschweinchen wurde zur Abklärung einer vermuteten Urolithiasis bzw. zur Bestätigung einer Träch¬tigkeit vorgestellt. Alle Tiere verhielten sich trotz der ungewohnten Lagerung sehr kooperativ, was eine Sedation überflüssig machte. Einschränkungen bei der Untersuchung ergaben sich lediglich durch den stets futtergefüllten Magen und die großen Gärkammern Caecum und Colon im ventralen Abdomen, die mit ihrem Schallschatten dorsal gelegene Strukturen überlagerten. Besonders betroffen waren davon die linke Nebenniere, die größtenteils im rechten dorsalen Quadranten gelegenen Dünndarmanteile und die Ovarien bei weiblichen Tieren. Insgesamt konnten jedoch alle Organe der Bauch¬höhle außer dem Pankreas und dem unveränderten rechten Ovar reproduzierbar ab¬gebildet und beurteilt werden. Neben dem physiologischen Erscheinungsbild der Abdominalorgane konnten auch einige pathologische Befunde erhoben werden. Auffällig war vor allem das häufige Auftreten unterschiedlicher Mengen an Kristallen in der Harnblase, die sich als sedi¬mentierende, reflexreiche Echos darstellten. In dieser Studie ließen sich diese bei 22 von 28 Tieren nachweisen, klinische Symptome traten jedoch nicht auf. Bei dem Meerschweinchen, das wegen des Verdachts auf Urolithiasis vorgestellt wurde, zeigten sich ebenfalls große Mengen an Harngrieß, sowie zwei Konkremente im Harnblasenhals. Als weitere pathologische Veränderung konnten bei 7 von 17 weibli¬chen Meerschweinchen ein- oder beidseitig Ovarialzysten diagnostiziert werden, die allerdings keinerlei klinische Symptome verursachten. Schließlich wurde ein Meerschweinchen zur Bestätigung einer vermuteten Trächtig¬keit untersucht. Im Ultraschallbild konnten mehrere Fruchtanlagen dargestellt und Skelettanteile wie Schädel und Rippen, sowie Anteile der Leber identifiziert werden. Eine genaue Bestimmung der Anzahl der Feten war in diesem fortgeschrittenen Trächtigkeitsstadium nicht mit Sicherheit möglich. Insgesamt erwies sich die Sonographie mit wenigen Einschränkungen als sehr gut geeignet, die Organe der Abdominalhöhle beim Meerschweinchen abzubilden und zu beurteilen. Sie stellt somit neben der Röntgenuntersuchung ein wertvolles diagnosti¬sches Verfahren dar und sollte auch bei dieser Tierart routinemäßig zum Einsatz kommen.

Abstract

The objective of this study was to explore the possibility of imaging the abdominal or¬gans in the guinea pig, to describe them systematically and to document appropriate examination techniques, and normal sonographical findings. For this purpose, 28 clinically healthy guinea pigs of different age, race and gender were examined sonographically in dorsal recumbency using a 6 – 13 MHz linear transducer; the results were recorded. Additionally, one guinea pig was examined to confirm the diagnosis of urolithiasis, another to verify an assumed pregnancy. Despite the unfamiliar positioning, all animals were very cooperative, making seda¬tion unneccessary. Solely the ever food-filled stomach and the large hindgut in the ventral abdomen presented an obstacle in this study, since distal shadowing limited access to the dorsally located structures. This applies particularly to the left adrenal gland, those parts of the small intestine lying in the dorsal right quadrant, and the ovaries in female animals. In general, all organs of the abdominal cavity except for the pancreas and normal right ovary could be reproducibly visualised and evaluated. Besides the physiological appearance of the abdominal organs, some pathological findings were noted. Especially striking was the frequent occurrence of varying amounts of crystals in the urinary bladder, which were visible as sedimenting hyperechoic reflexes. In the present study they could be observed in 22 out of 28 animals, without inducing any clinical symptoms though. The guinea pig with the suspected urolithiasis also showed a large amount of crystals and two uroliths in the neck of the urinary bladder. As another abnormality uni- or bilateral ovarian cysts causing no clinical signs were detected in 7 out of 17 female guinea pigs. Finally, one guinea pig was examined for the confirmation of pregnancy. On the ultrasound image several fetuses were discovered , allowing identification of the liver and several skeletal parts, such as the skull and ribs. An accurate determination of the number of fetuses was not possible due to the advanced state of pregnancy. Despite a few limitations, ultrasonography has proven to be very well suited to display and evaluate the guinea pig’s abdominal organs. Therefore, it constitutes a very valuable diagnostic tool in addition to radiography and should hence be applied routinely in this species.