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Wartenberg, Susanne (2002): Vergleich der Niedrigdosis-Spiral-Computertomographie mit der konventionellen Spiral-Computertomographie in der Akutdiagnostik von Flankenschmerzen. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Die Bedeutung der nativen Spiral-CT für die Diagnostik akuter Flankenschmerzen und speziell für die Detektion von Harnleitersteinen ist nach heutigem Kenntnisstand unbestritten. Vielfach wurden die exzellente Treffsicherheit und die differentialdiagnostischen Fähigkeiten dieser Methode bestätigt. Die Überlegenheit gegenüber den konkurrierenden Verfahren ist eindeutig. Trotz der unbestrittenen diagnostischen Vorteile gilt die verhältnismäßig hohe Strahlenexposition als bedeutender Nachteil der Spiral-CT. Dieser Sachverhalt wiegt schwer, weil die betroffenen Patienten vergleichsweise jung sind und infolge des chronischen Verlaufs des Harnsteinleidens wiederholt untersucht werden müssen. Aus diesem Grund, gibt es seit geraumer Zeit Bestrebungen, Untersuchungs-Protokolle für die Spiral-CT zu entwickeln, die mit einer minimalen Strahlenbelastung auskommen. Selbstverständlich müssen bei einem Niedrigdosis-Verfahren eine hohe Bildqualität und letztendlich eine den Standard-Protokollen mit konventioneller Dosisbelastung ebenbürtige diagnostische Aussagesicherheit gewährleistet werden. Für die native Spiral-CT der ableitenden Harnwege gibt es diesbezüglich bisher kaum Erfahrungen. Das Niedrigdosis-Verfahren wird bevorzugt zur Beurteilung von anatomischen Regionen mit ausgeprägten Unterschieden im Detailkontrast der einzelnen Strukturen eingesetzt. Eine besonders geeignete Indikation ist demnach der Nachweis von Harnleiterkonkrementen. Gegenstand der vorliegenden Untersuchung ist die Überprüfung eines eigens entwickelten Niedrigdosis-Protokolls zur Abklärung akuter Flankenschmerzen unter dem speziellen Gesichtspunkt der Aussagesicherheit des Harnstein-Nachweises. Zum besseren Verständnis dieser Fragestellung werden die Grundzüge der Spiral-CT und des Niedrigdosis-Verfahrens dargelegt. In der hier vorgelegten Studie wurde ein Kollektiv von 109 Patienten mit akuten Flankenschmerzen mit einer nativen Spiral-CT nach dem Niedrigdosis-Protokoll untersucht. In 80 Fällen (73%) lag ein akutes Harnsteinleiden vor. Die Prävalenz der Urolithiasis ist bei diesen Patienten vergleichsweise hoch. In anderen Studien zur Überprüfung des diagnostischen Stellenwerts der nativen Spiral-CT liegt sie in einem Bereich von 39%-69% (26, 59, 54, 89, 100). Dies liegt daran, dass es sich hier um ein hochselektiertes Kollektiv handelt, da die Indikation zur Durchführung der nativen Spiral-CT ausschließlich von Urologen unter dem Aspekt Urolithiasis gestellt wurde. Mit dem hier vorgestellten Niedrigdosis-Verfahren wird pro Untersuchungsgang eine Reduktion der effektiven Dosisbelastung des Patienten auf ein Drittel bzw. ein Viertel der sonst gebräuchlichen konventionellen CT-Protokolle erzielt. Der diagnostische Stellenwert des Niedrigdosis-Verfahrens wurde anhand einer Beurteilung der Sensitivität und Spezifität für den Nachweis von Harnleitersteinen bestimmt. Daher wurden für einen direkten Vergleich entsprechende Ergebnisse bewährter Standard-Protokolle mit konventioneller Dosis herangezogen. Es zeigt sich, dass die diagnostische Aussagesicherheit der nativen Spiral-CT nach dem Niedrigdosis-Verfahren bei der Beurteilung durch einen erfahrenen Untersucher im Bereich des für etablierte Standard-Protokolle üblichen Niveaus liegt. Die native Spiral-CT ist auch im Niedrigdosis-Protokoll ein hervorragendes Verfahren zur primären Untersuchung von Patienten mit akuten Flankenschmerzen. Für diese Methode konnte eine hohe Aussagesicherheit für den Nachweis von Harnleitersteinen und weitere nicht steinassoziierte pathologische Prozesse nachgewiesen werden. Der entscheidende Gewinn ist die erhebliche Reduktion der effektiven Dosisbelastung. Mit dieser Methode gelingt es, den wichtigsten Nachteil der konventionellen nativen Spiral-CT - die verhältnismäßig hohe Dosisbelastung - zu beseitigen. Die weitere Verbreitung dieses Verfahrens ist wünschenswert. Dies gilt insbesondere auch unter dem Aspekt der Zuverlässigkeit und Schnelligkeit der Methode. Sie ermöglicht eine Beschleunigung der Diagnostik und somit ein zügiges Einleiten der erforderlichen Therapie.