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Serrone, Vilma (2007): Erkennen von Emotionen nach akutem Schlaganfall. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Das Ziel dieser Arbeit war, das Erkennen von Gesichtsausdrücken bei Patienten mit akutem Schlaganfall zu untersuchen. Die rekrutierte Patientengruppe erlitt einen erstmaligen Schlaganfall, und wies keine Demenz sowie keine Sprachstörung auf. Zudem wurden keine Patienten mit einer depressiven Symptomatik eingeschlossen. Die in dieser Arbeit angewandten Gesichtsausdrücke sind die sechs primären Emotionen (Wut, Angst, Ekel, Trauer, Überraschung und Freude), die aus der Emotionstheorie von Ekman bekannt sind. Die Patientengruppe bestand aus 26 Patienten, davon waren 11 Patienten von einem rechtshemisphärischen und 15 von einem linkshemisphärischen Schlaganfall betroffen. Es wurde auch untersucht, ob das Erkennen von Gesichtsausdrücken im Zusammenhang mit bestimmten unabhängigen Variablen steht. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass das Geschlecht keine signifikante Rolle (p=0,13) beim Erkennen von Emotionen spielt. Rechts- oder linkshemisphärische Läsionen scheinen das Erkennen von Gesichtsausdrücken ebenso nicht zu beeinflussen (p=0,54). Die Fragestellung, ob MMST – Werte das Erkennen von Gesichtsausdrücken beeinflussen, hatte ein negatives Ergebnis. Das Erkennen von Gesichtsausdrücken hingegen zeigte sich herabgesetzt. Insbesondere erzielte die gesamte Patientengruppe bei den negativen Emotionen Ekel und Angst niedrige Scores im Vergleich zu den Normwerten. Die falsche Einordnung von negativen Emotionen insbesondere der Angst könnte zusätzlich dazu führen, dass Situationen schlechter erkannt oder unterschätzt werden. Infolgedessen liegt auch eine Veränderung des sozialen Verhaltens nahe und dies würde zu einer eventuellen Belastung der Betreuer und Angehörigen führen. Wie bereits in anderen Studien berichtet, könnten Schwierigkeiten im Erkennen von Emotionen auch die Vorstufe von einer post-stroke Depression darstellen. Falls der Zusammenhang tatsächlich bestünde, könnte für Patienten der FEEST als Verfahren angewandt werden, um eine post-stroke Depression eventuell rechtzeitig zu erkennen und dieser vorzubeugen.