Logo
DeutschClear Cookie - decide language by browser settings
Riegger, Martin (2007): Die ventrale Stabilisierung thorakolumbaler Wirbelkörperfrakturen: Eine prospektive Kohortenstudie an 68 Patienten über die ventralen Implantate: Knochenspan, nicht extendierbarer- (Timeshed Cage) und extendierbarer Titankorb (Synex™) im Vergleich.. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
[img]
Preview
PDF
Riegger_Martin.pdf

543Kb

Abstract

In dieser Kohortenstudie mit prospektiver radiologischer Betrachtung wurden Patienten mit einer traumatischen Wirbelkörperfraktur, die von dorsoventral stabilisiert und im Städtischen Krankenhaus München Harlaching in den Jahren 2000 bis 2002 operiert worden waren, in einer Nachuntersuchung reevaluiert, zu ihrem Gesundheitszustand befragt und körperlich untersucht, wobei der Frage nach Unterschieden im Bezug auf das klinisch-funktionelle, sozioökonomische und radiologische Ergebnis der Patienten nachgegangen wurde. Das Patientenkollektiv bestand aus drei Behandlungsgruppen, die jeweils einen unterschiedlichen ventralen Wirbelkörperersatz therapeutisch erhalten hatten. 20 Patienten mit einem Timeshed Cage, 18 mit einem Synex™ Cage und 30 mit einem Knochenspan bildeten das Patientenkollektiv, welches mit der deutschen Version des SF-36-Fragebogens, eigenen Fragen, einer körperlichen Untersuchung und anhand der Auswertung röntgenologischen Datenmaterials untersucht, verglichen und statistisch mit dem SPSS-Statistikprogramm ausgewertet wurde. Außerdem wurde der Frage nach Unterschieden zwischen Arbeitsunfällen und privaten Unfällen nachgegangen. In den Ergebnissen zeigte sich eine signifikante Einschränkung des gesamten Patientenkollektivs (p<0,05; T-Test) bei der Auswertung des SF-36-Fragebogens im Vergleich zur Normstichprobe bei allen 8 Skalenwerten und bezüglich der körperlichen Summenskala. Die Auswertung eigener Fragen und die körperliche Untersuchung lieferten ähnliche Ergebnisse bezüglich der Einschränkungen im Lebensalltag (p<0,0001; Wilcoxon- Test). Im interindividuellen Gruppenvergleich der ventralen Therapiemaßnahmen fielen über weite Strecken keine signifikanten Unterschiede auf, jedoch mit großer Häufigkeit ein prozentual besseres Abschneiden der Patienten mit einem Knochenspan, so dass dem Knochenspan als Behandlungsmethode einer Wirbelkörperfraktur im thorakolumbalen Übergang Vorteile zumindest bei von ventral monosegmental stabilisierten traumatischen Frakturen gegenüber Titankörben eingeräumt werden müssen, zumal sich in dieser Studie das Ergebnis einer 79 erhöhten Morbidität am Beckenkamm nicht bestätigen lassen konnte. Das schlechteste Ergebnis brachte der Timeshed Cage, unter dessen Therapie die prozentual höchste Morbidität der Patienten festzustellen war. Röntgenologisch besaßen die Titankörbe ein höheres Aufrichtungspotential bei Körperwinkel (KW), Sagittalem Index (SI) und bei der Bestimmung der Grund-Deckplattenwinkel (GDW 1 und 2), wobei es in der Gruppe der Knochenspäne zur besten Langzeitstabilisierung mit der geringsten Rekyphosierung kam. Ein erhöhtes „stress-shielding ließ sich dem Synex™ Cage als expandierbares Implantat nicht nachweisen, da kein signifikanter Korrekturverlust auftrat (p>0,05; Wilcoxon-Test), im Gegansatz zum Timeshed Cage, der bei der Beurteilung des GDW 1 einen signifikanten Korrekturverlust zeigte (p<0,05; Wilcoxon-Test) und dem somit viel eher ein „stress-shielding“ nachgesagt werden konnte. Die beste knöcherne Konsolidierung des Operationsergebnisses zeigte sich bei den Knochenspanpatienten. Dem Knochenspan wurden in dieser Studie Vorteile gegenüber Titanimplantaten bei von ventral monosegmentaler Versorgung eingeräumt. Titanimplantate insbesondere der expandiebare Cage wiesen ein deutlich höheres Entkyphosierungspotential der frakturierten Wirbelkörper auf. Arbeitsunfallpatienten schienen subjektiv stärker eingeschränkt als es nach der Beurteilung der objektiveren körperlichen Untersuchung möglich sein konnte. Sie waren nach der Operation mit den gleichen Verletzungen mit 10,36 Monaten durchschnittlich 6,29 Monate signifikant länger (p<0,0001; T-Test) arbeitsunfähig als privat verunfallte Patienten und litten unter einer stärkeren subjektiven Schmerzsituation trotz des gleichen Traumas und den gleichen Operationsmethoden.