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Seidenbusch, Michael (2006): Rekonstruktion von Organ- und Effektivdosen bei konventionellen Röntgenuntersuchungen am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Universität München mit einer Berechnung neuer Konversionsfaktoren für die pädiatrische Radiologie. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Seit 1976 werden in der Abteilung Radiologie im Dr. von Haunerschen Kinderspital der Universität München die bei sämtlichen Röntgenuntersuchungen anfallenden Röntgenexpositionsparameter in elektronischen Datenbanksystemen archiviert. Anhand von etwa 220.000 Röntgenuntersuchungen von etwa 100.000 Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen aus den Jahren von 1976 bis 2003 erfolgte neben einer Darstellung von Röntgenuntersuchungsäufigkeiten und klinischen Indikationen die Rekonstruktion von Einfall-, Organ- und Effektivdosen zur Quantifizierung der Patientenexposition in der Pädiatrischen Radiologie. Für über 95% der erfaßten Fälle wurde anhand des in der Arbeit entwickelten PÄDOS-Algorithmus unter der Berücksichtigung der 28 häufigsten Röntgenuntersuchungstechniken der Pädiatrischen Radiologie eine Rekonstruktion der Organ- und Effektivdosen nach dem Konversionsfaktoren-Konzept durchgeführt. Hierzu wurden mit Hilfe des vom Finnish Centre for Radiation and Nuclear Safety (STUK) zur Verfügung gestellten PC-Programms PCXMC neue Konversionsfaktoren für die am Dr. von Haunerschen Kinderspital angewandten Röntgenexpositionstechniken durch Monte-Carlo-Simulation an mathematischen MIRD-Phantomen der Altersstufen 0, 1, 5, 10, 15 und 30 Jahre errechnet. Die Einfall-, Organ- und Effektivdosen für die in der Pädiatrischen Radiologie häufig durchgeführten Röntgenuntersuchungen des Schädels, des Thorax und des Abdomens sowie - stellvertretend für die Durchleuchtungsuntersuchungen - für die Mictionscysturethrographie wurden in ihrer Abhängigkeit vom Untersuchungszeitraum und vom Lebensalter der Patienten graphisch und tabellarisch detailliert dargestellt und zu den Referenzdosiswerten des Bundesamtes für Strahlenschutz aus dem Jahr 2003 in Bezug gesetzt. Darüberhinaus wurden kumulative und kollektive Organ- und Effektivdosen für etwa 100.000 Patienten bestimmt und ihre Abhängigkeit von der Röntgenuntersuchungstechnik, vom Untersuchungszeitraum und vom Lebensalter der Patienten untersucht. Abschließend wurden die in der Arbeit ermittelten Einfalldosen für die Röntgenuntersuchungen des Schädels, des Thorax und des Abdomens sowie für die Mictionscysturethrographie in einer kleinen Literaturstudie den in den letzten Jahrzehnten in der internationalen Literatur publizierten Dosiswerten gegenübergestellt. Insgesamt zeigte sich, daß eine dramatische Reduktion des Dosisbedarfs bei den meisten Röntgenaufnahmen und Durchleuchtungsuntersuchungen erzielt werden konnte.