Logo
DeutschClear Cookie - decide language by browser settings
Schubert, Bogdan (2006): Überblick über die Wildgehegehaltung in Deutschland unter tierärztlichen Gesichtspunkten. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
[img]
Preview
PDF
Schubert_Bogdan.pdf

363Kb

Abstract

In order to gain an overview of game husbandry in Germany 800 questionnaires were sent to game farmers all over Germany through the Association of Spare-Time Farmers. Of the questionnaires distributed, a total of 266 were completed and returned (response rate: 33.3 %). In addition, visits were paid to 137 of those game reserves in order to verify the game farmers´ statements on site. The majority of the reserves contained red deer, fallow deer or a mixed population of red and fallow deer (92.8 %). Sika deer (3.0 %) and wild boars (4.2 %) only played a subordinate role in game farming. Game reserves for wild boars were most commonly pure hunting reserves (75.0 %), whereas the majority of red and fallow deer (39.8 %) and sika deer (37.5 %) were farmed for hobby purposes. The reserves varied in size from less than 2 ha to more than 40 ha, most reserves having an area of 2 to 10 ha. The average number of animals per reserve was relatively constant irrespective of the size of the reserve, so that the legally permissible population density of 10 animals per ha in the case of fallow deer or 6.7 animals per ha in the case of red deer was usually exceeded in the reserves with an area of less than 5 ha. Special shelters were provided in 63.5 % of all reserves. In 79.3 % of reserves the number and size of the feeding sites was such that all animals were able to eat at the same time. Most game farmers fed their animals once a day, and in 28.6 % of the reserves there was a possibility of strangers feeding the animals as well. Water was supplied via automatic waterers, water troughs or flowing water bodies. The height of the fence varied between 1.90 m and 2.20 m. The majority of reserves were equipped with a trap door entry (79.7 %). 83.0 to 92.3 % of all reserves had acute-angled corners in the fencing. In 83.3 % of the wild boar and in 62.5 % of the sika deer reserves there had been no diseases, whereas in 56.2 % of the red deer and in 60.2 % of the fallow deer reserves 1 to 15 cases of disease had occurred per reserve and year. These were mainly injuries, parasitic infestation or lameness. The number and percentage of diseases of the musculoskeletal system, the airways and the digestive system as well as injuries were highest in the reserves smaller than 2 ha. The highest percentage of disorders of the digestive system in red and fallow deer was associated with trough feeding. Deworming was never performed in 37.5 to 66.7 % of the reserves, and in 88.5 to 100 % of the reserves there had never been any ectoparasite treatments. Regular cleaning of the feeding sites was performed in 50.0 to 96.4 % of the reserves, and in 35.2 to 53.8 % the shelters were cleaned on a regular basis. 38.0 to 62,5 % of the game farmers took regular fecal, blood, ground and other samples in order to check on the animals´ state of health and the hygienic condition of the reserve. The most common parasites found were gastrointestinal worms, the small and large liver fluke, and lungworms (Dictyocaulus filaria and Varestrongylus sagittatus). All in all, a number of deficiencies in game husbandry in Germany have been identified within the framework of this paper. These deficiencies can only be remedied by introducing more precise legal provisions for reserve approval, by improving veterinary control of the reserves, and by more expertise on the part of the game farmers.

Abstract

Um einen Überblick über die Wildgehegehaltung in Deutschland zu erhalten, wurden 800 Fragebögen über den Verband nebenberuflicher Landwirte an Gehegebetreiber in ganz Deutschland verschickt. Von den versandten Fragebögen kamen 266 ausgefüllt zurück (Rücklaufquote 33,3 %). 137 dieser Wildgehege wurden zusätzlich aufgesucht und die Angaben der Gehegehalter vor Ort überprüft. Der Großteil der Gehege hielten Rotwild, Damwild oder gemischte Rot-/Damwild-gruppen (92,8 %). Sika (3,0 %) und Schwarzwild (4,2 %) spielten nur eine untergeordnete Rolle als Gehegewild. Die am häufigsten anzutreffende Gehegeart beim Schwarzwild war das reine Jagdgehege (75,0 %), bei Rot- und Damwild (39,8 %) bzw. Sika (37,5 %) die Hobbyhaltung. Die Gehege hatten eine Größe von weniger als 2 ha bis über 40 ha, wobei die Größe der meisten Gehege zwischen 2 und 10 ha lag. Die durchschnittliche Tierzahl pro Gehege blieb unabhängig von der Gehegegröße relativ konstant, so dass die gesetzlich erlaubte Bestandsdichte von 10 Tieren pro ha bei Damwild bzw. 6,7 Tieren pro ha bei Rotwild von den Gehegen mit einer Grundfläche unter 5 ha meist überschritten wurde. Spezielle Unterstellmöglichkeiten waren in 63,5 % aller Gehege vorhanden. Anzahl und Größe der Futterplätze waren in 79,3 % der Gehege so, dass alle Tiere gleichzeitig fressen konnten. Die meisten Gehegebetreiber fütterten ihre Tiere einmal täglich, in 28,6 % der Gehege bestand zudem die Möglichkeit, dass die Tiere von Fremdpersonen gefüttert wurden. Die Wasserversorgung erfolgte über Selbsttränken, Wassertröge oder natürliche Wasserläufe. Die Zaunhöhe der Gehege variierte zwischen 1,90 m und 2,20 m. Die Mehrzahl der Gehege verfügte über eine Eingangsschleuse (79,7 %). In 83,0 bis 92,3 % aller Gehege waren spitzwinklig zulaufende Ecken in der Umzäunung vorhanden. In 83,3 % der Schwarzwild- und 62,5 % der Sikagehege waren keine Krankheiten, bei 56,2 % der Rotwild- und 60,2 % der Damwildgehege dagegen 1 bis 15 Erkrankungen pro Gehege und Jahr aufgetreten. In erster Linie waren dies Verletzungen, Parasitenbefall oder Lahmheiten. Die Anzahl und die prozentuale Häufigkeit von Erkrankungen des Bewegungsapparats, der Atemwege und des Verdauungsapparats sowie von Verletzungen waren bei den Gehegen unter 2 ha Grundfläche am höchsten. Der prozentual höchste Anteil an Erkrankungen des Verdauungsapparates bei Rotwild und Damwild trat bei der Trogtränke auf. Entwurmungen wurden nie in 37,5 bis 66,7 % der Gehege und Ektoparasiten¬behandlungen nie in 88,5 bis 100 % der Gehege durchgeführt. Eine regelmäßige Reinigung der Futterplätze erfolgte in 50,0 bis 96,4 % der Gehege, eine regelmäßige Reinigung der Unterstände in 35,2 bis 53,8 % der Gehege. 38,0 bis 62,5 % der Gehegebetreiber ließen regelmäßig Kot-, Blut-, Boden- oder sonstige Proben untersuchen, um einen Überblick über den Gesundheitszustand der Tiere und den Hygienezustand des Geheges zu erhalten. Dabei konnten am häufigsten Magen-Darmwürmer, der Große und Kleine Leberegel und der Große und Kleine Lungenwurm festgestellt werden. Insgesamt ließen sich im Rahmen der vorliegenden Arbeit mehrere Missstände bei der Wildgehegehaltung in Deutschland aufzeigen. Diese lassen sich nur durch die Einführung genauerer gesetzlicher Bestimmungen für die Gehegehaltung von Wild, eine verbesserte tierärztliche Überprüfung der Gehege und eine Verbesserung der Sachkenntnis der Gehegehalter erreichen.