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Wortberg, Falk (2006): Epidemiologische Untersuchungen zur Viralen Hämorrhagische Septikämie (VHS) und Infektiösen Hämatopoetischen Nekrose (IHN) im Südwesten Deutschlands. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

Epidemiological studies on Viral Haemorrhagic Septicaemia (VHS) and Infectious Haematopoietic Necrosis (IHN) in the Southwest of Germany The purpose of this thesis has been to research the epidemiological importance of virus emission from fish farms infected by Viral Haemorrhagic Septicaemia (VHS) or Infectious Haematopoietic Necrosis (IHN). In a field experiment rainbow trout were encaged 640 m below a VHS-infected farm. The rainbow trout were infected by the virus identical to the farm isolate. In an other watercourse IHN-Virus was isolated from experimental rainbow trout in water cages 650 m downstream a fish processing plant, which was regularly supplied with infected fish. In an endemic stream the transmission of VHS-Virus to experimental encaged trout succeeded, presumably through wild brook trout (Salmo trutta f. fario), 220 m upstream the discharge position of an VHS-infected fish farm. In the course of eradication of VHS-Infection in a large fish farm, the supplying brook was completely electrically fished in the late summer. A specific VHSV gene sequence could only be detected by means of RT-PCR in feral rainbow trout. By sequencing the virus isolates it was possible to demonstrate mutations of VHSV in infected farms and the connected watercourse-system. Furthermore, during the spawning-fishery epidemiological studies, 300 sexually mature white fish (Coregonus lavaretus), as well as on further organ samples of fished white fish (Coregonus spp.), lake trout (Salmo trutta f. lacustris), pike (Esox lucius) and arctic charr (Salvelinus alpinus) from Lake Constance were virologically examined. Neither VHSV nor IHNV were detected. Rainbow trout fingerlings were exposed to cleaned and oxygenated sewage effluent for 62 days. Potential infectious waste water from slaughtering of the above-mentioned fish processing plant was introduced to the sewage plant. VHSV or IHNV obviously do not endure the three-stage sewage treatment in infectious condition.

Abstract

In der vorliegenden Arbeit wurde die epidemiologische Bedeutung der Virusemission aus VHS oder IHN infizierten Fischhaltungsbetrieben untersucht. In einem Feldversuch konnten Versuchsregenbogenforellen (Oncorhynchus mykiss) aus einem Hälterkasten, der 640 m unterhalb der VHS infizierten Anlage installiert war, mit dem identischen Virusstamm angesteckt werden. An einem anderen Fließgewässer konnte 650 m flussabwärts eines Fischverarbeitungsbetriebes bei Versuchsregenbogenforellen in Hälterkästen IHNV isoliert werden. Dem Fischverarbeitungsbetrieb wurden regelmäßig infizierte Fische geliefert, die bis zur Schlachtung in mit Flusswasser versorgten Hälterungen gehalten wurden. In einem Endemiegewässer gelang die Übertragung von VHSV, vermutlich durch wildlebende Bachforellen (Salmo trutta f. fario), 220 m bachaufwärts der Einleitungsstelle eines VHS infizierten Fischhaltungsbetriebes auf Versuchsforellen in einem Hälterkasten. Im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen eines großen VHS infizierten Bachwasserbetriebes wurde das betroffene Fließgewässer im Spätsommer elektrisch abgefischt. Hierbei konnten zum Zeitpunkt der Befischung lediglich noch bei „verwilderten“ Regenbogenforellen mittels RT-PCR ein VHSV spezifischer Genabschnitt nachgewiesen werden. Durch die Sequenzierung der Virusisolate konnte demonstriert werden, dass in infizierten Anlagen und im angeschlossenen Gewässersystem Mutationen bei VHSV auftraten. In weiteren epidemiologischen Untersuchungen wurden im Rahmen der Laichfischerei 300 laichreife Bodenseefelchen (Coregonus lavaretus) sowie weitere Organproben von gefischten Felchen (Coregonus spp.), Seeforellen (Salmo trutta f. lacustris), Hechten (Esox lucius) und Seesaiblingen (Salvelinus alpinus) aus dem Bodensee virologisch untersucht. Es konnte kein VHSV oder IHNV nachgewiesen werden. In einem Versuch im Ablaufwasser einer Kläranlage wurden nach Sauerstoffanreicherung Regenbogenforellen-Setzlinge (Oncorhynchus mykiss) gehalten. Der Kläranlage wurden die potentiell infektiösen Schlachtabwässer des bereits erwähnten Fischverarbeitungsbetriebes zugeführt. Nach der 62-tägigen Exposition mit dem geklärten Abwasser konnte gezeigt werden, dass VHSV oder IHNV den dreistufigen Klärprozess offensichtlich nicht infektionstüchtig überstehen.