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Mertens, Kerstin (2006): Einfluss einer Echinaceafütterung auf die Gesundheit und den Immunstatus von Pferden. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

Efficacy of Echinacea-Supplemented Feeding on Health and Immune Status of Horses Phytotherapeutic medication with immunemodulatory efficacy represent one possible alternative to general bactericidal or anti-inflammatory agents. The genus Echinacea with its more than 300 phytotherapeutic or homeopathic preparations takes up a significant part of the phytotherapeutic medication segment. It is already well-established as a feeding supplement for horses. The aim of this study is to examine whether a 2.5 percent supplement of Echinacea Purpurea (Purple Coneflower) in the day to day feeding of healthy horses has no adverse affects but may rather have a positive effect on the level of stress, the general health condition as well as the immune system. The placebo-controlled double blind study included 37 horses. Aerial plant parts of E. purpurea were added to the feeding ration in the form of pellets over a period of 35 days. The dosage made up 2.5 percent of the estimated average daily dry matter intake based on sustenance requirements of 2 kg TS/100 kg LM. General well-being, blood results, the plasma cortisol concentration as well as the serum concentration of immune globuline G were determined on Day 0, 10, 21, 28, 35, and 70. The respiratory burst activity of granulocytes was measured as well as the plasma’s anti-oxidative potential. An anti-rabies vaccination was used to detect a possible influence on the development of vaccine titer. General well-being and health condition of the included horses rated good throughout the examinations conducted in the course of the study. The statistically evaluated parameters respiration, temperature, pulse, and digestion showed no significant fluctuations within or between comparison and control groups, which would suggest a positive or negative impact of the Echinacea feeding supplement. For lack of difference between groups an influence of Echinacea on plasma cortisol concentrations may also be ruled out. The granulocytes’ respiratory burst activity was determined on Days 0, 21, and 35 for ten horses at a time from the Echinacea-group as well as the control group. In the course of the experiment a decline of the Median Fluorescence Intensity was observed. Still, a causal connection to the Echinaceasupplement could not be concluded, because tests showed no significant differences between the Echinacea-group and the control group. The plasma’s anti-oxidative capacity was determined on Days 0, 10, and 28. In the course of the experiment, values increased in the Echinacea-group as well as the control group. No significant difference was detected between the groups. Determination of immuneglobuline G fostered serum results between 17.15 mg/ml and 26.82 mg/ml. During the experiment, there was a decline in IgG-concentrations after Day 0. In the control group this became visible from the second blood sample on. In the Echinacea-group, this became visible only in the fourth and subsequent blood samples. There were however no significant differences between groups. The anti-rabies vaccination was administered on Day 21. The titer was determined on Day 21 and Day 35. Titer development did not differ between Echinacea-group and control group. A separate consideration of first and refresh vaccinations did not yield significant differences between groups either. Concluding from the results of this study, feeding supplemented with 2.5 percent E. purpurea has no adverse affects on healthy horses. However, there also is no positive influence on the condition of health and immune system to be expected. It was not possible to determine a positive or negative influence of Echinacea-supplemented feeding on any of the discussed parameters under this test conditions (typical horse keeping conditions, placebo-controlled double blind study).

Abstract

Einfluss einer Echinaceafütterung auf die Gesundheit und den Immunstatus von Pferden Immunmodulatorisch wirksame Phytotherapeutika stellen eine mögliche Alternative zu generell bakterizid oder entzündungshemmenden Wirkstoffen dar. Einen nicht unwesentlichen Anteil in diesem phytotherapeutischen Bereich nimmt die Gattung Echinacea mit über 300 phytotherapeutischen oder homöopathischen Zubereitungen ein. Als Zusatzfuttermittel ist sie bereits im Pferdesektor eingeführt. Die vorliegende Arbeit sollte daher überprüfen, ob die 2,5 %ige Fütterung von Echinacea purpurea (Roter Sonnenhut) mit der täglichen Futterration für die Tiere unbedenklich ist und evtl. sogar einen positiven Einfluss auf den allgemeinen Gesundheitszustand, das Stressgeschehen und das Immunsystem des Pferdes nehmen kann. In die placebokontrollierte Doppelblindstudie wurden insgesamt 37 Pferde in zwei Versuchsdurchläufen einbezogen. Die oberflächlichen Pflanzenanteile von E. purpurea in pelletierter Form wurden über 35 Tage zugefüttert. Die Dosierung betrug 2,5 % der durchschnittlich angenommenen täglichen Trockensubstanzaufnahme im Erhaltungsbedarf von 2 kg TS/100 kg LM. An den Tagen 0, 10, 21, 28, 35 und 70 wurden das Allgemeinbefinden, die Blutwerte sowie die Kortisolkonzentration im Plasma und die Immunglobulin G-Konzentration im Serum bestimmt. Zusätzlich erfolgten die Messung der Respiratory-Burst-Aktvität der Granulozyten und die Bestimmung des antioxidativen Potentials im Plasma. Eine Tollwutschutzimpfung wurde eingesetzt, um mögliche Einflüsse auf die Ausprägung des Impftiters festzustellen. Das Allgemeinbefinden und der Gesundheitszustand der einbezogenen Pferde konnten zu jedem untersuchten Zeitpunkt als gut beurteilt werden. Die statistisch ausgewerteten Parameter Atmung, Temperatur, Puls und Verdauung zeigten keine signifikanten Schwankungen in oder zwischen den Gruppen in Versuch und Kontrolle, welche einen Hinweis auf einen positiven oder negativen Einfluss der Echinaceafütterung geben. Für die Plasmakortisol-Konzentrationen konnte ebenfalls mangels Gruppenunterschieden ein Echinacea-Einfluss ausgeschlossen werden. Die Respiratory-Burst-Aktivität der Granulozyten wurde an den Tagen 0, 21 und 35 bei jeweils 10 Pferden aus Echinacea- und Kontrollgruppe bestimmt. Im Versuchsverlauf wurde ein Abfallen der mittleren Fluoreszenzintensität beobachtet. Zwischen Echinacea- und Kontrollgruppe ergaben sich jedoch keine signifikanten Unterschiede. Die antioxidative Kapazität im Plasma wurde an den Tagen 0, 10 und 28 bestimmt. Sowohl in der Echinacea- als auch in der Kontrollgruppe stiegen die Werte im Versuchsverlauf an. Zwischen den Gruppen ergaben sich keine signifikanten Unterschiede. Die Immunglobulin G-Bestimmungen ergaben Serumwerte zwischen 17,15 mg/ml und 26,82 mg/ml. Während des Versuches kam es zu einer Abnahme der IgG-Konzentrationen, bezogen auf Tag 0. In der Kontrollgruppe war dies ab der zweiten Blutentnahme, in der Echinaceagruppe erst ab der vierten Blutentnahme zu beobachten. Signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen zeigten sich jedoch nicht. Die Tollwutvakzination erfolgte an Tag 21 der Studie. Titerbestimmungen wurden an Tag 21 und an Tag 35 durchgeführt. Die Titerausbildung unterschied sich nicht signifikant in Echinacea- und Kontrollgruppe. Auch eine getrennte Betrachtung von Erst- und Wiederholungsimpfungen zeigte keine signifikanten Gruppenunterschiede. Eine Zufütterung von 2,5% E. purpurea kann aufgrund der vorliegenden Ergebnisse als unbedenklich für gesunde Pferde eingestuft werden. Allerdings sind auch keine positiven Einflüsse auf den Gesundheitszustand und das Immunsystem zu erwarten. Für keinen der oben genannten Parameter konnte unter den getesteten Bedingungen (private Pferdehaltung,placebokontrollierte Doppelblindstudie) eine positive oder negative Auswirkung durch die Echinaceafütterung gezeigt werden.