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Bull, Patricia C. J. (2005): Law and society in a time of transition: Die Reform des Scheidungs- und Sorgerechts in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dissertation, LMU München: Faculty for Languages and Literatures
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Abstract

This dissertation is used to analyze the reform of the US divorce and custody laws – with special consideration for the legal development in California. A particular focus is on the reasons, which led to the no-fault-reform in the 1960s – an era of socio-political upheaval. First, a portrayal of the concept of society and family in the light of the changes in contemporary history is shown. Here, the basics of the American system of values and the reasons for the changes in society since the 1960s are explained. Following an excursion into legal history and legal tradition, the larger second part discusses the liberalization of divorce law and the resulting withdrawal of governmental intervention from divorce proceedings. Due to the abolition of the fault principle and the introduction of the failure principle, problem solving was shifted from the courts to the spouses. Individuals were now allocated a greater level of personal responsibility. The impulse for this change in the law came from the State of New York, which was to reduce the “divorce tourism“ in federal states with less restrictive laws. As a result, the custody law was also reformed and joint custody was introduced. The development from patriarchal role relations within the family to the introduction of joint custody is the subject of the final part of this work.

Abstract

In dieser Dissertation wird die Reform des Scheidungs- und Sorgerechts in den Vereinigten Staaten von Amerika – unter besonderer Berücksichtigung der Rechtsentwicklung im Bundesstaat Kalifornien – untersucht. Ein besonderes Augenmerk richtet sich hierbei auf die Gründe, die in den 1960er-Jahren – eine Phase gesellschaftspolitischer Umbrüche – zum Wegfall des Schuldprinzips (No-Fault-Reform) führten. Zunächst erfolgt eine Darstellung des Verständnisses von Gesellschaft und Familie im zeitgeschichtlichen Wandel. Hierbei werden die Grundlagen des amerikanischen Wertesystems und die Ursachen der gesellschaftlichen Veränderungen seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts verdeutlicht. Im umfangreichen zweiten Teil wird nach einem vorangestellten Exkurs zur Rechtsgeschichte und Rechtstradition die Liberalisierung des Scheidungsrechts und damit der Rückzug staatlicher Intervention bei der Scheidung erörtert. Mit dem Wegfall des Schuldprinzips und der Einführung des Zerrüttungsprinzips verlagerte sich die Problemlösung von den Gerichten hin zu den Ehepaaren. Den beteiligten Individuen wurde damit eine höhere Eigenverantwortung zugewiesen. Der Anstoß für die Gesetzesänderung ging vom Bundesstaat New York aus, der den „Scheidungstourismus“ der Eheleute in Bundesstaaten mit weniger restriktiven Gesetzen einschränken wollte. In der Folge wurde auch das Sorgerecht reformiert und das gemeinsame Sorgerecht eingeführt. Die Entwicklung von einem patriarchalischen Rollenverständnis innerhalb der Familie bis zur Einführung des gemeinsamen Sorgerechts von Mutter und Vater ist Gegenstand des letzten Teils der Arbeit.