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Grimminger, Susan (2005): Zum Iodbedarf und zur Iodversorgung der Haus- und Nutztiere und des Menschen. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

Grimminger, Susan Pia To the iodine requirements and the iodine status of the companion and farm animals and the human beings. This literatur work is about the iodine requirements and the iodine supply of companion and farm animals as well as the human. For humans and animals alike iodine is an essential trace element that is of vital physiological importance as the major component of all thyroid hormones. Iodine deficiency is worldwide one of the most common malnutrition and health problems, affecting approximately 1.6 billion people. The most common and devastating consequences of iodine deficiency are increased perinatal death and mental retardation. The iodine requirements in general are depending on the age, the stage of development and the metabolism of the individual. For humans it ranges from 40 to 130 µg for children up to 260 µg for nursing mothers. Similary growth, reproduction and lactation, as well as dietary factors like goitrous supstances in animal feed influence the physiological iodine requirements of domestic animals. In relation to their body weight dogs and cats have a much higher demand of iodine than humans. The National Research Council states for dogs a daily intake of 52.5 µg iodine/ MJ metabolizable energy and for cats a daily intake of 0.55 µg iodine/ kcal metabolizable energy as sufficient. A horse is more sensitive to iodine than other animals. 0.1 – 0.6 mg iodine per kilogram fodder satisfy the daily need. For poultry the recommendations for iodine intake vary depending on the development and achievement between 0.3 and 1.0 mg iodine per kilogram fodder. In many countries in the world the supply of iodine of the population is still insufficient. The WHO resolution of 1990 that set the goal to remedy the iodine deficiencies by the year 2000 could not be realized, yet. The WHO reports in a current publication that in Europe alone a total of 40 million children do not get a sufficient supply of iodine. There is however a distinct global trend of improvement in the supply of iodine due to the increased acceptance of iodized salt in private homes and the food industry. Still an ideal supply of iodine can not be ensured in all areas and in all circumstances. Especially pregnant and nursing women and their unborn or newborn face a high risk of diseases caused by a lack of iodine. To evaluate the state of iodine supply of a population there are a various clinical and biochemical methods available. The most reliable, cheapest and fastest indicator is the urinary excretion of iodine. Other methods include sonographic determination of the thyroid volume, struma prevalence, measurement of thyreoglobulin concentration and the concentration of TSH on newborn. The assessment of iodine supply of domestic animals is difficult as there is no acknowledged clinical parameter. Studies show that urinary iodine excretion under clinical aspects is suited well to evaluate the iodine supply of dogs, cats and horses. Various research demonstrates that domestic animals are subject to latent iodine deficiency with regional distinctions just like in human medicine. Due to the common practice of feeding fodder that is enriched with iodine or mineral additives iodine deficiency rarely occurs. More common is a slight iodine overload. Fighting iodine deficiency and diseases caused by iodine deficiencies several prophylactic actions have proved themselves to be effective. Usage of iodine salt when preparing meals in private households and in the food industry is the method of choice to remedy iodine deficiencies. Adding iodine to the feedingstuffs of farm animals can increase the iodine content in food of animal origin. The iodine content in table salt is set to 15 – 25 mg/kg by law. This is calculated such that even if all food would be prepared with iodized salt, no overdose would occur. The risk of absorbing absorbing excessive amounts of iodine by way of food is minimal while the consequences of iodine deficiency could prove to be catastrophic. The fear of an overdose with iodine in nutrition in the public is not justified. It is important to make differences between the physiological demand in the range of microgram and high doses of iodine intake in the range of milligram and gram via iodized drugs. The use of iodized mineral mixtures in the feeding of farm animals is controlled by the German feedstuff law (maximum levels: 4, 20 and 10 mg iodine/ kg feed for horses, fish or all other animals).

Abstract

Grimminger, Susan Pia Zum Iodbedarf und zur Iodversorgung der Haus- und Nutztiere und des Menschen Die vorliegende Literaturarbeit befasst sich mit dem Iodbedarf und der Iodversorgung der Haus- und Nutztiere und des Menschen. Iod ist für den Menschen und die Tiere ein essentielles Spurenelement, das als Hauptbestandteil der Schilddrüsenhormone im Organismus eine zentrale physiologische Bedeutung besitzt. Der Iodmangel ist weltweit eines der häufigsten Ernährungs- und Gesundheitsprobleme unter dem etwa 1,6 Milliarden Menschen leiden. Die häufigsten und verheerendsten Folgen eines Iodmangels sind die erhöhte perinatale Mortalität und die irreversible geistige Retardierung. Der Iodbedarf ist generell abhängig vom Alter, dem Entwicklungsstadium sowie der Stoffwechsellage des Individuums. So wird er von 40 bzw. 130 µg für Kinder bis zu 260 µg für stillende Mütter angegeben. Auch bei den Haus- und Nutztieren beeinflussen Wachstum, Reproduktion bzw. Laktation sowie diätetische Faktoren wie beispielsweise goitrogene Substanzen in den Futtermitteln den physiologischen Iodbedarf. Hunde und Katzen haben in Abhängigkeit vom Körpergewicht einen deutlich höheren Iodbedarf als der Mensch. Die Katze weist zudem einen höheren Iodbedarf auf als der Hund. Der National Research Council gibt für den Hund eine tägliche Iodzufuhr von 52,5 µg Iod/ MJ umsetzbare Energie und für die Katze eine tägliche Iodaufnahme von 0,55 µg Iod/kcal umsetzbare Energie als ausreichend an. Das Pferd ist gegenüber Iod empfindlicher als die anderen Tiere. 0,1 – 0,6 mg Iod pro Kilogramm Futter decken den täglichen Bedarf. Beim Nutzgeflügel variieren die Iodzufuhrsempfehlungen in Abhängigkeit von der Entwicklung und der Leistung der Tiere zwischen 0,3 und 1,0 mg Iod pro Kilogramm Futter. In vielen Ländern der Welt ist die Iodversorgung der Bevölkerung noch immer unzureichend und die, von der WHO, 1990 verabschiedete Resolution mit dem Ziel der Beseitigung des Iodmangels bis zum Jahre 2000 konnte nicht umgesetzt werden. In einer aktuellen Veröffentlichung der WHO wird berichtet, dass allein in Europa noch immer etwa 40 Millionen Kinder nicht ausreichend mit Iod versorgt sind. Insgesamt lässt sich jedoch weltweit aufgrund der hohen Akzeptanz des Iodsalzes in den Privathaushalten und der Lebensmittelindustrie sowie der Gemeinschaftsverpflegung in den letzten Jahren ein Trend zu einer deutlichen Verbesserung der Iodzufuhr erkennen. Dennoch kann nicht in allen Gegenden und in allen Lebensphasen eine optimale Iodversorgung gewährleistet werden. Besonders schwangere und stillende Frauen und deren Un- bzw. Neugeborene besitzen ein hohes Risiko zur Entwicklung von Iodmangelerkrankungen. Für die Evaluierung des Iodversorgungsstatus einer Population stehen verschiedene klinische und biochemische Methoden zur Verfügung. Als zuverlässigster, kostengünstigster und schnellster Indikator dient die Iodausscheidung im Urin. Weiterhin stehen zur Beurteilung des Iodversorgungsstatus die vorzugsweise sonographische Bestimmung des Schilddrüsenvolumens, die Strumaprävalenz, die Messung der Thyroglobulin-Konzentration und die TSH-Spiegelbestimmung bei Neugeborenen zur Verfügung. In der Literatur sind zur Iodversorgungssituation in Europa und anderen Ländern der Welt je nach Erscheinungsjahr unterschiedliche Angaben zu finden, die sich zum Teil widersprechen. Insgesamt lässt sich jedoch in den letzten Jahren ein Trend zu einer deutlichen Verbesserung der Iodzufuhr erkennen. Einige Autoren sprechen bereits von einer Beseitigung des Iodmangels in Deutschland. Die hohe Akzeptanz des iodierten Speisesalzes sowohl in den Privathaushalten als auch in der Lebensmittelindustrie und Gemeinschaftsverpflegung ist nicht zuletzt der Aufklärungsarbeit verschiedener Fachgesellschaften wie zum Beispiel dem Arbeitskreis Jodmangel zu verdanken. Die Beurteilung der Iodversorgung der Tiere ist schwierig, da kein allgemein anerkannter klinischer Parameter existiert. Studien zeigten, dass sich die Iodurinexkretion auch bei Hunden, Katzen und dem Pferd unter klinischen Aspekten gut zur Abschätzung der Iodversorgung eignet. In verschiedenen Untersuchungen zeigte sich, dass auch bei Haustieren ein latenter Iodmangel auftreten kann, der wie in der Humanmedizin regional verschieden sein kann. Allerdings tritt bei der heute üblichen Fütterungspraxis mit iodierten Alleinfuttermitteln oder Mineralstoffmischungen ein alimentärer Iodmangel nur noch selten auf, eher muss mit einer geringfügigen Iodüberversorgung gerechnet werden. Bei der Bekämpfung des Iodmangels und der Iodmangelerkrankungen haben sich verschiedene Iodmangelprophylaxemaßnahmen bewährt. Die Verwendung von iodiertem Speisesalz in der Zubereitung von Speisen im Haushalt und in der Lebensmittelherstellung und –verarbeitung stellt die Methode der Wahl zur Beseitigung des Iodmangels dar. Der Zusatz von Iod zu den Futtermitteln landwirtschaftlicher Nutztiere kann den Iodgehalt der Lebensmittel tierischen Ursprungs erhöhen. Der Iodgehalt des Speisesalzes ist mit 15 – 25 mg Iod pro kg Salz gesetzlich festgelegt und so berechnet, dass eine Überdosierung auch dann nicht erfolgt, wenn alle Lebensmittel mit iodiertem Speisesalz hergestellt würden. Das Risiko über die Nahrung exzessive Iodmengen aufzunehmen ist minimal, während sich die Folgen eines Iodmangels katastrophal auswirken können. In der Öffentlichkeit existiert zu Unrecht die Angst vor einer Überversorgung mit Iod aus der Nahrung. Hier ist die Unterscheidung zwischen ernährungsphysiologisch notwendigen Iodmengen im Mikrogrammbereich und hochdosierten Iodgaben im Milligramm- bzw. Grammbereich, wie sie zum Beispiel iodhaltige Medikamente enthalten, wichtig. Der Einsatz iodierter Mineralstoffmischungen in der Nutztierernährung wird durch die Festlegung von Höchstmengen (4, 20 und 10 mg Iod pro kg Futter für Pferde, Fische bzw. alle anderen Tierarten) im Futtermittelgesetz kontrolliert.