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Kurda, Rolf (2004): Michael Wagmüller. Ein Bildhauer im Dienste König Ludwigs II. München - Linderhof - Herrenchiemsee. Dissertation, LMU München: Faculty of History and the Arts
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Abstract

In dieser Arbeit werden die Werke des im 19. Jh. in München lebenden Bildhauers Michael Wagmüller vorgestellt. Hauptauftraggeber des Künstlers war König Ludwig II. von Bayern, für den Wagmüller, neben zahlreichen Fassadenfiguren für Schloß Herrenchiemsee, Zinkguß-Brunnen und -Fontänen für den Schloßgarten Linderhof schuf. In einem umfangreichen Exkurs werden nicht nur diese Brunnen vorgestellt, sondern auch die steinernen Gartenfiguren, die von Johann Hautmann nach Versailler Vorbild gemeißelt wurden. Die plastische Ausstattung des Gartens und auch der Schloßfassaden von Linderhof zeugen von der Verehrung Ludwigs II. für den Sonnenkönig Ludwig XIV. und für die unter der Guillotine hingerichtete Gemahlin Ludwigs XVI., Marie Antoinette. Wichtige Werke Wagmüllers sind auch der Ludwigsbrunnen in Ingolstadt und das Liebigdenkmal in München, die beide auf großen, damals gestalteten städtischen Plätzen stehen, auf deren Entstehungsgeschichte in den 70er Jahren des 19. Jh. ebenfalls eingegangen wird. Weitere Werke Wagmüllers sind, neben seinen zahlreichen naturalistischen, selbst in England hochgeschätzten Porträts, eine durch seinen Realismus auffallende allegorische Nischen-Figurengruppe für ein Münchener Krankenhaus und das eindrucksvolle eigene Grabmal auf dem alten nördlichen Friedhof in München. Wagmüller, der bedeutendste Münchener Bildhauer in der 2. Hälfte des 19. Jh. vor der Zeit Hildebrands, steht an der Zeitenwende von der traditionellen zur modernen Kunst; er ist Vertreter eines späten Klassizismus und zugleich eines frühen Neobarock.