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Marx, Esther (2004): Einflüsse geschlossener und offener Augen auf die spontane Hirnaktivität im Dunkeln. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Die Wahl der Ruhebedingung hat einen beträchtlichen Einfluss auf die Interpretation von Hirnaktivierungsstudien. In der Studie, die die beiden Ruhebedingungen Augen-auf und Augen-zu in Dunkelheit miteinander vergleicht, erhält man aufgabenunabhängige Deaktivierungen im visuellen Cortex, die allein durch die Öffnung der Augen induziert werden. Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass es zwei verschiedene Lidschluss-abhängige mentale Zustände gibt: einen "interozeptiven" Zustand mit geschlossenen Augen, der durch Aktivität in Arealen, die der Imagination und sensorischen Systemen zugeordnet werden, gekennzeichnet ist; und einen "exterozeptiven" Zustand mit offenen Augen, der durch Aktivierungen in Aufmerksamkeits- und Okulomotorik-Arealen charakterisiert ist. Diese Grundaktivität bestimmter Systeme in einem der beiden Zustände können z. B. bei einer visuellen Hirnaktivierungsstudie dazu führen, dass Aktivierungen, die durch einen tatsächlichen visuellen Reiz ausgelöst werden, unentdeckt bleiben oder geringer ausfallen, wenn man die Ruhebedingung Augen-zu wählt. Diese Hypothese konnte mit der Folgestudie belegt werden. Die Aktivierung des okulomotorischen Systems und die Deaktivierung sensorischer Areale während der Fixationsaufgabe bleiben mit der Ruhebedingung Augen-auf unentdeckt. Daher hat die Wahl der Ruhebedingung tatsächlich einen großen Einfluss auf Entstehung und Interpretation stimulus-induzierter Hirnaktivierungsmuster.