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Pöhler, Nicole (2004): Referenzbereiche der klinischen Chemie und des Enzyms Transketolase bei fünf bis vierzehn Tage alten Fleckviehkälbern. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

Within the period of four months 150 Simmental calves from 48 dairy farms were examined clinically and blood samples were taken. The tested animals had never been treated, neither by a veterinarian nor by their owners. They met the chosen definition of health, were five to fourteen days old and were selected in a randomised way. Blood samples were immediately stored at four to eight degrees centigrade and were analysed in the laboratory within four hours. Serum values were analysed using a Hitachi 911 Automatic Analyzer, transketolase activity (and TPP-effect) with a modified method by HOFFMANN et al. (1971) modified by CLAUSEN (1976). For further analysis excess samples were frozen at -25 degrees centigrade. Using the SPSS-program the values were ranked, displayed graphically, and checked for outliers. True outliers were eliminated, the three highest and lowest values were tested again. Using the Kolmogorov-Smirnov-test with a significance correction by Lilliefors a Gaussian distribution was found for calcium, creatinine, total proteine and albumin. For these parameters reference intervals were calculated as mean +/- 1.96 standard deviations. The other reference intervals were calculated as 95 percentils (nonparametric percentile estimation) with a 0,90 confidence interval on both sides. The reference interval found for AST (<=80.08 IU/L) and CK (<=236 IU/L) are similar to those found in the literature. For urea (<=10.83 mmol/l), creatinine (<=158.56 µmol/l), bilirubine (<=15.91 µmol/l), GLDH (<=117.05IU/l), D-lactate (<=5.47 mmol/l) and the TPP- effect (<=172.65%) the upper limits of the reference intervals are much higher than those used in the Clinic for Ruminants of the University of Munich. This could be due to new analysing methods, breed differences and the use of nonparametric methods in this study. The reference interval for total protein (40.9 - 69.12 g/l) is wider, and for albumin (22.18 - 29.73) narrower than given in the literature. Both parameters show great interindividual differences, possibly caused by differences in feeding regimes. Magnesium (0.71 - 1.07 mmol/l) shows a very narrow reference interval, as well. The here calculated reference intervals for inorganic phosphorus (2.3 - 3.5 mmol/l) and calcium (2.43 - 3.17 mmol/l) overlap those used in the clinic and those reported in the literature. Conclusion: The reference intervals calculated in this study should be used for routine diagnostics in Simmental calves aged from five to fourteen days in the future.

Abstract

In einem Zeitraum von vier Monaten wurden DFV-Kälber aus 48 landwirtschaftlichen Familienbetrieben in Oberbayern klinisch untersucht und von 150 Tieren Blut genommen. Die beprobten Tiere waren noch nie medikamentell behandelt worden (weder vom Tierarzt noch vom Besitzer), erfüllten genau festgelegte Anforderungen für die Definition gesund, waren zum Zeitpunkt der Probenahme zwischen fünf und vierzehn Tagen alt und wurden zufällig ausgewählt. Nach einer möglichst schonenden Blutentnahme wurde das Blut bei 4 - 8°C gelagert und nach spätestens vier Stunden im Labor analysiert. Die Serumwerte wurden im Hitachi 911 Automatic Analyzer, die Transketolase nach einer Arbeitsvorschrift von HOFFMANN et al. (1971), modifiziert nach CLAUSEN (1976) untersucht. Für weitere Analysen wurden überschüssige Proben bei -25°C eingefroren. Eine Qualitätskontrolle wurde routinemäßig durchgeführt. Mithilfe des SPSS-Programmes wurden die Werte erst der Größe nach geordnet, graphisch dargestellt und auf Ausreißer überprüft. Echte Ausreißer wurden eliminiert, die drei höchsten und niedrigsten Werte erneut untersucht. Mit dem Kolmogorov- Smirnov-Test mit Signifikanzkorrektur nach Lilliefors wurde auf das Vorliegen einer Normalverteilung geprüft, dabei erwiesen sich Calcium, Creatinin, Gesamteiweiß und Creatinin als normalverteilt. Für diese Parameter wurde ein x +/- 1,96s Referenzbereich erstellt. Die Referenzbereiche der anderen Parameter wurden als 95 % Perzentil mit einem 0,90 Konfidenzintervall geschätzt. Die ermittelten Referenzbereiche decken sich für AST (<= 80,08 IU/l) und CK (<= 236 IU/l) komplett mit Werten aus der Literatur. Bei Harnstoff (<= 10,83 mmol/l), Creatinin (<= 158,56 µmol/l), Bilirubin (<= 15,91 µmol/l), GLDH (<= 117,05 IU/l), D-Laktat (<= 5,47 mmol/l), TPP-Effekt (<= 172,65 %) liegen die Referenz- bereich deutlich über den in der Klinik verwendeten, wie auch den aus der Literatur bekannten. Die Ursache liegt vor allem in neueren Analysemethoden, Rasseunterschieden und der Verwendung nicht parametrischer Methoden begründet. Der Referenzbereich für Gesamt- eiweiß (40,9 - 69,12 g/l) ist deutlich breiter, der von Albumin (22,18 - 29,73 g/l) deutlich kleiner als in der Literatur angegeben. Bei beiden Parametern fallen große interindividuelle Schwankungen ins Auge, die sich durch unterschiedliche Tränkeregime erklären. Magnesium (0,71 - 1,07 mmol/l) zeigt ebenfalls einen engeren Referenzbereich. Die neu erstellten Referenzbereiche für anorganisches Phosphat (2,3 - 3,5 mmol/l) und Calcium (2,43 - 3,17 mmol/l) überschneiden sich mit den in der Klinik verwendeten Werten und den Literaturangaben. Da bisher noch keine statistisch aussagekräftigen Referenzintervalle für DFV-Kälber zwischen fünf und vierzehn Tagen für die speziellen Analysemethoden der Klinik für Wiederkäuer der LMU München existieren, sollten die hier erstellten in Zukunft für die Routinediagnostik eingesetzt werden.