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Stiefelmeyer, Sandra (2002): Das multifokale Musterelektroretinogramm bei Patienten mit Glaukom und Neuritis Nervi Optici. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Background: The multifocal pattern electroretinogram (mfPERG) allows analysis of local ganglion cell dysfunction by multifocal stimulation. Aim of this study was to investigate if this method is an useful tool for diagnosing and following glaucoma patients. Methods: Measurements on 52 age-matched normal eyes were compared to those on 23 eyes with different stages of glaucoma. A RETIScan system was used to generate a stimulus pattern of 19 hexagons, each consisting of 6 triangles. The triangles pattern-reversed black to white at 75 Hz. Those 19 hexagons form 3 stimulus regions: a central field, a middle and a peripheral ring. The complete array subtended 48° at the eye. The hexagons alternated black-white following a corrected binary m-sequence (length 512, 10 cycles with 39 second each). Corneal loop electrodes were used with reference electrode on temple. Results: The mfPERGs were analyzed for significant changes in amplitude and latency of the positive and negative responses. For patients with glaucoma the positive P-50 and negative N-95 components were significantly reduced for the central area and both rings compared to normal volunteers (p<0.001, Mann-Whitney-U). The most distinct reduction was observed for N-95 and the central ring. Changes in latencies were not conclusive. The reduction of the components increased with the stage of glaucoma. A predictive model for detecting early glaucomatous changes was designed based on P-50-N-95 with 88% sensitivity and 77% specificity. Conclusion: The highly significant reduction of components in glaucoma makes the mfPERG an useful tool for diagnosing and following glaucoma.

Abstract

Die Glaukomdiagnostik basiert bislang auf Augeninnendruckmessung, Papillenbeurteilung sowie Gesichtsfelduntersuchungen. Dennoch bleibt die Diagnosestellung in Frühstadien schwierig. Seit etwa 30 Jahren kann hier das Musterelektroretinogramm (MERG), das die Funktion der Ganglienzellen widerspiegelt, zusätzliche Informationen liefern. In den letzten Jahren wurde es erstmals durch die Einführung der multifokalen Stimulation beim MERG möglich, nicht nur generalisiert die Funktionsverluste von Ganglienzellen darzustellen, sondern diese ortsabhängig zu messen. Ziel dieser Arbeit war es, zu untersuchen ob der Einsatz des multifokalen Musterelektroretinogramms zur Diagnostik von frühen Glaukomstadien geeignet ist und ob es als Verlaufskontrolle von Patienten mit Sehnervenentzündung (Neuritis Nervi Optici) dienen kann. Untersucht wurden 53 Normalprobanden, 35 Glaukompatienten und 6 Patienten mit akuter Neuritis Nervi Optici. Sowohl bei den Glaukompatienten als auch bei den Patienten mit NNO zeigten sich im Vergleich zu den Normalprobanden signifikante Amplitudenreduktionen bei den P-50 und N-95 Komponenten. Bei den Latenzen ergaben sich keine signifikanten Veränderungen. Es ließ sich eine gute Korrelation von insgesamt abnehmenden Amplituden, örtlich vor allem zentral betont, mit fortschreitendem Glaukomstadium nach Aulhorn herstellen. Mittels Receiver of Operations (ROC) - Analyse konnte ein prädiktives Modell mit hoher Sensitivität und Spezifität für die Diagnose eines frühen Glaukomschadens konstruiert werden, das auf der Amplitudenreduktion von N-95 und P-50 basiert. Zusammenfassend ist das mfMERG als Untersuchungsmethode geeignet, bei der Diagnostik früher Glaukomstadien zusätzliche Informationen zu geben. Es kann auch für die Verlaufskontrolle von Patienten mit Neuritis Nervi Optici herangezogen werden. Jedoch sind auch heute noch nicht alle Details zur Funktionsweise des mfMERG bekannt, so dass weitere Studien zum besseren Verständnis nötig sind.