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Hiltensperger, Christina (2004): Untersuchung der Lautstärkeempfindung von Schwerhörigen mit der "Methode der Linienlänge". Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Ziel der Arbeit war es, den Verlauf der Lautheitsfunktion schwerhöriger Menschen aufzudecken, um die Hörgeräte-Anpassung zu verbessern. Hierzu wurde von uns eine neu entwickelte Lautheitsskalierung nach der "Methode der Linienlänge" eingesetzt. Der Vorteil dieses neuen Verfahrens liegt in einer freien und direkten Bewertung präsentierter Schallsignale in Form von Linienlängenangaben an einer kontinuierlichen Skala zwischen den zwei Kardinalpunkten "extrem leise" und "extrem laut". Da die meisten unserer schwerhörigen Patienten eine asymetrische Schwerhörigkeit aufwiesen, war es erforderlich in einem Vorversuch den Unterschied zwischen monauralem und binauralem Lautheitseindruck zu untersuchen. Es nahmen sechs normalhörende Probanden, zuerst ohne Ohrverschluss, dann mit einseitigem und schließlich mit beidseitigem Ohrverschluss durch eine Silikonabdruckmasse, an der Untersuchung bei dreimaliger Wiederholung teil. Die Ergebnisse zeigten hinsichtlich der Lautheitswahrnehmung eine sehr geringe Differenz ohne und mit einseitigem Ohrverschluss bis 40 dB Hörverlust. Das neue Verfahren zeigt eine hohe Reproduzierbarkeit auf, wie durch viermaliges Wiederholen an Schwerhörigen geprüft wurde. Die ermittelte Standardabweichung der vier Versuchsdurchgänge war nie größer als 30 mm Linienlänge bezogen auf eine Gesamtlinenlänge von 270 mm. Damit zeigt die "Methode der Linienlänge" eine sehr gute Reproduzierbarkeit. In 120 Versuchsdurchläufen wurde an 75 Schwerhörigen die Lautheitsfunktion verschiedener Arten von Schwerhöigkeit untersucht. Diese gliederten sich in Patienen mit Innenohrhochtonschwerhörigkeit, pancochleärer Innenohrschwerhörigkeit, Schallleitungsschwerhörigkeit und Patienten mit Tinnitus ohne Hörverlust. In Abhängigkeit von der Art der Schwerhörigkeit zeigten die Pegellautheisfunktionen unterschiedliche Verläufe. Die Innenohrschwerhörigen Patienten zeigten einen deutlich eingeschränkten Restdynamikbereich, aber auch interindividuelle Unterschiede bei gleichem Hörverlust. Man kann aus den Pegellautheitsfunktionen direkt ablesen, welche Hörgeräteverstärkung bei den einzelnen Frequenzbereichen ab einer gewissen Lautstärke erforderlich ist. Auch die Kompression kann in den einzelnen Frequenzen individuell eingestellt werden. Die beim Tinnitus immer wieder beklagte Hyperakusis konnten wir nicht feststellen. Die einfache Durchführung der Untersuchung, der geringe Zeitaufwand und die hohe Reproduzierbarkeit der "Methode der Linienlänge" machen sie zu einer attraktiven Ergänzung in der modernen Hörgeräteanpassung und Überprüfung.