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Pollatos, Olga (2004): Kardiosensibilität, Emotionen und kortikales Geschehen. Dissertation, LMU München: Faculty of Psychology and Educational Sciences
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Abstract

In der vorgelegten Dissertation wird der Zusammenhang zwischen Kardiosensibilität, Emotionen und kortikalem Geschehen beleuchtet. Hierfür wurden vier empirischen Studien durchgeführt, die als ein Hauptanliegen solche zerebralen Strukturen identifizieren sollten, die sowohl an der Herzwahrnehmung als auch an der Entstehung des sog. Herzschlag-evozierten Potentials (HEP) beteiligt sind. Dabei wurde ausgehend von aktuellen Forschungsbefunden vermutet, dass es sich hierbei um viszerale Regulationsstrukturen wie die Insula, das anteriore Cingulum, den präfrontalen Kortex und die somatosensorischen Kortizes handeln könnte. Des weiteren wurde postuliert, dass Unterschiede in der Kardiosensibilität sich sowohl in der Amplitude des HEP als auch in den Dipol-Quellstärken des HEP sowie in der Aktivität während der Herzwahrnehmung nieder-schlagen. Die Ergebnisse der beiden HEP-Studien sowie der fMRT-Studie haben diese Hypothesen eindrucksvoll bestätigt. Über die verschiedenen Methoden hinweg (EEG, Dipolanalyse nach BESA, fMRT) wurde eine Aktivierung in den beschriebenen viszeralen Regulationsstrukturen gefunden, welche zudem mit der Kardiosensibilität positiv korrelierte. In der vierten Studie wurde das Zusammenspiel von Emotionen und Kardiosensibilität bei emotionaler Bilderpräsentation in einer EEG-Studie mit anschließender Stromdichterekon-struktion untersucht. Auch hierbei zeigte sich eine deutliche Modulation der visuell-evozierten Potentiale durch die Kardiosensibilität. Neben subjektiv berichteten höheren Arousal war die P300 und die Slow Wave in der Gruppe der guten Herzwahrnehmer erhöht. Die Stromdichterekonstruktion ergab wiederum positive Korrelationen zwischen der Kardiosensibilität und der Aktivierungsstärke des anterioren Cingulums, des dorsolateralen Kortex, der Insula und der somatosensorischen Kortizes. Aufgrund der hier vorgelegten Ergebnisse wurden die genannten Strukturen als Koordinationszentren für Emotionen und viszerale Regulation identifiziert, da die Areale übereinstim-mend bei kardialer und emotionaler Aufgabenstellung eine Aktivierung aufwiesen sowie in gleichbleibender Weise durch die Kardiosensibilität modulierbar waren.