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Layer, Anna Friederike (2012): Ganganalytische Untersuchung der Rückenbewegung von gesunden Hunden der Rassen Dackel und Labrador Retriever. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

Diese prospektive Studie an gesunden Probanden untersuchte kinematische Parameter der Rückenbewegung von Hunden der Rasse Labrador Retriever (n = 15) und Dackel (n = 13). Die Gesundheit wurde durch eine klinische und radiologische Untersuchung sowie die Auswertung der kinetischen Parameter überprüft. Die Form der Bewegung betreffend konnte in der Transversalebene eine monozyklische und in der Sagittalebene eine bizyklische Bewegungsform gefunden werden. Das zeitliche Auftreten der Maxima wanderte nur in der Gangart Schritt und zwar in der Transversalebene von kranial nach kaudal und in der Sagittalebene von kaudal nach kranial. Der Trab zeichnete sich dagegen durch eine hohe Synchronität der Bewegung aus. An der Rutenbasis fand in der Transversalebene eine inverse Bewegung zur restlichen Wirbelsäule statt, was die gleichgewichtsstabilisierende Funktion der Rute unterstreicht. Diese Beobachtungen zur Rückenbewegung deckten sich mit Befunden aus diversen anderen ganganalytischen Studien an verschiedenen Säugetieren. Einen bisher nicht beschriebenen Befund stellte die Überlagerung der 1-phasigen Bewegung von einer 3-phasigen Bewegung in der Transversalebene ab der Lendenwirbelsäule bei den meisten der Hunde dar, dessen genauere Untersuchung weiteren Studien vorbehalten bleibt. Hinsichtlich der Quantität der Rückenbewegung zeigten in der Transversalebene im Schritt beide Rassen bezogen auf die Rückenlänge einen annähernd gleichen Bewegungsumfang an allen untersuchten Punkten der Wirbelsäule. Dieser zeichnete sich durch eine Zunahme bis zum thorakolumbalen Übergang und eine Abnahme bis zum Sakrum aus. Beim Gangartwechsel vom Schritt zum Trab fand in der Transversalebene beim Dackel eine signifikante Abnahme des Bewegungsumfangs an Brust- und Lendenwirbelsäule statt, wohingegen der Labrador Retriever annähernd den Bewegungsumfang des Schrittes beibehielt. In der Sagittalebene zeigte der Dackel im Schritt einen von kranial nach kaudal zunehmenden Bewegungsumfang. Der Labrador Retriever zeigte zwar in der mittleren Wirbelsäule denselben ROM wie der Dackel, unterschied sich jedoch durch eine kranial und kaudal deutlich umfangreichere Bewegung. Trotzdem zeigten beide Rassen den größten Bewegungsumfang am Sakrum, was neben einer weiteren untersuchten Rasse auch für das Pferd zu gelten scheint. Beim Gangartwechsel vom Schritt zum Trab fand bei beiden Rassen eine Zunahme des Bewegungsumfangs vor allem im mittleren Wirbelsäulenbereich statt, was wieder bezogen auf die Rückenlänge zu einem annähernd gleichen ROM führte. Insgesamt war bei beiden Rassen der Bewegungsumfang in der Transversalebene immer gleich groß oder sogar größer als der der Sagittalebene. Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass die beiden Rassen grundsätzlich zum gleichen Bewegungsumfang fähig sind bzw. die anatomischen Gegebenheiten einen gleichen Bewegungsumfang zumindest nicht verhindern. Trotzdem ergaben sich an gewissen Punkten entscheidende Unterschiede, die unter Einbeziehung der morpho-metrischen Unterschiede plausibel erscheinen. Bis auf geringe Unterschiede (z.B. 3-Phasigkeit) fügten sich die Befunde in die Ergebnisse elektromyografischer und ganganalytischer Studien beim Pferd und Hund ein. Neben der qualitativen und quantitativen Beschreibung der Rückenbewegung wurden die mediolaterale Hüftbewegung und die Rutenbewegung mituntersucht. Hierbei zeigte der Labrador Retriever eine größere mediolaterale Hüftbewegung. Die Bewegung der Rute erwies sich auch innerhalb einer Rasse als extrem heterogen und ihre Auswirkung auf die Bewegung des Rückens war deutlich. Die genaue Auswertung derselben und Erhebung von Zusammenhängen bleibt jedoch weiteren Studien vorbehalten. Klinische Relevanz: Kinematische Daten gesunder Hunde können mit denen von Hunden mit Gangstörungen orthopädischer oder neurologischer Herkunft verglichen werden oder es können Veränderungen verbunden mit der angewandten Therapie nachverfolgt werden. Inwieweit die erhaltenen Werte der hier gewählten Rassen auf Hunde anderer Morphometrie übertragbar sind, bleibt zu überprüfen. Interessant erscheint dem Autor hier vor allem die Untersuchung kleiner, nicht kurzbeiniger Rassen sowie großer, hochwüchsiger Rassen.

Abstract

The aim of this prospective clinical study was to collect basic kinematic data about back movement in clinically, radiologically and kinetically sound dogs (Labrador Retrievers (n = 15) and Dachshunds (n = 13)). To our knowledge, no studies on how body shape affects vertebral column biomechanics in dogs have been published. As proven by several studies on horses and other mammals we found a monocyclic motion pattern in the transversal plain and a bicyclic motion pattern in the sagittal plain. The time of occurrence of the maximal marker positions travelled from cranial to caudal in the transversal plain and from caudal to cranial in the sagittal plain in the walking gait, as opposed to trot, where movements were synchronized. At the base of the tail we found a motion sequence inverse to the rest of the spine, which emphasizes the balancing function of the tail. So far the results were in accordance with other studies on different mammals.A finding that wasn´t described yet was a tricyclic movement in most of the animals in the transversal plain beginning at the lumbar region. Further studies are necessary to find reasons for this. Regarding the quantity of back movement in the transversal plain both breeds had an almost similar ROM (in relation to length of the back) in the walking gait. ROM increased from cranial to the thoracolumbar junction and decreased further caudally. Changing from walk to trot the ROM significantly decreased for the Dachshund mainly in the mid-thoracic area whereas the ROM stayed at the same level for the Labrador Retriever. In the sagittal plain the Dachshund showed a ROM growing from cranial to caudal. In the mid-thoracolumar region the Labrador retriever revealed the same ROM as the Dachshund but in the cranial and caudal area it was significantly larger. Nevertheless both breeds had the largest ROM at the sacrum. Changing from walk to trot a significant increase in ROM mainly in the mid-thoracic area was observed what lead to an almost same ROM (in relation to length of the back) in both breeds. Overall the ROM in the sagittal plain never exceeded the ROM in the transversal plain. In summary, it can be stated that both breeds are at least able to show similar ROM in both plains despite their anatomical differences. Still there are significant differences at some points which seem to be plausible watching the morphometric differences. Except for some differences (e.g. tricyclic motion pattern) the findings were matching the results of other electromyographic and gait analysis studies in dogs and horses. Beside the movement of the back, mediolateral movement of the hip and movement of the tail were examined suggesting an influence of back movement. The medio-lateral movement of the hip was greater in the Labrador Retriever. Tail-movement showed to be heterogeneous even among dogs of the same breed. Although a strong influence of the tail movement could be seen, no definite conclusion could be drawn mainly because of the small sample size. More studies are necessary to evaluate the interaction between tail and back. Clinical relevance: Kinematic data from clinically sound dogs can be used for comparison with data from dogs with gait disturbances associated with orthopedic or neurologic disease or changes associated with therapy. Our results provide initial kinematic information on motion of the entire spine in Labrador Retrievers and Dachhunds. Further studies will have to show how far this data can be used for comparison with similar measurements in other canine breeds and in dogs with orthopedic or neurological disease.