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Uebelhack, Sandra Gertrud Rosa (2012): Sonographische Darstellung der Glandula thyreoidea beim Kalb. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

Hypothyreoidismus und Struma werden nicht nur beim Menschen infolge von Jodmangel beobachtet, sondern auch bei verschiedenen Tierarten - darunter auch das Rind. Obwohl zur Diagnosestellung Referenzwerte der Schilddrüsendimensi-on von Bedeutung sind, wurden diese bisher in der Rindermedizin noch nicht er-mittelt. Ziel der vorliegenden Studie war es, Grundlagen für die sonographische Vermes-sung der Schilddrüse von Kälbern zu erarbeiten, eine Beziehung zwischen sonographisch bestimmtem und tatsächlichem Volumen der Schilddrüsenlappen zu berechnen, Orientierungswerte für das Schilddrüsenvolumen klinisch unauffäl-liger Kälber zu ermitteln und den Einfluss von Körpermasse, Alter, Rasse und Geschlecht zu untersuchen. Außerdem sollten die T4-Konzentration der Proban-den untersucht werden. In die Untersuchung wurden 40 lebende und 43 tote Probanden im Alter von ≤ 3 Monaten der Rassen Deutsches Fleckvieh (n = 72), Deutsches Schwarz-buntes Rind (n = 5) und 6 Tiere anderer Rassen einbezogen. Bei allen Probanden wurde am Tag der Entlassung aus der Klinik bzw. am Tag der Euthanasie eine Sonographie der Schilddrüse durchgeführt. Es wurden die Dimensionen Länge (parallel zur Halsachse als kranio-kaudale Ausdehnung), Breite (senkrecht zur Halsachse als latero-mediale Ausdehnung) und Höhe (senkrecht zur Halsachse als ventro-dorsale Ausdehnung) jedes Schilddrüsenlappens bestimmt. Der komplette Messvorgang wurde bei jedem Probanden fünf Mal wiederholt. Bei euthanasierten Tieren wurde die Schilddrüse freipräpariert, mittels Schieblehre die Dimensionen vermessen und das Volumen durch die Wasserverdrängungsmethode ermittelt. Bei allen Probanden wurde Blut entnommen und T4-Konzentration im Serum be-stimmt. Aus den wiederholten Sonographiemessungen konnten folgende Variationskoeffi-zienten (Vk) für die Beschreibung der Präzision der unterschiedlichen Dimensio-nen ermittelt werden: Vk rechts Länge: 3,04 %, Vk links Länge: 3,97 %, Vk rechts Breite: 7,26 %, Vk links Breite: 7,34 %, Vk rechts Höhe: 3,89 % und Vk links Höhe: 3,21 %. Die Dimensionsmessungen ergaben für den rechten Schild-drüsenlappen (Mittelwert ± Standardabweichung): LS: 30,14 ± 2,96 mm, BS: 9,74 ± 1,48 mm und für HS: 22,11 ± 2,47 mm, für den linken Lappen: LS: 30,10 ± 3,60 mm, BS: 10,35 ± 1,71 mm und HS: 21,99 ± 2,73 mm. Zwischen Sonographie- und Schieblehremessungen (euthanasierte Tiere) ergaben sich folgende Korrelationskoeffizienten: rechter Lappen: rL = 0,80, rB = 0,10, rH = 0,79, linker Lappen: rL = 0,59, rB = 0,19, rH = 0,62. Zwischen mittels Wasserverdrängungsmethode bestimmten Volumen und aus den Sonographiemessungen ermittelten Werten konnte folgende Regressionsgleichung aufgestellt werden: VW [ml] = 0,632 x [(LS x BS x HS)rechter Lappen + (LS x BS x HS)linker Lappen] (L: Länge = kranio-kaudale Ausdehnung, B: Breite = latero-mediale Ausdehnung, H: Höhe = ventro-dorsale Ausdehnung). Zwischen dem sonographisch ermittelten absoluten Volumen und den Faktoren Alter, Geschlecht und Rasse bestand kein signifikanter Zusammenhang (p > 0,05), während zwischen dem sonographisch ermittelten Volumen (VSono) und der Kör-permasse (KM) eine lineare Beziehung (VSono [ml]= 4,397 + 0,071 x KM [kg]) berechnet werden konnte. Der Mittelwert der T4-Konzentrationen betrug 81,4 nmol/l mit einer Standardab-weichung von 33,4 nmol/l. Es bestand ein signifikanter Unterschied zwischen lebenden Tieren mit Entlassungsstatus „geheilt“ und euthanasierten Probanden hinsichtlich der T4-Konzentrationen. Die euthanasierten Kälber hatten niedrigere T4-Konzentrationen (64,9 nmol/l ± 57,3 nmol/l) als die mit Entlassungsstaus „ge-heilt“ (99,2 nmol/l ± 24,6 nmol/l mit p ≤ 0,001). Männliche Tiere zeigten signifi-kant niedrigere T4-Konzentrationen (90,2 nmol/l) als weibliche Kälber (103,0 nmol/l mit p = 0,019). Die vorliegende Arbeit beschreibt als erste Studie Orientierungswerte für die Vermessung und Volumenbestimmung der Schilddrüse mittels Sonographie bei Kälbern.