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Kurzke, Ellen (2001): Morphologische Grundlagen der Schilddrüsensonographie bei der Katze. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

Morphological fundamentals for the sonographic examination of the feline thyroid gland The thyroid glands of 101 deceased cats were removed for morphological, sonographical, morphometrical, volumetrical and pathohistological assessment to investigate the morphological fundamentals for sonographic examination. The determined reference range extends over 0,08 – 0,27 ml in volume, 13,8 – 25,2 mm in length, 2,3 – 4,1 mm in width and 3,9 – 7,1 mm in height of the feline thyroid gland. These parameters are independent of body weight, age, sex and castration status of the cat. A correction factor of 0,45 has been established from the volumetrically and morphometrically measured values by sonographic survey. This makes it possible to apply the ellipsoid formula for the specific determination of the feline thyroid gland volume. However, comparative studies have shown a remarkably broad standard deviation for this method of calculating the thyroid gland volume in the cat. Its assessment by surveying the thyroid gland lobes` width and height is more expressive: the ratio should not be below 1:1,5. The number of detected thyroid alterations in the cat was surprisingly high. Mainly - in 48 out of 101 animals - nodular hyperplasia and adenomas have been found. Sonographic examination revealed characteristic features of nodular hyperplasia and adenoma cases. However, these examinations could not provide reliable distinctive marks. In addition, two adenocarcinomas were found. Their sonographic examination resulted in a list of characteristics of thyroid malignancies (e.g. outstanding size, knobby surface, inhomogeneous echostructure with poor echogenity) as reported in literature. Analogous to the proven etiology of human nodular hyperplasia and adenoma hypothetically the high incidence of those alterations in cats could be caused by chronic iodine deficiency. This hypothesis is in line with the recently detected deficitary iodine content of an average of commercial cat food. Nodular hyperplasia and adenoma are one of the major causes for feline hyperthyroidism. In the recent years their incidence has increased. The studies on hand emphasize the importance of the sonographic examination for detection of such morphologic thyroid gland alterations as a supplementary measure to laboratory diagnostics of hyperthyroidism.

Abstract

Um die morphologischen Grundlagen der sonographischen Schilddrüsenuntersuchung bei der Katze zu erarbeiten, wurden die Schilddrüsen von 101 verstorbenen Katzen entnommen und morphologisch, sonographisch, morphometrisch, volumetrisch sowie pathohistologisch untersucht und beurteilt. Es konnte ein Referenzbereich von 0,08 – 0,27 ml für das Volumen sowie von 13,8 – 25,2 mm für die Länge, 2,3 – 4,1 mm für die Breite und 3,9 – 7,1 mm für die Höhe der felinen Schilddrüse ermittelt werden. Es bestehen keine signifikanten Abhängigkeiten dieser Parameter von Körpergewicht, Geschlecht, Kastrationsstatus und Lebensalter der Katze. Aus den volumetrischen und morphometrischen Meßwerten wurde der Korrekturfaktor f = 0,45 zur spezifischen Anwendung der Rotationsellipsoidformel bei der Katze ermittelt, der die Volumenberechnung der Schilddrüse nach sonographischer Vermessung ermöglicht. Vergleichende Untersuchungen ergaben aber einen relativ hohen mittleren Fehler dieser Berechnungsmethode bei der Katze. Einen höheren klinisch-diagnostischen Aussagewert zur Beurteilung der Schilddrüsengröße hat dagegen nach den vorliegenden Untersuchungsergebnissen die Vermessung von Breite und Höhe der Schilddrüsenlappen, deren Verhältnis 1: 1,5 nicht unterschreiten sollte. In überraschend großer Zahl wurden bei den untersuchten Katzen Schilddrüsenveränderungen festgestellt. Es handelt sich insbesondere um noduläre Hyperplasien und Adenome, die bei 48 der 101 untersuchten Tiere gefunden wurden. In der sonographischen Untersuchung konnten für noduläre Hyperplasien und Adenome charakteristische Merkmale gefunden werden, die allerdings nicht ihre sichere Unterscheidung erlauben. Es wurden zudem zwei Adenokarzinome diagnostiziert. Ihre sonographische Untersuchung ermöglichte im Vergleich mit der Literatur eine Liste von Merkmalen (z. B. weit überdurchschnittliche Größe, höckrige Oberfläche, inhomogene und echoarme Echotextur) aufzustellen, die Hinweise auf das Vorliegen eines Malignoms in der Schilddrüse geben. Analog zur bewiesenen Ätiologie nodulärer Hyperplasien und Adenome beim Menschen wird die Hypothese aufgestellt, daß die hohe Inzidenz derartiger Veränderungen, wie sie in der untersuchten Katzenpopulation gefunden wurde, auf einer chronischen Jodunterversorgung beruht. Eine wesentliche Rolle könnte hier der erst kürzlich nachgewiesene durchschnittlich zu geringe Jodgehalt in kommerziellen Katzenfuttermitteln spielen. Noduläre Hyperplasien und Adenome sind eine der wesentlichen Ursachen der felinen Hyperthyreose, deren Inzidenz in den letzten Jahren zugenommen hat. Die vorliegende Untersuchung unterstreicht die Bedeutung der sonographischen Untersuchungstechnik zur Erkennung derartiger morphologischer Schilddrüsenveränderungen als Ergänzung für die laborklinische Hyperthyreosediagnostik.